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ist von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zur Stadt Darmstadt gewechselt.

Darmstadt

Künstlerkolonie statt Kirchengebäude

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Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Darmstadt hat nach einer zweijährigen krankheitsbedingten Vakanz mit Olaf Köhler wieder einen neuen Leiter.

Nach einer zweijährigen krankheitsbedingten Vakanz hat die Denkmalschutzbehörde der Stadt Darmstadt wieder einen neuen Leiter. Der neue Behördenchef war in den vergangenen vier Jahren bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) als Kirchenarchitekt tätig. Für die beim Stadtplanungsamt und im Technischen Stadthaus in Bessungen angesiedelte Abteilung Denkmalschutz und Denkmalpflege arbeiten vier weitere Mitarbeiter.

Die zuständige Baudezernentin Barbara Boczek (Die Grünen) sagte bei der Vorstellung Köhlers, sie sei froh, dass nach der Vakanz der wichtige Posten wieder besetzt werden könne. Denkmalpflege leiste „einen wesentlichen Beitrag zur Identität einer Stadt“, sagte Boczek. So habe Darmstadt neben seinen Jugendstilbauten wie etwa den Gebäuden der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe auch herausragende Gebäude aus den 1950er Jahre vorzuweisen, deren Architektur erhalten und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden sollte. Boczek bezeichnete Köhler als „ausgewiesenen Fachmann“, der den Vorzug habe, sich in der Geschichte der Stadt und ihrer baulichen Ausprägung bestens auszukennen.

Der neue Behördenleiter hält Darmstadt für eine „zeitgeschichtlich äußerst spannende Stadt“. Köhler schätzt sowohl die qualitätsvolle Baukultur aus der Zeit, als Darmstadt noch Residenzstadt war, wie auch die modernen Bauten. Und es lässt aufhorchen, wenn ihm zunächst die Rheinstraße einfällt, wenn es um das Thema Denkmalschutz und Denkmalpflege geht. Köhler hebt in diesem Zusammenhang die Funktion der Straße als „Stadttor“ hervor. Im städtebaulichen Kontext will der neue Behördenchef diese Achse „wieder lesbar machen“. Köhler sagte, er wolle sich nachdrücklich für die Wahrung von qualitätsvoller Architektur in der Stadt einsetzen. 

Der neue Behördenchef wurde 1968 in Koblenz geboren. Nach seinem Architekturstudium an der Technischen Universität Darmstadt arbeitete er in verschiedenen Architekturbüros in Südtirol. 2011 wurde er Bezirkskonservator beim Amt für Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Südtirol für den Bereich des Wipptals, des Eisacktals sowie des Grödentals und des Schlerngebietes. 2014 wechselte er zur EKHN an den Darmstädter Paulusplatz, wo er das Sachgebiet Kirchliche Baubetreuung leitete und für die Kirchengebäude in den Dekanaten Darmstadt-Land, Bergstraße, Ried, Groß-Gerau und Rüsselsheim zuständig war.

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