1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Die Drei von der Werkstatt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Geht nicht, gibt’s nicht in der Seniorenwerkstatt.
Geht nicht, gibt’s nicht in der Seniorenwerkstatt. © Guido Schiek

Im Nachbarschaftsheim des Forstmeisterhauses reparieren und tüfteln Senioren. Sie stehen Ratsuchenden bei Problemen tatkräftig zur Seite.

Werner Damerau, Hans-Peter Abt und Achim Meyer – das sind die Drei von der Seniorenwerkstatt des Nachbarschaftsheims im Forstmeisterhaus. Montags, mittwochs und freitags schneiden, schmirgeln, sägen, leimen, polieren oder streichen sie dort. Mal möbeln sie alte Stücke auf, mal fertigen sie neue Objekte an.

„Wir arbeiten gemeinschaftlich“, bringt es Hans-Peter Abt auf den Punkt. Obwohl, wie er eingesteht, „wir drei verschiedene Typen sind.“ Die Zusammenarbeit klappe inzwischen sehr gut, sagt der 74-Jährige. Als gelernter Installateur und Heizungsmonteur ist Hans-Peter (Pit) Abt ein gewiefter Handwerker mit jahrelanger Erfahrung, der auch Schlosserarbeiten übernimmt, und seinen Seniorenwerkstatt-Kollegen Werner Damerau (76) und Achim Meyer (65) tolle Tipps geben kann.

Werner Damerau ist gelernter Buchhalter. Früher, bevor er vor rund 20 Jahren zur Seniorenwerkstatt ins Forstmeisterhaus kam, hatte er „keine Ahnung von Holzarbeiten “, betont er. Er sei zwar immer schon ein leidenschaftlicher Bastler gewesen, ihm habe aber die Genauigkeit, bestimmte Handgriffe, Fertigkeiten und vor allem Tricks eines gelernten Fachmanns, gefehlt.

Tipps hat Werner Damerau früher von Manfred Heinze erhalten, der auch die Kisten für die Papiertheaterbühnen in Handarbeit hergestellt hatte. „Der war total fit in Holzarbeiten“, schwärmt er. Inzwischen hat er selbst „eine Menge Ahnung vom Leimen, Schneiden, Sägen und der Oberflächenbehandlung“.

Das Arbeiten mit Holz, das ist es, was dem 76 Jahre alten Senior viel Spaß macht. Immer wieder schaut er auf das kleine Reh, das er gerade in Form bringt, sägt hier, versetzt dem Stück Holz da mit der Bohrmaschine ein Loch. Später wird er es mit Schnellschleifgrundierung streichen, dann mit einem Siegel versehen.

Bilderrahmen, Stühle, Spielzeug, ja, ganze Puppenhäuser hat er in der letzten Zeit repariert oder auch als Nachbarschaftshilfe für die Hortkinder neu angefertigt, zählt Achim Meyer auf. Auch der gelernte Chemielaborant, der zudem Spiel- und Theaterpädagoge ist, arbeitet mit großer Freude ehrenamtlich in der Seniorenwerkstatt mit. „Manchmal sind die Leute so glücklich, wenn wir etwas für sie reparieren, dass die sich zigmal bei uns bedanken.“

Gemeinschaftliches Arbeiten

Das Dreierteam steht Ratsuchenden bei Problemlösungen tatkräftig zur Seite. Über dieses Engagement ist Sandra Freitag, die Geschäftsführerin vom Nachbarschaftsheim im Schlösschen, glücklich. Die Drei melden sich sogar bei ihr ab, wenn sie mal nicht können – „wie in einem echten Arbeitsverhältnis“. Es sei doch schlimm, wenn Leute kämen vor verschlossenen Türen stünden, stellt Achim Meyer sogleich fest.

Selbstverständlich arbeiten die drei Männer auch beim Repair-Café im Forstmeisterhaus mit, das bereits sehr gut angenommen worden sei. Wo sie können, sagen sie, werfen sie ihre Fachkenntnisse zusammen und versuchen, ältere Gebrauchsgegenstände wie Röhrenradios, Bügel- oder Waffeleisen wieder zum Funktionieren zu bringen. Mal müsse hier ein Griff, mal da ein Kabel erneuert werden. Von diesen Tüftlern jedenfalls ist noch jedes Problem gelöst worden.

Wer etwas reparieren lassen oder selbst etwas tun möchte, kann sich montags, mittwochs oder freitags zwischen 9.30 und 11.30 Uhr oder unter 06151/664810 melden. (eda)

Auch interessant

Kommentare