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Die Erlen müssen weichen

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Fällaktion an August-Zinn-Straße: Von zehn italienischen Erlen in der Georg-August-Zinn-Straße bleiben nur 90 Zentimeter hohe Baumstümpfe.

Ein scharfes Knirschen ist zu hören, dann ein hartes Knacken, bevor eine gigantische Greifzange in Groß-Umstadt den Stamm mit der noch unbelaubten Baumkrone umschließt, ihn anhebt und einige Meter weiter an einem Sammelplatz zu Boden fallen lässt. Von zehn italienischen Erlen in der Georg-August-Zinn-Straße bleiben nur 90 Zentimeter hohe Baumstümpfe. Schlimm sehe das aus, findet ein Passant. „In eine Stadt gehören Bäume. Mir ist nicht klar, was die Aktion soll.“

Georg Brenner (81) erklärt die durchaus zwiegespaltene Haltung der Groß-Umstädter zu „ihren“ Bäumen. Viele Jahre führte er ein Drogeriegeschäft an der Hauptverkehrsstraße, vor dessen Schaufenster eine der italienischen Erlen gepflanzt wurde. „Das ist etwa 30 Jahre her“, sagt Georg Brenner. Fest steht: Viele Anwohner der Georg-August-Zinn-Straße hielten die Baumart von Anfang an für ungeeignet, und ihre Befürchtungen sollten sich bestätigen.

„Die Erlen wurden auf der südlichen Straßenseite zu nah an die Häuser gepflanzt, von denen sie beschattet wurden“, so Brenner. Den Hausbesitzern und Geschäftsleuten machten die Bäume Arbeit, denn die Stadt habe sie verpflichtet, im Sommer die Früchte, im Herbst das Laub zu beseitigen.

Anni Schevardo (73) vom benachbarten Café Lautz sagt, dass die Wurzeln den Gehsteig angehoben haben. Es bildeten sich Kuhlen, „in denen bei Regen das Wasser stehen bleibt“. Im Rathaus gab’s Beschwerden. Dort hatte man ein weiteres Problem ausgemacht. „Die Bäume stehen auf Gas- und Wasserleitungen“, sagt Bürgermeister Joachim Ruppert (SPD). Noch hätten die Wurzeln die Leitungen nicht beschädigt, doch das Risiko sei groß. (eda)

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