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Wer einmal hier wohnt, will nicht wieder weg

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Die Darmstädter sind zufrieden mit ihrer Stadt - vor allem mit dem eigenen Viertel identifiziert sich ein überwältigender Teil der Befragten. Eine Folge: Grade junge Familien zieht es nicht mehr so häufig ins Umland.

Darmstadt wächst. Und die Einwohner sind zufrieden mit ihrer Stadt. Rekordverdächtige 142.108 sind es derzeit. „Darmstadt ist Zuzugsstadt“, sagt Michael Kolmer, Leiter des Amts für Wirtschaft und Stadtentwicklung. Entgegen dem Trend anderer Großstädte, aus denen es die Leute eher aufs Land zieht.

Aber was lockt Landkreisbewohner in die City, und was hält eingefleischte Darmstädter in ihrem Viertel? Mit einer Bürgerbefragung wollte die Stadt im Oktober 2009 dem Geheimnis auf den Grund gehen. Schon im April, als erste Ergebnisse vorlagen, war klar: Die Darmstädter haben ihrer Stadt ein ausgesprochen gutes Zeugnis ausgestellt. Mehr als 94?Prozent der 3469 Befragten zeigten sich zufrieden (64,3 Prozent) oder gar sehr zufrieden (30,3 Prozent) mit ihrer Stadt. Vor allem die Zahl derer, die ein besonderes Lob erteilen, ist um 5,6 Prozentpunkte gestiegen.

Starke Bindung ans Viertel

Detaillierte Ergebnisse gibt es jetzt zu den Stadtteilen. Die Bewohner in Bessungen (96,8 Prozent), Darmstadt-West (96,6), Eberstadt (96,5) und Kranichstein (95,7) äußerten sich am positivsten. Michael Kolmer sieht darin den Beleg, dass die Menschen sich in starkem Maße mit ihrem Quartier identifizieren. „Sie wollen dort leben und nicht nur schlafen“, sagt er. Wichtig für die Bewohner ist vor allem der gute Kontakt zu den Nachbarn, so ein Ergebnis der Befragung. Und der ist in den Stadtteilen am höchsten, in denen auch die Zufriedenheit groß ist.

Anders in der Innenstadt. Zwar äußern sich 93,7 Prozent zufrieden über ihr Viertel, nachbarschaftliche Kontakte gibt es aber kaum. Als Erklärung nennt Chefstatistiker Günther Bachmann die Bevölkerungsstruktur. In der Stadtmitte gibt es die größte Fluktuation und die meisten Mietwohnungen. Enge Bindungen an Nachbarn entstehen also eher selten.

Die Lebensqualität wird auch von der Infrastruktur bestimmt. Dazu gehören Betreuungs- und Bildungseinrichtungen. Die werden offenbar in Darmstadt geschätzt. Gerade junge Familien zieht es nicht wie früher ins Umland. 60,7 Prozent der Umzugswilligen wollen in Darmstadt bleiben, nur 39,3 Prozent die Stadt verlassen.

Ein Grund sind die Kosten für die im Umland in stärkerem Maße geforderte Mobilität. Hinzu kommt, so interpretiert Bachmann das Ergebnis der Umfrage, dass in den vergangenen Jahren im Ernst-Ludwig-Park, dem Blütenviertel in Arheilgen und am Wolfhartweg in Eberstadt vergleichsweise günstige Wohnungen entstanden sind.

Noch eins zeigt die Befragung: Wer erst einmal in Darmstadt wohnt, bleibt der Stadt treu. 58,4 Prozent der Einwohner leben seit mehr als 20 Jahren hier. ( rf)

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