Die historische Lok „Elna“ darf nach drei Jahren endlich wieder im Eisenbahnmuseum verkehren.

Darmstadt

Die Fahrt mit „Elna“ ist begehrt

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Nach drei Jahren Stillstand konnten an Ostern wieder historische Dampfzüge im Eisenbahnmuseum Kranichstein fahren.

Wenn „Elna“ andampft, werden Kameras und Smartphones gezückt: Die historische Dampflok ist einfach ein Blickfang. Kein Wunder, dass an den Osterfeiertagen die Fahrten mit der Lok begehrt waren, lange Warteschlangen bildeten sich beim Einstieg in die zwei Waggons. Dass die Strecke, die die Lok pro Fahrt zurücklegt, nur knapp einen Kilometer beträgt, stört nicht: Zum einen, da gleich zweimal hin- und hergefahren wird und zum anderen, da nach drei Jahren des Stillstands Ehrenamtliche wie Besucher froh sind, die Lok wieder in Aktion zu erleben.

2016, zum 40-jährigen Bestehen des Museums, musste die vom Trägerverein gegründete Deutsche Museums-Eisenbahn-Gesellschaft Insolvenz anmelden. Damit erlosch das Recht, auf dem Gelände mit den historischen Loks und Wagen zu fahren. „Seit Januar haben wir wieder die Erlaubnis der Bahn, fahren zu dürfen“, sagt Siegfried Aßmann vom Museumsverein. Die Folgen der Insolvenz aber seien noch nicht ausgestanden. „Aber wir freuen uns erst einmal, wieder mit den Loks fahren zu können“, sagt er.

Das Eisenbahnmuseum  Kranichstein  in der Steinstraße 7 wurde im Mai 1976 eröffnet. 

Betriebstage  im Museum sind jeweils am ersten Sonntag im Monat von April bis Oktober, nächster Betriebstag ist am 5. Mai von 10 bis 16 Uhr. 

Führungen  durch die Sammlung gibt es immer mittwochs und sonntags von 10 bis 16 Uhr. 

Einen Vortrag  über den neuen Fahrsimulator hält Gero Sterzig am 1. Mai um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. som www.bahnwelt.de

Uwe Auth und Bernhard Götz, an Ostern als Lokführer und Heizer tätig, sind glücklich, die liebevoll restaurierten Züge wieder in Bewegung zu sehen. „Davon konnten wir viel zu lange nur träumen“, sagt Auth. Geduldig beantworten Denis Stein und Gero Sterzik als Schaffner die Fragen der Besucher. Etwa, aus welchem Jahr die restaurierten Personenwagen stammen. „Den 1930er Jahren“, weiß Stein zu berichten. Den schweißtreibendsten Job an beiden Tagen hat aber Jürgen Weber, der als Osterhase im dicken Plüschkostüm die Kinder im Zug begrüßt.

Über Ehrenamtliche wie Stein, Sterzik oder Weber ist man froh im Verein. „Wir könnten mehr Helfer brauchen: als Aufsicht, an der Kasse oder als Helfer beim Pflanzenschneiden im Gelände“, sagt Aßmann. Denn auch wenn die großen Loks lange stillstanden, zu tun gibt es immer etwas im Museum. Der Wiederaufbau des Lokschuppens und die Restaurierung von Zügen sind Großprojekte, die noch Jahre in Anspruch nehmen werden.

Andere Vorhaben werden teils noch in diesem Jahr fertig: So hat René Stork mit drei Helfern das Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes saniert, dort wird noch in diesem Jahr die neue Bahnuniformenausstellung in fünf Räumen ihr Zuhause finden. Noch muss der frisch sanierte Boden der Ausstellungsräume trocknen. Über 600 Eisenbahnermützen und mehr als 250 Uniformen hat der im vergangenen Jahr verstorbene Museumsunterstützer Gerhard Klatt gesammelt. „Eigentlich wollten wir zum Internationalen Museumstag einen Teil davon zeigen, aber das war zu ambitioniert“, sagt Stork, „nun wird die Ausstellung im Lauf des Jahres eröffnet“.

Zu den Bahntagen 2020 plant Gero Sterzik, einen Zugfahrsimulator der Bahn betriebsbereit zu haben. „Das ist ein echter, großer Simulator, der hier im Museum einziehen wird“, sagt Sterzik. Dann dürfen kleine wie große Eisenbahnfreunde sich selbst einmal als Lokführer versuchen.

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