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Erinnerung an August Metz

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Auf dem Johannesplatz wird eine Gedenktafel für August Metz enthüllt. Metz war Landtags- und Reichstagsabgeordneter und Teilnehmer an der Revolution 1848/49. Seine Büste wurde von den Nazis vor Kriegsbeginn eingeschmolzen.

Eine Gedenktafel für August Metz, die an den liberalen Politiker und an dessen in der NS-Zeit entfernte Büste auf dem Darmstädter Johannesplatz erinnern soll, wird am 9. April eingeweiht. Metz war Landtags- und Reichstagsabgeordneter und Teilnehmer an der Revolution 1848/49. Vor zwei Jahren hatte das Darmstädter Stadtparlament einstimmig beschlossen, mit einer Gedenktafel an Metz zu erinnern.

Die Nazis hatten die Büste noch vor Kriegsbeginn eingeschmolzen, um das Material für ein anderes Werk („Der deutsche Gruß“) zu verwenden. Die NS-Machthaber störte, dass Metz ein Liberaler war und dass dessen katholischer Vater aus einer Offenbacher Rabbinerfamilie stammte. August Metz, geboren am 20. April 1818, stammte aus Dreieichenhain. Er ist nicht mit dem aus Leipzig stammenden Franz Wilhelm Metz, dem Mitgründer der Darmstädter Turngemeinde, verwandt.

August Metz studierte Jura in Gießen und wurde dort 1839 verhaftet, weil er Mitglied im Corps Starkenburgia war. Studentenverbindungen waren damals verboten, weil sie für Freiheit, deutsche Einheit und Volkssouveränität eintraten.

1848 wurde Metz Hofgerichtsadvokat in Darmstadt. Politisch war er weiter aktiv und wurde in der Revolution von 1848/49 Vorsitzender des Darmstädter „Märzvereins“. Der Anwalt Metz wurde hessischer Landtagsabgeordneter und arbeitete als Verteidiger in politischen Strafverfahren. Ende 1860 wurde er symbolisch zu einem Tag Gefängnis verurteilt. Er hatte den Eisenacher Aufruf zur Gründung einer „deutschen Nationalpartei“ unterzeichnet.

1862 führte Metz die „Hessische Fortschrittspartei“ im Landtag, die 1866 (erfolglos) versuchte, das Geld für den Krieg gegen Preußen zu verweigern. Nach der Reichsgründung 1871 schloss sich die Fortschrittspartei den Nationalliberalen an, Metz wurde Reichstagsabgeordneter, seine Partei gewann alle hessischen Mandate im Reichstag, in dem nur nach Mehrheitswahlrecht direkt gewählte Abgeordnete saßen. August Metz starb am 23. Februar 1874 in Darmstadt an einem Herzinfarkt. (mawi)

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