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Einsatz mit Stern und Krone

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Die Sternsinger bereiten sich auf ihren Einsatz vor.
Die Sternsinger bereiten sich auf ihren Einsatz vor. © Dagmar Mendel

80 Weiterstädter Kinder und Jugendliche sammeln als Sternsinger Spenden für den Senegal.

Für rund 80 Weiterstädter Kinder und Jugendliche sind die Weihnachtsferien eigentlich bereits zu Ende. Zwar haben auch sie noch bis zum kommenden Samstag keine Schule, aber sie sind bis dahin als Sternsinger in der katholischen Pfarrgemeinde Weiterstadt unterwegs. Einer von ihnen ist Hajo Sedlatschek, der gemeinsam mit seiner Schwester Constanze (10) in einer der Gruppen von Haus zu Haus zieht. Oft werden sie in die Wohnungen hineingebeten und dürfen als heilige drei Könige für ein Foto vor dem Weihnachtsbaum posieren, erzählt der 14-Jährige.

Mit einem Aussendungsgottesdienst am 1. Januar hat die Sternsingerzeit begonnen. Wie schon in den Jahren zuvor gibt es ein festes Motto und ein Land, für das gesammelt wird. Unter dem Motto "Kinder finden neue Wege" gehen die Spenden in den Senegal.

Von Haus zu Haus

Diakon Eberhard Utz koordiniert die Weiterstädter Sternsingeraktion seit 2006. Früher sei man nur zu den Bürgern gegangen, die sich in eine Liste eingetragen hatten, erinnert er sich. "Heute gehen wir zusätzlich von Haus zu Haus." Die Kinder und Jugendlichen sind zwischen neun und 14 Jahre alt. Jede der 20 bis 25 Gruppen habe einen Stadtplan mit ihrem Bezirk. Seit fünf Jahren gehe man auch mit allen Sternsingen und der Blaskapelle der SG Weiterstadt zum Möbelhaus Segmüller. 2009 habe man dort innerhalb von drei Stunden 800 Euro gesammelt. "Vom Loop 5 haben wir noch keine Rückmeldung", sagt der Dekan, der in dem neuen Einkaufszentrum auf eine weitere Auftrittsmöglichkeit hofft.

Organisiert wird die bundesweite Sternsingeraktion vom Kindermissionswerk und vom Bund der katholischen Jugend, inzwischen ist es die 52. Aktion in Deutschland.

Ihren biblischen Ursprung haben die Sternsinger im Matthäus-Evangelium. Hier wird von Sterndeutern berichtet, die dem neugeborenen Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe schenkten. Dass es Könige sind, wurde aus dem 72. Psalm und dem Buch Jesaja abgeleitet.

Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar entwickelten sich erst im achten Jahrhundert (bei syrischen, armenischen und äthiopischen Christen haben die Könige andere Namen). Weitere 800 Jahre später gab es die ersten Sternsinger. Mit geweihter Kreise schreiben die jungen Christen einen Segen über die Tür.

Wie häufig wenn gesammelt wird, schafft es nicht jeder mit einem einfach "Nein, ich will nicht" nichts zu spenden, in der Regel komme eine Begründung: "Wir sind evangelisch, hört man recht oft", sagt Utz. Oder man habe mit Glauben nichts am Hut. "Dabei hat das mit Glauben oder Konfession gar nichts zu tun", meint der Diakon. "Wir wollen ja auch ein schönes neues Jahr wünschen."

Zehn Cent bis 100 Euro

Manche erzählten den Sternsingern aus ihrem Leben, es komme auch vor, dass man Kuchen oder Süßigkeiten bekomme, berichtet Petar Balek (14) der mit seinem Bruder Aleksander (9) dabei ist. Die Spenden gehen von zehn Cent bis 100 Euro, was das beachtliche Spendenvolumen erklärt. 2009 sammelten die Weiterstädter Sternsinger 15 249 Euro für Kolumbien, bundesweit kamen beim damaligen Dreikönigssingen in über 12 000 Gemeinden 39,6 Millionen Euro zusammen.

Am 10. Januar endet die Aktion mit einem Gottesdienst. Dieses Jahr ist es für die Pfarrgemeinde etwas Besonderes, denn die gemeinsame Messe des Dekanats Darmstadt, zu dem auch Griesheim, Messel, Nieder-Ramstadt, Ober-Modau, Ober-Ramstadt, Pfungstadt, Roßdorf und Seeheim-Jugenheim gehören, wird in Weiterstadt gefeiert. (mawi)

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