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Erst der Kanal, dann die Straße

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Eine Kreuzung unter der Kreuzung: Rohre in der Bismarckstraße.
Eine Kreuzung unter der Kreuzung: Rohre in der Bismarckstraße. © André Hirtz

Die Bauarbeiten in der Bismarckstraße kommen bislang planmäßig voran.Geplant ist, dass zum Fahrplanwechsel 2015 alle Busse und Bahnen über die neue Trasse rollen. D

"Der alte Abwasserkanal liegt schon über 100 Jahre in der Bismarckstraße“, sagt Reinhard Brandt, Sachgebietsleiter Kanalbau im Darmstädter Tiefbauamt, mit Respekt für seine Vorgänger. Das unterirdische Klinkerbauwerk soll aber auch weiterhin seinen Zweck erfüllen. Unter dem alten Ost-West-Kanal, in bis zu sechs Meter Tiefe, lässt die Stadt derzeit einen neuen, noch mächtigeren Kanal als sogenannten Mittelsammler bauen, der in Nord-Süd-Richtung unter der Feldbergstraße verläuft.

Unter der Straßenkreuzung kreuzen sich demnach auch die Kanäle – und werden an dieser Stelle mit einem Betonbauwerk zugänglich gemacht, von dem bald nichts mehr zu sehen sein wird. Erst dann, nach Abschluss der Kanalarbeiten, beginnt an der Oberfläche die eigentliche Erneuerung der Bismarckstraße, einschließlich Neuordnung des Verkehrs.

Nur wenige Beschwerden

Man habe zweckmäßigerweise die unterschiedlichen Arbeiten zusammengelegt, um die Bismarckstraße nicht mehrfach aufreißen zu müssen, erklärte Bau- und Verkehrsdezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne), die sich am Dienstag auf der Baustelle umschaute. Ihr Zwischenfazit: „Auf städtischer Seite gibt es bislang keine Kostensteigerungen, keine Verschiebungen im Bauzeitplan und nur wenige Beschwerden von Anwohnern.“ Die Koordination mit dem Versorger HSE und der Heag-Mobilo klappe ebenfalls gut.

Das bestätigte der Geschäftsführer des Verkehrsunternehmens, Matthias Kalbfuss – auch wenn die Umlegung der Linie 3 von der Bismarck- auf die Rheinstraße für einige Probleme sorge. Diese Trasse sei ohnehin stark belastet, wegen Rückstaus an der Berliner Allee komme es derzeit zu Verspätungen. „Im kommenden Sommer oder Herbst, nach Abschluss der Kanalarbeiten, beginnen wir mit dem Gleisbau“, sagte Kalbfuss. Zunächst werden die alten Gleise entfernt, dann eine eigene Nahverkehrs-Fahrspur gebaut. „Dann haben wir endlich einen ungestörten Betrieb.“ Die Haltestelle Feldbergstraße entfällt, dafür wird weiter westlich eine Haltestelle Kirschenallee eingerichtet. Zum Fahrplanwechsel Ende 2015 soll der Bus- und Bahnverkehr über die neue Trasse rollen.

Arbeiten bis Frühjahr 2016

Bereits im Januar soll mit dem Umbau der Gas- und Wasserleitungen im Bereich der Kreuzung Kirschenallee begonnen werden, gefolgt vom Kanalbau ab Sommer. In dieser Zeit wird die Bismarckstraße zur Einbahnstraße in Richtung Bahnhof/Dornheimer Weg. Der Verkehr in Ostrichtung wird über die Mornewegstraße umgeleitet. „Bis alles fertig ist, wird es Frühjahr 2016“, sagte Lindscheid. Die Gesamtkosten des Bauprojekts werden mit 13,6 Millionen Euro angegeben. Davon trägt die Stadt 3,8 Millionen, Heag-Mobilo die restlichen 9,8 Millionen Euro.(bad)

Informationen zum Bauprojekt in der Bismarckstraße gibt es im Internet auf www.bismarckstraße.darmstadt.de. Fragen und Hinweise sind per Mail an post@bismarckstraße.info möglich.

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