Darmstadt

Drohender Verkehrskollaps

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Beim Thema Mobilität suchen Stadt und Kreis nun gemeinsam nach Lösungen.

Derzeit müssen Pendler, die nach Darmstadt fahren, sehr viel Geduld mitbringen. Baustellen auf der Rheinstraße und dem Rhönring bremsen derzeit Autofahrer aus. Die Folge sind Staus und deutlich längere Fahrtzeiten.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jens Zimmermann kritisierte am Donnerstag in einer Mitteilung die Baustellenplanung der Stadt. Er habe sich bisher kaum vorstellen können, dass der Stau auf der Bundesstraße 26 noch länger werden könne. Zimmermann behauptet zudem, dass die Stadt „ein baustellenfreies Heinerfest auf Kosten tausender Pendlerinnen und Pendler aus dem Landkreis“ plane. In einem Brief an Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) habe er nun seinen „Unmut über die aktuelle Situation am Ostbahnhof und auf der Rheinstraße“ zum Ausdruck gebracht, schreibt Zimmermann.

Nach Angaben von Stadtsprecher Klaus Honold sind die Bauarbeiten vor allem in Hinblick auf die bevorstehenden Osterferien schon vor Monaten abgestimmt worden. Honold weist zudem darauf hin, dass während des Heinerfestes vom 4. bis zum 8. Juli der komplette Innenstadtbereich für den Verkehr gesperrt werde.

Das aktuelle Beispiel zeigt abermals, wie sich Politiker aus Darmstadt und dem Umland schon seit Jahren beharken. Erst jüngst hatte die Darmstädter Grünen-Vorsitzende Hildegard Förster-Heldmann vom Kreis mehr Einsatz beim Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs gefordert. Das hatte wiederum zu kritischen Äußerungen von SPD- und CDU-Politikern im Kreis Darmstadt-Dieburg geführt. Inzwischen aber scheint sich allseits die Auffassung durchzusetzen, dass die Verkehrsprobleme in und um Darmstadt nur gemeinsam gelöst werden können.

Landrat Klaus Peter Schellhaas und Christel Sprößler, die Bürgermeisterin von Roßdorf (beide SPD), haben inzwischen eine Expertenrunde zur Zukunft der Mobilität vorgeschlagen, die der SPD-Landtagsabgeordnete Bijan Kaffenberger gerne moderieren würde.

Auch der Bundestagsabgeordnete Zimmermann meint, dass neben dem Ausbau der Odenwaldbahn, einer Straßenbahnverbindung in den Ostkreis, endlich auch entschieden werden müsse, wie anstelle der in Darmstadt geplanten Nordostumfahrung die Verkehrsströme im Osten und Norden um die Darmstädter Innenstadt herum geleitet werden könnten.

Der Runde Tisch der Industrie- und Handelskammer zur Verkehrssituation auf den Bundesstraßen 38 und 45 zeige, dass es gemeinsame Lösungen geben könne, wenn man miteinander an einem Tisch sitze. „Schuldzuweisungen in Zeitungsinterviews werden die Verkehrsproblematik nicht lösen“, meint Zimmermann.

Und auch Förster-Heldmann sagt nun, Stadt und Kreis müssten „gemeinsam an einem Strang ziehen“, um die Interessen der Region gegenüber Land und Bund zu vertreten. Die Landtagsabgeordnete spricht sich ebenfalls für eine Straßenbahnlösung nach Weiterstadt aus. Und auch ein Parkhaus an der B26 wäre aus ihrer Sicht „eine gute Möglichkeit, um vom Auto auf die Straßenbahn oder das Leihfahrrad umzusteigen“.

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