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Muslime und Nicht-Muslime kamen am Samstag auf dem Karolinenplatz zusammen.

Darmstadt

Beginn mit Datteln und Milch

Das Aktionsbündnis „Bis“ lädt zum Fastenbrechen auf den Karolinenplatz, sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime. Mehrere hundert Menschen kommen.

Saliha und Souad sind eigens aus Rödermark nach Darmstadt gekommen. Die beiden jungen Frauen wollen das friedliche Miteinander auf dem Karolinenplatz genießen – gerade vor dem Hintergrund der Kämpfe in Gaza und anderen arabischen Ländern. Mehrere hundert Menschen kamen am Samstagabend zum öffentlichen Fastenbrechen. Schon zum zweiten Mal hatte das Aktionsbündnis „Bis“ dazu Muslime und Nicht-Muslime eingeladen.

Auch Muamer, Adnan und Medo sind gekommen, um zu zeigen, dass ein harmonisches Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Religionen möglich ist. Die aus Bosnien stammenden Männer haben schon letztes Jahr das öffentliche Fastenbrechen mitgemacht. Saliha und Souad, deren Familien aus Marokko stammen, sind zum ersten Mal mit dabei.

Zusammen vereint

Drei Vereine hatten unter dem Titel „Open your mind – zusammen vereint“ zu der Aktion aufgerufen: die Jugendorganisation Bilal-Zentrum, das Iman Bildungs- und Freizeitzentrum muslimischer Frauen sowie der islamische Studentenverein an der Technischen Universität Darmstadt. Zusammen formen sie das Aktionsbündnis „Bis“. „Ramadan ist für Muslime ein ganz besonderer Monat“, sagt der für die Organisation verantwortliche Ahmed Miskine. „Beim Fasten geht es ja vor allem um Charakterreinigung, um Besinnung. Und das ist doch ein guter Anlass, um den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen.“

Zum offiziellen Programm waren deshalb ausdrücklich Vertreter anderer Religionen sowie der Stadt eingeladen: Der erst kürzlich als Dekan in den Ruhestand verabschiedete Norbert Mander und Ilka Friedrich vertraten die evangelische Kirche, Johannes Borgetto die katholische. Der Interkulturelle Rat war durch Jürgen Micksch vertreten. Für den Darmstädter Magistrat war Stadträtin Iris Behr auf den Karolinenplatz gekommen. Ebenso wie Mohamad Adam vom Bilal-Zentrum hoben sie die Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen hervor: den Einsatz für Gerechtigkeit, für Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.

Auch Enesa und Edith können sich damit identifizieren. „Es ist doch immer schön, wenn sich Leute treffen – auch unabhängig vom Glauben“, sagt Enesa. Die in Darmstadt lebende Muslima ist mit Edith, ihrer Nachbarin gekommen. Die findet die Veranstaltung „einfach interessant“. Es sei eine schöne Gelegenheit, Gebräuche anderer Religionen kennen zu lernen.

Miteinander von Religionen

Dazu gehören an diesem Abend Gebete, Koranrezitationen aber auch Vorträge von „I-Slam“, zeitgenössischer islamischer Dichtkunst. An Ständen wird Honig verkauft, orientalische Einrichtungsgegenstände werden angeboten. Es gibt ein Kinderzelt und das Angebot, seine Hände mit Henna bemalen zu lassen. Die Hilfsorganisation Al-Rahma bittet um Spenden für Flüchtlinge und Kinder.

Und je näher das mit dem Sonnenuntergang verbundene Fastenbrechen rückt, desto dichter ist das Gedränge auf dem mit Biertischgarnituren voll belegten Karolinenplatz. Auf den Tischen werden frühzeitig Teller mit Teigtaschen, Salaten, Obst und Süßigkeiten bereitgestellt. Das eigentliche Fastenbrechen beginnt dann, ganz traditionell, mit Datteln und Milch. Das für die Besucher kostenlose Essen wurde durch Spenden muslimischer Gemeinden sowie durch zahlreiche Sponsoren finanziert. (wka)

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