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Eingeklemmt in losfahrender Bahn

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Ein älterer Mann wird zwischen den Türen einer losfahrenden Bahn in Darmstadt eingeklemmt. Er bleibt unverletzt, doch die Fahrgäste sind empört über das Verhalten des Fahrers.

Lisa Schwerber ist noch immer geschockt. Ein „haarsträubendes Erlebnis“ sei es gewesen, was sie vor zwei Wochen in einer Straßenbahn habe durchmachen müssen, erzählt die 30 Jahre alte Pädagogin. Als sie gegen 12 Uhr am Hauptbahnhof in die Straßenbahn 3 stieg, beobachtete sie, wie ein alter Herr, wohl über 80 Jahre alt, mit Krückstock auf die Bahn zuhumpelte. „Als er die Tür erreicht, schließt diese gerade. Fahrgäste drücken auf die Öffnungsknöpfe, der alte Herr hält seine Hand in die Tür in der Hoffnung, sie schließe dann nicht.“ Doch seine Hand wurde zwischen den Türen eingeklemmt, seine Finger befanden sich in der Bahn, und diese fuhr los.

„Alle Fahrgäste waren perplex, der alte Mann bekam seine Hand nicht aus den Türen“, schildert die Beobachterin weiter. Draußen schrie der Mann verzweifelt. Auch Fahrgäste riefen Richtung Fahrer und wurden schließlich erhört: Der Bahnfahrer bremst ab, der alte Mann, der mittlerweile schon im Dauerlauf gewesen sei, kann endlich seine Hand befreien.

Aussage gegen Aussage

Die Reaktion des Fahrers empörte die junge Darmstädterin aber nicht minder: „Er schaut in den Rückspiegel, schüttelt dann den Kopf, als wäre es die Schuld des alten Mannes, und fährt weiter.“ Nun steht jedoch „Aussage gegen Aussage“, wie Heag-Mobilo-Sprecherin Silke Rautenberg auf Anfrage mitteilt. Der in Frage kommende Fahrer habe erklärt, ein solches Geschehen habe es bei ihm nicht gegeben, berichtet sie. Derzeit werde geprüft, ob es auch ein anderer Fahrer gewesen sein könnte.

Generell aber weist Rautenberg darauf hin, dass so etwas eigentlich gar nicht passieren dürfte: Denn normalerweise öffneten sich die Türen wieder, wenn sie beim Schließen einen Widerstand spüren. Allerdings gebe es eine Ausnahme: Wenn jemand extrem dünne Arme habe, könne es vorkommen, dass der Mechanismus nicht greife. Daher empfiehlt die Heag-Mobilo-Sprecherin, möglichst vorne einzusteigen, weil der Fahrer dort bessere Einsicht habe.

Ansonsten rät Rautenberg, in brenzligen Fällen die Notbremse zu ziehen. In der Situation sei sie darauf aber nicht gekommen, stellt Lisa Schwerber fest. (aw.)

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