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Es brummt weniger in Darmstadt

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Von: Jens Joachim

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Auch den Lärm von Küchenabluftgeräten, die auf Schornsteinen installiert sind, kann das Landesamt messen.
Auch den Lärm von Küchenabluftgeräten, die auf Schornsteinen installiert sind, kann das Landesamt messen. © Tibor Benarik / HLNUG

Die Stadt Darmstadt ist dem mysteriösen „Brummton-Phänomen“ auf der Spur: Die Behörden haben an fünf Standorten sechs Lärmquellen für störende Geräusche entdeckt.

Irgendwann hatte Tanja Heuser im Frühjahr vergangenen Jahres genug: „Es brummt, es wummert und dröhnt im Martinsviertel Tag und Nacht“. Was ist da los, wollte die Mutter eines Sohnes von der Stadt wissen und gestaltete extra eine Internetseite, auf der sie davon berichtete, dass Anwohnerinnen und Anwohner in dem Innenstadtquartier seit dem ersten Lockdown im Jahr 2020 an mehreren Orten einen „belastenden, nicht enden wollenden Brummton“ wahrnehmen würden.

In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) ging die Stadt daraufhin dem „Brummton-Phänomen“, wie das tieffrequente Summen bezeichnet wurde, auf die Spur. Nun liegen laut einer Mitteilung der Stadt erste Ergebnisse vor.

Darmstadt: Seit 2021 wurden 12 Brummton-Fälle der Stadt gemeldet

Laut Stadtsprecher Klaus Honold wurden seit Oktober 2021 zwölf Brummton-Fälle von Betroffenen dem städtischen Umweltamt gemeldet. Entsprechende Schallmessungen seien an verschiedenen Stellen durchgeführt worden, jedoch nicht im gesamten Stadtgebiet. Inzwischen hätten sich einzelne Betroffene auch gemeldet, dass sie den „Brummton“ nicht mehr wahrnehmen würden.

Durch die städtischen Behörden hätten fünf Lärmquellen geortet und nach Rücksprache mit den Betreibern die Belästigungen beseitigt werden können, so Honold. Hierbei habe es sich um zwei defekte Aggregate, eine defekte Heizungspumpe und drei bauliche Schallschutzvorrichtungen an Energieerzeugungsanlagen gehandelt.

Darmstadt entdeckt an fünf Standorten störendes Brummen

Bei einer „Liegenschaft eines öffentlichen Trägers“ hätten bei einer Begehung im Beisein des Umwelt- und Bauaufsichtsamtes zudem mehrere Lärmquellen lokalisiert werden können. Diese sollen nun durch ein Schallgutachten bewertet und in eigener Zuständigkeit des Trägers bearbeitet werden.

Die Lärmquellen hätten sich auf die Darmstädter Kernstadt konzentriert. An fünf Standorten seien sechs Lärmquellen identifiziert worden.

Stadt Darmstadt bleibt dem Brummton-Phänomen weiter auf der Spur

Heuser berichtete am Donnerstag, in ihrer Wohnung im Martinsviertel brumme es zwar weniger, aber die Geräusche seien „nicht weg“.

Das HLNUG hat laut Stadtsprecher Honold im Juni punktuelle Lärmmessungen an der Heidelberger Straße durchgeführt. Die Auswertung der Messergebnisse sei „aktuell in Arbeit“.

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