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Erinnerung an Besatzungszeit

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Die Häuser in der St.-Barbara-Siedlung sind begehrt. Sie liegen im Grünen, das Gelände ist nicht zu dicht bebaut. Wenige Monate, nachdem die Häuser in der ehemaligen Siedlung der US-Streitkräfte in Eberstadt zum Verkauf ausgeschrieben wurden, sind so gut wie alle vergeben.

Die Häuser in der St.-Barbara-Siedlung sind begehrt. Sie liegen im Grünen, das Gelände ist nicht zu dicht bebaut. Wenige Monate, nachdem die Häuser in der ehemaligen Siedlung der US-Streitkräfte in Eberstadt zum Verkauf ausgeschrieben wurden, sind so gut wie alle vergeben. "Das ist gut gelaufen", sagt Baudezernent Dieter Wenzel (SPD). Nur das Generalshaus in der südwestlichen Ecke ist noch frei. Zu den bestehenden Häusern sollen noch sieben Neubauten kommen. Für sie und die Altbauten macht der jetzt ausgelegte Bebauungsplan klare Vorgaben: Sie müssen sich exakt in die Siedlung einpassen.

Die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Darmstadt (GVD) hatte das 3,3 Hektar große Areal gekauft und die Vermarktung übernommen. Je nach Grundstücksgröße und Wohnfläche sollten die 32 Doppelhaushälften und vier Einzelhäuser zwischen 260 000 und 550 000 Euro kosten. Am teuersten ist das noch freie Generalshaus mit einer Wohnfläche von 204 Quadratmetern.

Der Bebauungsplan sieht vor, dass der Charakter des kleinen Wohngebiets als Erinnerung an die Nachkriegsjahrzehnte der deutsch-amerikanischen Freundschaft erhalten bleibt. Die Denkmalschützer sehen in dem Wohngebiet ein Zeugnis der Besatzungszeit. 1957 errichtet, ist die Siedlung im Laufe der Jahrzehnte kaum verändert worden.

Welches Geschäft die GVD mit dem Verkauf der Häuser gemacht hat, will Wenzel nicht sagen. Entgegen Befürchtungen von Kritikern muss die Stadt als Mehrheitsgesellschafterin bei der Vermarktung des ersten von den Amerikanern geräumten Wohngebiets in Darmstadt nicht drauflegen. Einen großen Gewinn hat die Entwicklungsgesellschaft aber auch nicht gemacht. "Das war auch nicht Ziel", sagt Wenzel. "Wir wollten von Beginn an keine Gewinnmaximierung." Die Preise sollten für Familien erschwinglich sein und die Rechnung scheint aufgegangen zu sein: Die Käufer kommen laut Wenzel vor allem aus diesem Interessentenkreis. (rf)

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