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Dreiste Abzocke

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Gefährliches Pflaster: die Darmstädter City.
Gefährliches Pflaster: die Darmstädter City. © Andreas Arnold

Ein bundesweit operierender Video-Club wirbt offenbar in Darmstadt mit vermeintlichen Probeabos nichtsahnende Passanten an und rückt ihnen Knebelveträge auf. Die Verbraucherzentrale warnt vor solchen Straßenaktionen. Der Club wurde bereits einmal abgemahnt.

Firmen oder Hilfsorganisationen sprechen in der Darmstädter Innenstadt häufig Passanten an und werben dabei gezielt um Spenden oder Mitgliedschaften. Der Darmstädter Schüler Fabio Canterino ist dabei kürzlich in eine sogenannte Abofalle getappt.

Mitarbeiter eines Video-Clubs hätten ihn gefragt, ob er gerne DVDs schaue oder PC- und Konsolenspiele spiele. Die Club-Mitarbeiter hätten ihm versichert, „dass keine Kosten auf mich zukommen, wenn ich nichts bestelle“. Getreu dem Motto „Ausprobieren kann nicht schaden und umsonst ist umsonst“, habe er ein Formular unterschrieben. Problematische, kleingedruckte Vertragsdetails habe er nicht gefunden.

Dennoch hat er in diesem Moment ein Zweijahres-Abo unterschrieben, mit dem er sich verpflichtet, alle drei Monate Artikel im Wert von 39 Euro zuzüglich Versandkosten zu bestellen. Denn: Der junge Mann hat schlichtweg übersehen, dass der Vertrag so gefaltet war, dass die eigentlichen Vertragsbedingungen gar nicht zu lesen waren.

Und Fabio Canterino ist kein Einzelfall. „Hier in Darmstadt haben wir immer wieder Verbraucheranfragen zu diesem Video-Club“, bestätigt Katrin Johannsen, Teamsprecherin der Darmstädter Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Hessen, auf Nachfrage. Dabei hatte sich das Unternehmen schon im April 2010 gegenüber der Hamburger Verbraucherzentrale verpflichtet, bei der Straßenwerbung für kostenpflichtige Abos nicht zu behaupten, es handele sich um befristete und kostenlose Probeabos. Verstößt die Firma gegen diese Erklärung, wird eine Vertragsstrafe fällig. Diese Abmahnung gilt bundesweit, betont Katrin Johannsen.

Fabio Canterino hat seinen Vertrag inzwischen angefochten und will einen Anwalt einschalten. Er überlegt, gemeinsam mit anderen Opfern des Video-Clubs eine Sammelklage einzureichen. Künftig will er Vertragsinhalte noch genauer prüfen. (ers.)

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