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Ergebnis macht nachdenklich

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Bürgerentscheid zum GHS-Erhalt scheitert knapp / BI will am Ball bleiben.

Die Meinungen über den Ausgang der Wahlen zum Bürgerentscheid für den Erhalt der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) am Sonntag mögen bei den Königstädtern unterschiedlich ausfallen. Fest steht jedoch, dass sie in aller Munde sind. 9890 Bürger hatten für, 1447 gegen den Erhalt gestimmt. Letztlich fehlten den Befürwortern nur etwas mehr als 1000 Stimmen. Die Schulleiterin der GHS, Sabine Dorweiler-Wegert zeigte sich beeindruckt vom Ausgang der Wahlen, und dass so viele Menschen für die Schule auf die Straße und wählen gegangen seien.

„Ganz schlecht!“ ruft der elfjährige Nils, als er nach dem Ausgang dem Wahlergebnis befragt wird. Gleich hat sich eine kleine Schülergruppe während der Pause auf dem Schulhof gebildet. Die Jungen sind bestens informiert, wissen von fehlenden Wahlzetteln und ärgern sich darüber, dass die Eltern Humboldtschüler dazu aufgerufen haben, mit Nein zu stimmen.

Gerhard Kustusch, Lehrer an der GHS meint, einige Politiker sollten sich Gedanken darüber machen, ob sie es sich weiter leisten können, über die Köpfe der Bürger hinweg zu regieren, wie sie das bisher schon tun.

Für Mittwochabend lade Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) zu einem Dialog mit Schulleitern, Schulelternbeiräten und Vertretern der BI ein. „Wir sind gespannt, was es da zu hören gibt“, sagt Frank Häußler, ebenfalls Lehrer an der GHS und einer der Motoren der BI. Vorbei sei die Sache jedenfalls noch nicht.

Kritk am Ablauf der Wahl

Häußler beschäftigen nach wie vor die Vorgänge in den Wahlbüros: „So etwas hat es noch nie bei Wahlen in Rüsselsheim gegeben“. Das Wahlamt, habe er durch zuverlässige Quellen erfahren, sei den ganzen Tag nicht erreichbar gewesen. Hinzu kamen fehlende Wahlzettel und in den Tagen zuvor viele Rückmeldungen, dass die Unterlagen für die Briefwahl nicht angekommen seien.

„Die Durchführung der Wahl wirft ein schlechtes Bild auf die Stadt“, sagt Häußler und fragt: „Was ist wichtiger? Der Wille der Bürger oder die Fleißarbeit, einen veränderten Schulentwicklungsplan aufzustellen?“

An das Dreierbündnis aus CDU, Grünen und RFFW richtet er die Frage, ob sie sich weiter als Parteien der Bürger sehen und den Bürgerwillen jetzt aufnehmen oder dafür sorgen, dass bei den Kommunalwahlen Protestparteien viele Stimmen bekommen werden.

Auch Thomas Siegenthaler, evangelischer Pfarrer in Königstädten, berichtet, dass es vielerorts nicht genügen Wahlzettel gegeben habe, so dass Bürger weggeschickt werden mussten und nicht klar sei, ob sie später wiedergekommen seien. Die Behauptung des Oberbürgermeisters, das Fehlen von Wahlzetteln habe nur wenige Minuten gedauert, sei falsch.

Wähler hätten bis zu 30 Minuten warten müssen, was auch mit Hilfe der Protokolle der Wahllokale belegt werden könne. Als Bürger fühle er sich, wie viele andere auch, nicht ernst genommen. Es sei ärgerlich, wenn so etwas bagatellisiert werde.

Renate Bierreth war Wahlhelferin im Hasengrund und berichtet, die Resonanz sei sehr gering gewesen (430 Wähler). Meist seien es ältere Anwohner gewesen, die die Befürchtung hätten, mit Schließung der GHS und dem Ausbau der jetzigen Friedrich-Ebert-Schule werde es sehr laut werden. Die Wahlhelferin aus Königstädten meint, die Politik werde das Wahlergebnis angesichts der knapp zehntausend Stimmen für den Erhalt nicht einfach unter den Teppich kehren können.

Ein 32-jähriger Königstädter gab der Hoffnung Ausdruck, dass all die Dinge, die im Verlauf der Wahl falsch gelaufen sind noch einmal von der BI pro GHS hinterfragt und nicht einfach so hingenommen werden. „Jetzt heißt es am Ball bleiben.“ (eda)

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