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Der Erste Schutzmann tritt an

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Innenminister Peter Beuth (links) wünscht Bernhard Lammel eine gute Hand.
Innenminister Peter Beuth (links) wünscht Bernhard Lammel eine gute Hand. © André Hirtz

Innenminister Peter Beuth (CDU) überreicht dem neuen Polizeipräsidenten Bernhard Lammel die Ernennungsurkunde. Lammel will ein Augenmerk auf die Internetkriminalität legen.

Südhessen hat nun ganz offiziell einen neuen Polizeipräsidenten. Im Rahmen eines offiziellen Aktes überreichte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) dem neuen Chef des Polizeipräsidiums Südhessen, Bernhard Lammel, die Ernennungsurkunde. Der 59-Jährige folgt auf Gosbert Dölger, der Ende Mai in den Ruhestand gegangen war. „Gut und anständig“ soll die Polizei nach Lammels Vorstellung arbeiten, um auch für ein gutes Gefühl bei den Bürgern zu sorgen. Schwerpunkte, die der politische Führungsbeamte setzen will, sind unter anderem die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen. „Das ist ein schlimmes Delikt, weil die Täter in den intimsten Bereich des Lebens eindringen“, sagt Lammel.

2012 hat der neue Polizeipräsident eine Abteilung für Internetkriminalität aufgebaut und geleitet, daher gelte sein Augenmerk in Zukunft auch den kriminellen Phänomenen im Netz. Vor allem wolle er auf Prävention setzen, um Bürgern zu zeigen, wie sie sich vor Cyberkriminalität schützen können. Was Lammel Sorge bereitet, sind „durchgeknallte Einzeltäter“, die als Selbstmordattentäter versuchten, großen Schaden anzurichten.

In seiner kurzen Ansprache vor rund 80 Gästen machte Lammel auch klar, dass er als politischer Beamter nicht im vorauseilenden Gehorsam handeln wolle, sondern es als seine Pflicht sehe, die politischen Entscheider umfassend zu beraten.

Der Ernennung zum Polizeipräsidenten war die Würdigung vonseiten des Innenministers Peter Beuth vorausgegangen. Darmstadt habe nun wieder einen „neuen ersten Schutzmann“. „Lammel hat die Polizei aus allen Blickwinkeln kennengelernt“, so Beuth. Vor 42 Jahren hat Lammel bei der Polizei angefangen, erst in Mühlheim bei der Bereitschaftspolizei, bis er 1977 in die Kriminalabteilung nach Rüsselsheim wechselte. Dem Kreis Groß-Gerau ist der neue Polizeipräsident seither treu geblieben, er wohnt in Bischofsheim.

Darmstadt soll liberale, weltoffene Stadt bleiben

1985 wurde Lammel stellvertretender Leiter der Personenfahndung, später Polizeiführer vom Dienst, darauf Leiter der Schutzpolizei Groß-Gerau. 2005 wurde er Leiter der Polizeidirektion Groß-Gerau. Dann führte ihn der Weg ins Landeskriminalamt, als Projektleiter war er dann 2013 an der Neuausrichtung der Polizei beteiligt. 2014 wurde Lammel zum ersten Mal Präsident, nämlich des Präsidiums für Technik, Logistik und Verwaltung. „Er hat daraus eine selbstbewusste Behörde gemacht“, zollte ihm der hessische Innenminister Respekt.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) lobte die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit der Polizei in der Vergangenheit und erinnerte daran, dass Darmstadt eine der bundesweit sichersten Großstädte sei. Es werde in Zukunft darauf ankommen, die Balance zu halten, dass Darmstadt eine liberale, weltoffene Stadt bleibe. Repressive Maßnahmen seien auch nötig, das zeigten neue Bedrohungen, mit denen man es heute zu tun habe. Das Thema Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen wolle die Stadt mit der Polizei zusammen angehen, so Partsch. Auch die Leiterin der Darmstädter Staatsanwaltschaft, Kerstin Reckewell, blickte nach vorne und wünschte sich eine „intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ und auch mal einen „kurzen Dienstweg“.

Mehrfach musste der jüngste Sohn von Bernhard Lammel für einen Scherz herhalten. Wie der Vater ist auch er bei der Polizei, „aber mit gewöhnungsbedürftigen Hoheitszeichen“, scherzte Darmstadts OB. Der junge Mann arbeitet bei der Polizei in Rheinland-Pfalz. (ers)

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