1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Erste Frau kandidiert fürs Oberbürgermeisteramt in Darmstadt

Erstellt:

Von: Claudia Kabel

Kommentare

Gerburg Hesse-Hanbuch kandidiert für die Oberbürgermeisterwahl 2023 in Darmstadt.
Gerburg Hesse-Hanbuch kandidiert für die Oberbürgermeisterwahl 2023 in Darmstadt. © FDP

Die FDP nominiert die Apothekerin Gerburg Hesse-Hanbuch als OB-Kandidatin für Darmstadt. Derweil fordert eine Bürgergruppe die Kandidatur von Uffbasse-Frontfrau Kerstin Lau.

Nachdem bereits vier Männer ihren Hut in den Ring um das Oberbürgermeisteramt in Darmstadt geworfen haben, tritt nun die erste Frau aufs Parkett.

Der Kreisvorstand der FDP hat in seiner jüngsten Sitzung Gerburg Hesse-Hanbuch einstimmig als Kandidatin nominiert. Die 57-jährige Apothekerin kenne sich als langjährige Pfungstädter Stadtverordnete in der Kommunalpolitik bestens aus, teilte Christoph Rohloff, Vorsitzender der FDP Darmstadt, mit. Hesse-Hanbuch wolle mit einem „frischen Blick auf die Herausforderungen“ schauen, heißt es in einer Mitteilung. „Sicherlich gab es in der Vergangenheit gute Ansätze, aber zu viel ist noch Stückwerk, zu wenig kommt wirklich beim Bürger an“, so Hesse-Hanbuch. Darmstadt könne mehr, die Potenziale der Stadt seien bei weitem nicht ausgeschöpft.

Die in Pfungstadt tätige Apothekerin ist erst dieses Jahr der FDP beigetreten. Zuvor war sie sechs Jahre als Parteilose in der Pfungstädter CDU-Fraktion verortet. In der Öffentlichkeit ist sie noch nicht besonders hervorgetreten. 2021 zog die gebürtige Osnabrückerin mit ihrer Familie von Pfungstadt nach Darmstadt.

Laut Rohloff soll sie als OB-Kandidatin „frischen Wind“ in den Wahlkampf bringen und eine „treibende Kraft“ sein, besonders für die Schwerpunkthemen Wirtschaft und Beschäftigung. Prominenz sei nicht das einzige Argument für eine Kandidatur, erklärte Rohloff ihre Nominierung auf Anfrage der FR. Hesse-Hanbuch solle eine „echte Alternative“ zu dem männlich und von Dezernenten geprägten Bewerberfeld sein. Auch sei wichtig, dass die Kandidatin nicht aus der Verwaltung komme und als Apothekerin „näher am Menschen“ sei.

Ruf nach Kerstin Lau

Und es könnte noch eine weitere weibliche Kandidatur geben. Zumindest, wenn es nach dem Willen einer 13-köpfigen Bürgergruppe geht. Diese forderte am Sonntag in einem offenen Brief Kerstin Lau, die Fraktionsvorsitzende der Wählervereinigung Uffbasse, dazu auf, bei der Wahl im März 2023 anzutreten. Der Darmstädter Unternehmer und Medienschaffende Carsten Buchholz, Verfasser des Briefes, schrieb: Die bisherigen Kandidaten der etablierten Parteien seien nicht geeignet, „unsere Anforderungen an eine Oberbürgermeisterin zu erfüllen“. Man wolle eine Oberbürgermeister:in, die die Verwaltung reformiere, alle Menschen repräsentiere, verschiedene Ansichten in der Stadt zusammen bringe und gemeinsame Lösungen und Kompromisse erarbeite – unbürokratisch und Menschen-nah. „Eine, der auch das Wohlergehen und die Repräsentation der wirtschaftlich Schwachen wirklich am Herzen liegt.“ Um dies zu erreichen, wolle man nicht aufgeben, bis Kerstin Lau ihre Kandidatur erklärt habe.

Kerstin Lau teilte der FR am Mittwoch auf Anfrage mit, da sie sich derzeit im Ausland befinde, werde sie sich erst in ein bis zwei Tagen zu einer möglichen Kandidatur äußern. Der „schöne Brief“ habe sie „sehr gefreut“.

Die bisherigen Bewerber um die Nachfolge von Jochen Partsch (Grüne), der nicht mehr antritt, sind Umweltdezernent Michael Kolmer (Grüne), Ordnungsdezernent Paul Georg Wandrey (CDU), der ehemalige Vorsitzende der SPD Arheilgen Hanno Benz und der Dezernent für Digitales und Schule, Holger Klötzner (Volt).

Auch interessant

Kommentare