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Erolgreicher Kampf gegen Varroa-Milbe

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Beim Imkerverein Frankenstein haben die meisten Bienen den Winter gut überstanden.
Beim Imkerverein Frankenstein haben die meisten Bienen den Winter gut überstanden. © Manfred Maiwald

Ein Drittel aller Bienen soll im letzten Winter bundesweit gestorben sein. So lauten die ersten Schätzungen. Doch nicht überall sind die Verluste so stark. Der Imkerverein Frankenstein zum Beispiel konnte das Bienensterben auf zehn Prozent begrenzen – dank guter Vorbeugung.

„Es kommt vor allem auf den Imker an“, sagt Vorstandsmitglied Friedel Daum. Er selbst hatte keine Verluste bei seinen 15 Bienenvölkern. Auch die sieben Völker von Helga Wilkendorf, der zweiten Vereinsvorsitzenden, kamen gesund durch den Winter. Aber sie will das Problem keineswegs verharmlosen: „Ich habe Leute erlebt, bei denen ist alles weg, sechs Völker auf einmal“. Über 30 Prozent Verlust bundesweit, das wäre, wenn sich die Zahlen bestätigen sollten, „extrem viel“.

Mit einer konsequenten und sachgerechten Bekämpfung der Varroa-Milbe lassen sich die Verluste in Grenzen halten, davon ist Friedel Daum überzeugt. Man müsse aber die Anweisungen einschlägiger Broschüren strikt befolgen. Und vor allem den Erfolg des Einsatzes von Ameisensäure kontrollieren. „Das macht Arbeit“, betont der Imker aus Ober-Beerbach, der seit 38 Jahren Bienen hält. Es sei während der Varroa-Bekämpfung unerlässlich, mindestens jeden zweiten Tag zu den Bienen zu gehen und nachzuschauen, wie viele tote Milben es gibt.

Manch einer, der neu in die Bienenzucht einsteigt, unterschätze den Aufwand. Darin sehen Daum und Helga Wilkendorf zumindest einen der Gründe für die ungewöhnlich hohen Verluste bundesweit. Imkern liegt im Trend, das lässt sich auch an den Mitgliederzahlen des örtlichen Vereins ablesen. „Wir haben uns in den vergangenen drei Jahren verdoppelt“, berichtet Helga Wilkendorf.

Tipps von erfahrenen Imkern

Dabei gehöre das Klischee von einem typisch männlichen Hobby allerdings der Vergangenheit an. Viele Frauen mittleren Alters würden sich für die Bienenhaltung interessieren, neuerdings kommen sogar Jungimkerinnen um die 20. Die Berichte über das beunruhigende Massensterben zählen dabei zu den wichtigen Motiven. „Viele möchten etwas dagegen tun und engagieren sich für eine intakte Umwelt.“

Helga Wilkendorf weiß aus eigener Erfahrung, wie viel man als Neueinsteiger von anderen lernen muss. Vor zwei Jahren hat sie mit dem Imkern angefangen, obwohl die Pfungstädterin keinen Garten hat und nicht wusste, wo sie ihre ersten Völker aufstellen sollte. Aber schließlich war ein Standort in Bensheim-Gronau gefunden, der bei einer Streuobstwiese liegt und gut geschützt ist.

Hilfe anzubieten, aber auch einzufordern ist für Friedel Daum eine der wichtigsten Voraussetzungen im Kampf gegen das Bienensterben. Manche Imker scheuten sich, das Problem Milbenbefall gegenüber anderen einzugestehen. Aber diese Scheu sei völlig unangebracht. Allein schon deshalb, weil man es mit lebendigen Tieren zu tun habe, die immer wieder anders reagieren. „Auch ich lerne ständig Neues dazu“, betont schließlich Friedel Daum.

Auf www.imkerverein-frankenstein.de gibt Friedel Daum Tipps, wie man die Bienen gut durchs Jahr bringt. (eda)

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