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Edith-Stein-Schule ist 50 Jahre alt

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Auf dem Sportplatz feiern die Edith-Stein-Schüler am Donnerstag.
Auf dem Sportplatz feiern die Edith-Stein-Schüler am Donnerstag. © Roman Grösser

1960 hat der Unterricht mit 300 Schülern und 20 Lehrern begonnen. Heute besuchen 1350 Kinder die katholische Schule mit 100 Pädagogen. Gefeiert wird am Donnerstag.

Wir haben von der Pike auf alles selber gemacht", erinnert sich Hildegard John an die Anfangszeit der Edith-Stein-Schule 1960. Kreide und Schwämme habe sie gekauft, Bücher angeschafft, die Mädchen hätten den Schulhof sauber gehalten.

Lange war die heute 81-Jährige die einzige evangelische Lehrerin an der katholischen Schule. Als sie als junge Lehrerin anfing, habe sie die Schulleiterin Else Niebler gefragt: "Ich bin evangelisch, was habe ich zu beachten?" Daraufhin habe die Direktorin schlicht geantwortet: "Bleiben Sie Mensch."

Das hat Hildegard John, die 30 Jahre Studienleiterin an der Edith-Stein-Schule war, tief beeindruckt. Niebler ist für die Namensgebung der Schule verantwortlich. Sie war seit 1959 die erste weltliche Leiterin der 1854 als Katholische höhere Töchterschule gegründeten Schule.

Ihren Vorschlag, die Schule nach Edith Stein zu benennen, setzte sie gegen die Vorstellung des Schulträgers durch - damals die Pfarrei Liebfrauen, die die Heilige Hildegard von Bingen als Namensgeberin im Blick hatte. Vielen katholischen Vertretern sei der Name zu politisch gewesen, sagt Manfred Göbel, der seit 2005 nach Else Niebler (1959 bis 1979), Rudolf Schweighöfer (1979 bis 1994) und Werner Thomas (1994 bis 2005) die Schule leitet.

Waren es 1960 knapp 300 Schüler und 20 Lehrer, besuchen heute rund 1350 Schüler die Edith-Stein-Schule, an der etwa 100 Lehrer unterrichten. Der Anspruch der katholischen Schule ist klar: "Wir wollen eine leistungsfähige Schule im Bildungssystem sein", so Manfred Göbel, "die Schule soll zugleich ein pastoraler Ort sein, an dem Glaube und Kirche erfahrbar werden."

Natürlich gebe es keine "katholische Physik", aber "wer sich mit Wissen befasst, interpretiert". Daher sei eine "christliche Sicht auf die Welt" der Schule eigen. Erkenntnis soll "vom Horizont des christlichen Menschenbildes her" gewonnen werden. (eda)

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