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Ende einer Ära nach 133 Jahren

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In Bessungen schließt die Druckerei Bender

Die Bessunger Druckerei Bender und das dazu gehörige Lädchen haben gestern ihren letzten Tag erlebt. Karl-Friedrich Bender (68), der den 1882 gegründeten Familienbetrieb in fünfter Generation führte, hat beides verkauft und setzt sich zur Ruhe.

Von der Druckerei gegenüber dem Westeingang der Orangerie dürften die meisten Bessunger nicht viel mitbekommen haben. Die Betriebsräume liegen „hintenraus“, wie man so schön sagt. Doch das Lädchen in der Bessunger Straße kennt fast jeder. Schulkinder kauften hier Hefte, Füller und andere Schulsachen. Erwachsene deckten sich mit Zeitungen und Zeitschriften ein, vielleicht, um sie zum Sonnenbad in der Orangerie mitzunehmen.

Auch gestern war wieder Mordsbetrieb in dem engen Geschäft. Aber gekauft wurde wenig: Dafür mehr geplaudert – zum Beispiel über alte Zeiten. Immer wieder musste Karl-Friedrich Bender mit Stammkunden anstoßen. Es war ein trauriger Anlass, Wehmut lag in der Luft – letzter Tag einer 133 Jahre währenden Ära.

Am 20. November 1882 hatte Karl-Friedrich Bender, aus Oberhessen zugewanderter Vorfahre des jetzigen Inhabers, in der Niederstraße die Druckerei gegründet, von Anfang an verbunden mit einem Schulbuchhandel. 1906 zog der Betrieb um in die Bessunger Straße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die wiederaufgebaute Druckerei modernisiert. Doch das Druckereigeschäft ließ in den vergangenen Jahren immer mehr nach, beklagt Bender, der den Betrieb 1978 übernommen hatte. Da sich abzeichnete, dass sich im Familienkreis kein Nachfolger finden würde, habe es auch keinen Sinn gemacht, in den Betrieb zu investieren. Auch im Lädchen sei es immer schwerer geworden, Geld zu verdienen. Kurzum: Druckerei und Laden sind verkauft. Über die Absichten des Käufers will Bender nichts sagen. Nur soviel: Einen Laden wird es nicht mehr geben. (ryp)

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