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Dokumente des Verlusts

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Studenten der TU haben von den Nazis zerstörte Synagogen digital rekonstruiert. Die Wanderausstellung tourt durch Welt. Ab diesem Samstag ist sie in Kanada zu sehen.

Von Boris Halva

In der NS-Zeit zerstörte Synagogen am Computer wieder aufzubauen und so den kulturellen Verlust dokumentieren – die Idee hatte Marc Grellert vom Fachbereich Digitales Gestalten der TU Darmstadt schon 1994. Damals verübten Neonazis einen Brandanschlag auf die Lübecker Synagoge, Flüchtlingsheime waren Ziel fremdenfeindlicher Angriffe.

Bis heute haben 60 Studierende an dem Projekt mitgearbeitet und dazu beigetragen, dass 20 jüdische Gebetshäuser in ganz Deutschland zumindest virtuell wiederaufgebaut wurden. Von heute an ist die Schau, die den Titel „Synagogen in Deutschland – eine virtuelle Rekonstruktion“ trägt, in Kanada zu sehen, wo sie zunächst an der University of Manitoba (Winipeg) und dann an der Ryerson-University in Toronto gezeigt wird. Die Wanderausstellung war bereits im Diaspora Museum in Tel Aviv und im Holocaust Memorial Center in Farmington Hills (USA) zu sehen.

Das Projekt geht auch der Frage nach, wie Informations- und Kommunikationstechnologien neue Formen des kulturellen Gedächtnisses bilden und Beiträge zur Erinnerung an den Holocaust geleistet werden können. boh

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