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Entscheidung über Wald am Langener See

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Kies und Sand werden bereits seit 1927 abgebaut.
Kies und Sand werden bereits seit 1927 abgebaut. © Schmidt

Der Wald am Langener Waldsee ist jetzt offiziell wieder ein Wald. Erster Stadtrat Urhahn sieht darin einen Etappensieg im Kampf gegen den erweiterten Kiesabbau.

Die Stadt Mörfelden-Walldorf sieht bei ihrem Kampf gegen die Erweiterung des Kiesabbaus am Langener Waldsee durch die Firma Sehring Sand & Kies GmbH & Co. KG einen weiteren Etappensieg. „Der Wald ist jetzt offiziell wieder ein Wald. Somit fehlt die Planungsgrundlage für den Kiesabbau und die Rodung der Bäume. Wir setzen alle Hoffnung daran, dass die Erweiterung des Langener Waldsees doch noch gestoppt werden kann“, erklärt Erster Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn (Grüne).

Hintergrund für seinen Optimismus ist, dass der geänderte Regionalplan Südhessen/Regionaler Flächennutzungsplan nun offiziell in Kraft getreten ist. Die rund 83 Hektar, die in dem Planwerk vormals als Flächen für den Kiesabbau ausgewiesen waren, sind nun wieder als Wald deklariert. Das Regierungspräsidium (RP) hatte die Ausbaugenehmigung aber schon erteilt, bevor der geänderte Plan in Kraft trat.

Regionalplan in Kraft

Nach Ansicht Franz-Rudolf Urhahns ist das Planfeststellungsverfahren für die vorgesehene Erweiterung des Quarzsand- und -kiestagebaus am Langener Waldsee durch die Firma Sehring nun nicht weiter genehmigungsfähig. Denn mit der Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans seien die planerischen Grundlagen des Verfahrens nicht mehr gegeben.

Die Stadt Mörfelden-Walldorf hat bereits 2012 eine Normenkontrollklage gegen den Kiesabbau erhoben. Derzeit läuft noch ein Klageverfahren des Landesverbands des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen den Planfeststellungsbeschluss. Auch hier wird infrage gestellt, ob die Erweiterung rechtmäßig ist. „Der Ausgang der Klage sollte auf jeden Fall abgewartet werden, bevor noch weitere Bäume gerodet werden. Wir waren immer der Ansicht, dass der bestehende Planfeststellungsbeschluss zum weiteren Abbau nicht rechtssicher ist, wie von der Firma Sehring angenommen. Wir hoffen, dass die Gerichte dies nun bestätigen und der Kiesabbau gestoppt wird.“

Als ersten Etappensieg wertet Urhahn, dass das RP dem Unternehmen im August 2013 nur einer Erweiterungsfläche von 63,7 statt der beantragten 82,7 Hektar zugestanden hatte. (mz)

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