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Das erste elektrisch betriebene Taxi fährt jetzt durch Darmstadt.

Elektromobilität

Mit dem Elektro-Taxi durch Darmstadt

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Ein Taxi-Unternehmer investiert mehr als 100 000 Euro in ein neues Elektro-Fahrzeug. Leistungsstarke Ladesäulen sucht er in Darmstadt vergebens.

Da kamen etliche Passanten und Taxifahrer ins Staunen, als am Montagvormittag das Unternehmerpaar Annette und Thomas Krämer seinen neuen cremefarbenen Tesla auf dem Luisenplatz vor dem Eingang des Kollegiengebäudes abstellte. Auf der Motorhaube und den Seitentüren des Elektro-Oberklassewagens ist neben dem Namen und der Telefonnummer des Taxi-Unternehmens auch ein langes grünes Kabel mit einem Stecker aufgedruckt worden.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und auch Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) ließen es sich nicht nehmen, sich das erste rein elektrisch betriebene Taxi in Darmstadt anzuschauen. Die in Groß-Bieberau lebenden Eheleute Krämer, die mit ihrem Unternehmen auch in Darmstadt ansässig sind, haben im Zuge eines Fahrzeugaustauschs einen mehr als 100 000 Euro teuren Tesla Model S 100 zum Taxi umrüsten lassen, der nun auch in Darmstadt unterwegs ist.

Partsch, der nach der Präsentation mit dem E-Taxi vom Luisenplatz zu einem Termin in den Stadtteil Kranichstein chauffiert wurde, sagte, neben der Schaffung weiterer Wohnungen sei eine umweltverträgliche und nachhaltige Mobilität „das zweite große Zukunftsthema in urbanen Räumen wie Darmstadt“.

Außer dem Ausbau von Radwegen und des elektrisch betriebenen öffentlichen Personennahverkehrs spielten in diesem Zusammenhang auch von privaten Unternehmen betriebene Fahrzeuge im Personentransport eine wichtige Rolle beim Ausbau der E-Mobilität. Das Unternehmerpaar habe „die Zeichen der Zeit erkannt“. Er hoffe, dass die Initiative auch andere Anbieter zu einer schrittweisen Umrüstung ihrer Fahrzeugflotte auf elektrisch betriebene Fahrzeuge animiere. In Zusammenarbeit mit den Darmstädter Stadtwirtschaftsunternehmen strebe die Stadt an, die Infrastruktur für Elektromobilität weiter auszubauen und zu verbessern.

Taxiunternehmer Thomas Krämer betonte, dass in der Stadt durchaus Verbesserungsbedarf bestehe. Er wies Partsch und Reißer darauf hin, dass es in der Stadt keine leistungsstarken Ladesäulen gebe, um die Batterie des Wagens schnell aufladen zu können. Mit einer Batterieladung kann der Tesla rund 500 Kilometer weit fahren. Weitere Strecken legt Krämer täglich mit dem Taxi ohnehin nicht zurück. Wenn er allerdings das mehr als 400 PS starke Gefährt stark beschleunigt, sinkt die Batterieleistung rapide.

Oberbürgermeister Partsch sicherte Krämer in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des Versorgungsunternehmens Entega zu, mit dem dortigen Management über mögliche Verbesserungen zu sprechen.

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