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Aus eins mach´ drei

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Mit Konzentration  die Schokoladenscheibe abgetrennt.
Mit Konzentration die Schokoladenscheibe abgetrennt. © Roman Grösser

Die Schokolade vom Keks trennen - das war die Aufgabe. Studenten des Fachbereichs Elektro- und Informationstechnik an der TU Darmstadt haben dafür Maschinen entwickelt.

Die Schokolade vom Keks trennen - das war die Aufgabe der Studenten des Fachbereichs Elektro- und Informationstechnik an der TU Darmstadt. Ein Semester lang haben sie im Projektseminar Praktische Entwicklungsmethodik Maschinen zur Trennung von Doppelkeksen entwickelt.

Zwölf Wochen lang wurden verschiedene Möglichkeiten getestet, wie der Doppelkeks getrennt werden kann, so dass er am Ende auch noch essbar ist. Die Kekse wurden in die Mikrowelle gelegt, auf einer Herdplatte erhitzt und mit einem heißen Draht getrennt. Doch die Trennzeit dauerte zu lange, sodass das Erhitzen schnell als Idee verworfen wurde.

Ob durch Rotation, Klingen oder Drähte - die Studenten entwickelten in drei Gruppen unterschiedliche Modelle, die in einem Wettbewerb auf ihre Tauglichkeit getestet werden. Eine Jury bewertet Schnelligkeit und Aussehen der Einzelteile nach der Trennung sowie das Design der Maschine.

Praxisprojekt im Uni-Alltag

Leise arbeitet der EMKookie Cruncher. Die zwei Klingen, die den Keks trennen, verschwinden hinter einem weißen Gehäuse. Eine flexible Wand sorgt dafür, dass die Messer trotz unterschiedlicher Schokoladendicke richtig trennen. Von "Kekstoleranzen" sprechen die Studenten, denn Versuche haben ergeben, dass die Dicke der Schokoladencreme zwischen 2,3 und 3,7 Millimeter variiert.

Beim EMKrümmelmonster wird der Keks auf zwei Klingen aufgesetzt. Ein Schieber fährt nach unten und drückt den Keks durch das Messer. Dadurch wird der Doppelkeks wie gewünscht in zwei Keksplatten und die Schokoladencreme-Scheibe zerteilt.

Etwas laut sei das Gerät, warnt Andreas Schütze bei der Präsentation des Krümmelmonsters. Doch das Ergebnis ist zufriedenstellend. Schokolade und Keks werden getrennt, auch wenn die Plätzchen nicht bei allen Versuchen ganz bleiben.

Mit zwei parallel verlaufenden Nylonfäden arbeitet die EMKlappe. Der Keks liegt in einer U-förmigen Vertiefung, die Fäden fahren auf Knopfdruck an der Führungsschiene entlang. In der Vorführung funktioniert das System nicht so, wie es sich die Studenten vorgestellt haben. Die Schokocreme bleibt an einer Hälfte kleben oder der Keks zerbricht. Im warmen Vorlesungssaal hafte die Schokolade weniger.

Die Studenten sollen von der Idee bis zur Ausführung an einem konkreten Projekt arbeiten, sagt Professor Helmut Schlaak. Seminarleiter Matthias Staab ergänzt: "Die Studenten sehen bei dieser Arbeit, welche Fehler sie machen können." Zu Beginn seien viele von ihnen noch recht skeptisch gewesen, da sie so ein Projekt aus dem Unialltag bisher noch nicht kennen würden. (jule)

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