1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Das Ende der Großprojekte

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Oberbürgermeister Walter Hoffmann.
Oberbürgermeister Walter Hoffmann. © Karl-Heinz Bärtl

Die SPD verabschiedet ihr Wahlprogramm und will Menschen in den Mittelpunkt rücken. Für den Fall seiner Wiederwahl kündigt OB Hoffmann eigene Akzente an. So will er sich um den Zuschlag für ein von der Landesregierung geplantes Haus der Informationstechnologie bemühen.

Darmstadts SPD macht es ungewöhnlich kurz: Zwei Stunden, nachdem der Parteitag am Mittwochabend begonnen hat, stimmen alle 86 Delegierten dem Wahlprogramm samt aller Änderungsanträge zu. Und da auch Oberbürgermeister Walter Hoffmann („Ich brauche eure Unterstützung“) und Parteichef Hanno Benz sich Mühe geben, Querelen um die Nominierung des Oberbürgermeisters für eine zweite Amtszeit vergessen zu lassen, sehen sich die Sozialdemokraten für die Wahlen am 27. März 2011 gut gerüstet.

Benz sagt, bei der Erarbeitung des Programms sei die SPD neue Wege gegangen, habe auch einen Großteil der Anregungen von außen berücksichtigt – vorgetragen bei einem Bürgerparteitag und zwei Fachforen zu Sport und Bildungspolitik. „Ohne uns keine soziale Gerechtigkeit, keine Chancengleichheit und keine familienfreundliche Stadt“, postuliert der Parteichef.

Hoffmann tritt der Meinung entgegen, 60 Jahre SPD-Regierung und 60 Jahre Oberbürgermeister seien genug: „Warum? Es war doch eine gute Zeit.“ In Städtevergleichen werde Darmstadts guter Ruf immer wieder bestätigt. „Das sollten wir nicht kleinreden lassen, sondern selbstbewusst nach außen tragen.“

Familie und Bildung

Darmstadt sei zukunftsorientiert aufgestellt, die Wirtschaft stehe auf einem soliden Fundament. Man lebe in einer Stadt der Künste und Kultur. Für den Fall seiner Wiederwahl kündigt Hoffmann neben dem Wahlprogramm eigene Akzente an. Er wolle dafür kämpfen, dass Darmstadt den Zuschlag für ein von der Landesregierung geplantes Haus der Informationstechnologie bekomme. „Wir müssen da mitmachen – in Kooperation mit der TU und Forschungsinstituten“, ruft er.

Als weiteren Punkt nennt Hoffmann die Markthalle. Nachdem sie mittlerweile halb leer steht, gebe es die Chance, „dass da endlich etwas Schönes reinkommt“. Allerdings hat die Stadt bei dem Gebäude in privater Hand kaum Einflussmöglichkeiten.

Michael Siebel, auf Platz eins der Kommunalwahlliste, hat das Programm aus vielen Einzelbeiträgen zusammengestellt. Nicht mehr Großprojekte, sondern der Mensch stehe im Mittelpunkt. Als Ziele nennt er unter anderem eine Quote von 40 Prozent bei der Versorgung mit Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren, eine barrierefreie Stadt, Sportförderung für Ältere, eine Ausweitung der Grünflächen um 20 Prozent, eine sozialdemokratisch geprägte Bildungspolitik mit flexiblen Eingangsstufen in allen Grundschulen und mehr integrativen Gesamtschulen sowie ein interkulturelles Seniorenheim. (ryp)

Auch interessant

Kommentare