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Die nördliche Stützmauer (r.) könnte abgerissen werden.

Darmstadt

Eine Busspur für die B26

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Das Planfeststellungsverfahren für den Bau einer separaten Fahrbahn startet mit Verspätung. Dem Projekt wurde sich in der Stadtverwaltung nicht mit Priorität gewidmet.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) hat eingeräumt, es sei ein „Fehler“ gewesen, nicht schon vor zwei Jahren mit den Arbeiten am Planfeststellungsverfahren für den Bau einer separaten Busspur im Zuge der Bundesstraße 26 am östlichen Stadteingang zu beginnen. Das soll sich nun jedoch ändern.

Partsch, der wegen der Erkrankung von Stadträtin Barbara Boczek (Grüne) nun bereits zum dritten Mal vertretungsweise auch Verkehrsdezernent der Stadt ist, hat nun mitgeteilt, dass die Stadt sich gegenüber dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und der hessischen Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil dazu bereit erklärt habe, „möglichst bald die planerischen Voraussetzungen zur Umsetzung der geplanten Erweiterung der B26 um eine zusätzliche Busspur herbeizuführen“. Auf diese Weise soll Partsch zufolge erreicht werden, dass die weiterhin nötige Komplettsanierung des Trogbauwerks und die Schaffung der zusätzlichen Busspur auf der B26 dann gemeinsam realisiert werden können, um die Belastungen für die Autofahrer so gering wie möglich zu halten.

Nach den Worten Partschs gab es vor zwei Jahren nur ein Angebot, um das Planfeststellungsverfahren für die Busspur zu starten. Dem Vorhaben sei dann wegen anderer Planungsarbeiten – wie etwa dem Bau der neuen Infrastruktur rund um den Willy-Brandt-Platz (dem sogenannten Davia-Projekt), dem geplanten Bau eines neuen Straßenbahnabschnitts zum Campus Lichtwiese der Technischen Universität oder wegen der Bauarbeiten an der Nieder-Ramstädter Straße – „keine Priorität eingeräumt worden“.

Die CDU, der Koalitionspartner der Grünen, unterstützt das Vorhaben, das Planfeststellungsverfahren für die parallel zur B26 verlaufenden Busspur nun „mit Hochdruck“ zu bearbeiten. Der CDU-Vorsitzende Paul Georg Wandrey teilte am Mittwoch mit, er sehe nördlich der heutigen Stützmauer, die sich zwischen dem Ostbahnhof und dem Verkehrsknoten B26/Heinrichstraße befindet, „eine kurzfristige Realisierungsmöglichkeit für eine Bus-Trasse“. Wandrey zufolge könnte in einem ersten Schritt die nördliche Stützwand des Trogbauwerks abgerissen werden. Im Rahmen eines zweiten Bauabschnitts könnte dann die südliche Stützwand erneuert und dabei die künftige Busspur vorübergehend als Ersatzspur für den Autoverkehr genutzt werden. Damit würde jeder Eingriff in den fließenden Verkehr vermieden und es stünden wie derzeit zwei Fahrspuren zur Verfügung.

Nach der Fertigstellung der Arbeiten stünde dann eine Lösung zur Verfügung, „die weitaus leistungsfähiger als die heutige Situation wäre, ohne dass es während der Bauzeit zu weitreichenden Beeinträchtigungen kommen müsste“, so Wandrey. Als „unabdingbar wichtig“ hält er zudem den Ausbau einer Straßenbahnlinie in den östlichen Teil des Landkreises Darmstadt-Dieburg. „Gespräche mit dem Landkreis müssen endlich zu greifbaren Ergebnissen führen“, fordert der CDU-Vorsitzende.

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