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Drei Jahre Haft und Therapie

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Ein Mann legt im Frühjahr in einem Mehrfamilienhaus am Steubenplatz Feuer. Wegen Brandstiftung wird er zu einer dreijährigen Haftstrafe und eine zweijährige Alkohol-Entzugstherapie verurteilt.

Zu drei Jahren Haft ist am Donnerstag am Landgericht ein 46 Jahre alter Darmstädter verurteilt worden, der am 18. April in einem Mehrfamilienhaus am Steubenplatz Feuer gelegt hatte. Dabei waren 18 Hausbewohner durch Rauchgas geschädigt worden. Das „Tüpfelchen auf dem i“ habe beim Geständnis des Angeklagten zwar gefehlt, erklärte der Vorsitzende Richter Christoph Trapp: Der Darmstädter hatte eingeräumt, vor zwei Kinderwagen im Keller des Mehrfamilienhauses gestanden zu haben, unmittelbar bevor diese in Flammen aufgingen und Kunststoffqualm das Treppenhaus verräucherte. An das Anzünden selbst könne er sich aber nicht erinnern. Gleichwohl wertete das Gericht die Aussage strafmindernd.

Schwere Depressionen

An der Täterschaft des 46-Jährigen bestand aus Sicht der Strafkammer kein Zweifel. Immerhin hatte er vor dem Feuer in einer Mailbox-Botschaft angekündigt: „Ich zünde die ganze Bude an.“ Die Tat wurde juristisch als versuchte besonders schwere Brandstiftung gewertet: Beim Versuch sei es geblieben, weil die Flammen nicht auf Gebäudeteile übergriffen. Hinzu kam mehrfache Körperverletzung, weil 18 Hausbewohner mit Rauchgas-Vergiftung in Krankenhäusern behandelt werden mussten.

Der Brandstifter ist alkohol-abhängig seit seiner Jugend – er wurde als Kleinkind in unterernährtem Zustand in die Obhut einer Pflegefamilie gegeben, die angeblich problematisch war. Er leidet zudem an schweren Depressionen. Zum Tatzeitpunkt war er betrunken. Das Gericht billigte ihm zu, in seiner Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt gewesen zu sein. Zu seinem Nachteil wertete die Kammer ein umfangreiches Vorstrafenregister. Angeordnet wurde neben der Haftstrafe eine zweijährige Alkohol-Entzugstherapie. bad

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