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Hier sollen schon bald Tagungen und Kongresse stattfinden.

Darmstadt

Endspurt im Darmstadtium

In drei Monaten soll auch der letzte Raum des Kongresszentrums nutzbar sein.

Er ist der 26. Raum im nach einem Element des Periodensystems benannten Kongresszentrum Darmstadtium. Was lag da näher, als dem kleinen Saal den Namen des 26. Elements zu geben: Ferrum, Eisen. So ist nun auch die offizielle Bezeichnung des letzten noch ungenutzten Raums im Darmstadtium. Noch ist er eine Baustelle, in drei Monaten soll es dort die erste Tagung geben.

Jahrelang war der markante raum, der wie ein Keil an der Front zur Alexanderstraße hervorragt, ungenutzt. Bis 2011 wussten viele gar nicht, dass er existiert. Künftig soll er dazu dienen, die Wirtschaftlichkeit des Kongresszentrums zu verbessern. Doch zunächst wird kräftig investiert. Rund 3,7 Millionen Euro kostet es, einem Rohbau in einen Kongresssaal umzuwandeln.

Ein Teil der Arbeiten wurde schon vergangenes Jahr erledigt. Für die Ausstellung „Georg Büchner – Revolutionär mit Feder und Skalpell“ war bereits ein Großteil der Technik vonnöten. Elektrik, Belüftung. Anderes, wie die Beleuchtung kommt jetzt dazu. Ebenso Bild- und Tontechnik.

Platz findet die aufwendige Infrastruktur zwischen Beton- und abgehängter Decke. Auch die drei Technikräume mussten dort eingebaut werden. Das Darmstadtium-Dach war für sie nicht der richtige Standort. „Der Denkmalschutz hat Nein gesagt“, sagt Darmstadtium-Geschäftsführer Lars Wöhler. Unter der Decke bleibt ein zwei Meter hoher Zwischenraum für die Schaltzentralen und eine kaum zu beziffernde Anzahl an Kabeln.

Durch dicke Rohre gezogen bilden sie ein riesiges Netzwerk zwischen Hunderten von Streben. Diese halten in gut sechs Meter Höhe die Zwischendecke. Denn die Decke des Saals „Ferrum“ wird, wie viele andere im Kongresszentrum nicht einfach waagerecht verlaufen. Sie hat einige Schrägen. Dicht darunter installieren Arbeiter in diesen Tagen die Beleuchtung. Sie stehen auf einer eigens errichten Plattform aus großen Holzplatten – eine von Gerüsten und Trägern gestützte Arbeitsebene. Die Größe des Saals ist deshalb derzeit allenfalls zu erahnen.

Sichtbar aber ist, dass noch einiges fehlt. Die 284 fest installierten Sitze zum Beispiel, die in elf ansteigenden Reihen dem Raum einen Hörsaalcharakter geben. Auch die Bühne an der Stirnseite fehlt noch. „Bis zum 24. November muss alles fertig sein“, sagt Geschäftsführer Wöhler. Für den Termin gibt es bereits die erste Buchung für Ferrum.

Kapazität von 400 Sitzen

Mit jährlich rund 100 Tagungen im kleinen Saal kalkuliert Wöhler. Laut Finanzplan müssen dort 169 000 Euro erwirtschaftet werden, um Zins und Tilgung des für den Ausbau notwendigen Darlehens bezahlen zu können. Denn neben dem Eigenkapital von 1,7 Millionen Euro muss die Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH (WKZ) einen Kredit über zwei Millionen Euro aufnehmen.

Der Geschäftsführer ist sicher, dass die Rechnung aufgeht. Denn der Saal „Ferrum“ mit einer Platzkapazität von knapp 400 Sitzen soll eine Lücke im Raumangebot schließen. Bislang gibt es für Veranstaltungen mit 400 Teilnehmern nur den Saal „Spectrum“ mit rund 1700 Plätzen. Das bedeutet, dass eine große und eine mittelgroße Tagung nicht parallel möglich waren. Mit ein Grund dafür, dass im Jahr rund 200 Veranstaltungen abgesagt werden mussten. „Ferrum“ soll künftig zum Umsatzbringer werden. rf

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