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Endlich eine Heimat

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Die Skater haben auf 700 Quadratmetern im Bürgerpark ihren Platz gefunden.

Mit den Curbs - so heißen die Betonelemente für Skater im Fachjargon - auf dem neuen Platz im Bürgerpark sind die Jungs mehr als zufrieden. "Das einzige, was jetzt noch fehlt, ist ein Wasserspender", sagt Pablo, nass geschwitzt, 14 Jahre alt und leidenschaftlicher Skater.

Auch er ist am Samstag bei der offiziellen Eröffnung der Skateplaza zwischen Berufsschulzentrum und Bert-Brecht-Schule dabei, die von den Skatern schon vor ein paar Wochen in Besitz genommen wurde. Gnadenlos brennt am Wochenende die Sonne auf die betonierte Fläche, was die Skater nicht davon abhält, stundenlang an ihren Tricks zu feilen.

Die Szene wächst stetig

Sie grinden, sliden, schwitzen und sind, wie Eric sagt, "total glücklich, dass wir endlich eine Stelle haben, an der wir ungestört skaten können". Die Leidenschaft fürs Skaten teilt er mit einigen hundert Darmstädtern, die den Sport mehr und mehr für sich entdecken. "Die Szene wächst stetig", sagen Ruben Löbbert und Hans Fink von der Kacki Crew. Sie müssen es wissen, denn seit rund zehn Jahren geben sie dem losen Verbund von Skatern, die nicht wie andere Sportler im Verein organisiert sind, eine Stimme.

Sie waren es auch, die die Idee für die Skateplaza entwickelt und beharrlich verfolgt haben. Hintergrund einer eigenen Anlage war die Tatsache, dass sich die Skater an keiner Stelle der Stadt so richtig zu Hause fühlen konnten. Ganz gleich, ob hinter der Stadtmauer, am Staatstheater oder am Darmstadtium - nirgends hatten sie ein eigenes Revier. Diese Zeit ist nun vorbei. In den Köpfen der Planer spukte die Idee einer eigenen Skateplaza schon deutlich länger herum. Ein in die Stadt integrierter Skatepark schwebte ihnen vor, der für jedermann zugänglich ist.

Als die Kacki Crew dem Jugenddezernenten vor etwa einem Jahr ihre Probleme schilderte und die Ideen einer Skateplaza vorstellte, war Jochen Partsch (Grüne) schnell überzeugt. Doch woher sollte das Geld kommen? Die zuständigen Dezernate und Ämter wurden aktiv, und die Finanzmittel tatsächlich aus Mitteln des Sonderinvestitionsprogramms des Landes zur Verfügung gestellt. 210 000 Euro standen schließlich für den Bau einer "super Anlage" bereit, so Baudezernent Dieter Wenzel (SPD), der auch bei der Eröffnung dabei war.

"Das ist ein echt bewegender Tag, endlich hat die Szene einen Treffpunkt", sagt Hans und schaut den Skatern zu, die nach und nach die Anlage bevölkern.

Betrieb bis in die Nacht

"Dass alles in so kurzer Zeit geklappt hat, war einfach riesiges Glück", stellt Ruben fest. Die beiden Skater loben die Zusammenarbeit mit der Stadt, deren Vertreter sie "vom ersten Tag an in die Planung integriert haben", sagt Hans. So haben sie auch Hand angelegt und den 700 Quadratmeter großen Platz mitentwickelt. Wenn sie sich noch etwas wünschen könnten, würden sie sich über ein paar Bänke, Abfalleimer und einen Stromanschluss freuen. "Dann könnten wir auch abends filmen", sagt Hans. Betrieb ist auf der Anlage nämlich von frühmorgens bis in die Nacht hinein. "Ich bin täglich hier", sagt David, 22 Jahre alt. Er wohnt im Martinsviertel und ist über die neue Anlage einfach nur "super glücklich". (an)

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