DA-ICE_141020
+
Von 2030 an sollen nach den Planzungn der Deutschen Bahn auch Schnellzüge aus Mailand, Marseille und Barcelona in Darmstadt halten.

Darmstadt

Entscheidung zu ICE-Trasse Frankfurt-Mannheim naht

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
    schließen

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) formuliert zentrale Forderungen an die Deutsche Bahn fr das bedeutsame Infrastrukturprojekt für die Region Südhessen.

Ende der nächsten Woche wird sich das Beteiligungsforum zum geplanten Bau der ICE-Neubaustrecke von Frankfurt nach Mannheim zu seiner elften Sitzung in Darmstadt treffen. Während der nichtöffentlichen Tagung wollen Vertreter der Netzgesellschaft der Deutschen Bahn (DB) bekanntgeben, wie die Stadt Darmstadt künftig an die geplante Neubautrasse angebunden werden soll.

Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Jochen Partsch (Grüne) hat nun in einer Mitteilung die ICE-Anbindung Darmstadts als „wichtigste Weichenstellung zur Infrastruktur Südhessens“ bezeichnet und als Reaktion auf Proteste von Bürgerinitiativen auch zentrale Forderungen an die Bahn formuliert.

Vom Bau der Schnellbahntrasse Frankfurt–Mannheim verspricht sich Partsch „wesentliche Impulse für die Prosperität des Standorts Südhessen“. Unstrittig sei inzwischen die von der Stadt stets geforderte Anbindung des Darmstädter Hauptbahnhofs an die Neubaustrecke. Bis vor einem Jahr habe es zur Anbindung des Hauptbahnhofs seitens der Bahn noch keine Zusage gegeben, erinnert Partsch.

In den Plänen für den sogenannten „Deutschlandtakt“, der von der Bahn im Jahr 2030 realisiert sein soll, sei der Darmstädter Hauptbahnhof als regionaler ICE-Knoten mit stündlich haltenden Zügen in jede Richtung vorgesehen. So ist geplant, dass künftig auch Schnellzüge aus Mailand, Marseille und Barcelona in Darmstadt halten werden.

Für die Stadt fordert Partsch, frei werdende Kapazitäten auf den Bestandsstrecken für ein deutlich verbessertes Nahverkehrsangebot zu nutzen und mehr Lärmschutz für Darmstadt und die Orte an der Bergstraße zu erreichen. So sollte der Güterzugverkehr auch nachts auf die Neubaustrecke verlegt werden.

Die DB Netz AG muss nun festlegen, nach welcher Variante das südlich aus dem Hauptbahnhof führende ICE-Gleis mit der Neubaustrecke verknüpft werden soll.

Die Stadt fordert eine weitestgehende Führung der Trasse im Tunnel, eine „maximale Schonung des Westwalds“, also ohne möglichst Waldstücke durch die künftige Bahntrasse zu zerschneiden, einen maximalen Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Schallbeeinträchtigung, eine maximale Entlastung der bestehenden Main-Neckar-Bahn vom Güterverkehr und eine möglichst schonende Abwicklung des Baugeschehens mit geringstmöglicher Belastung der Anwohner und Anwohnerinnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare