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Diplom ist fast vergessen

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Am Multitouch Table lernen die Studenten neue Möglichkeiten der Computergrafik  kennen.
Am Multitouch Table lernen die Studenten neue Möglichkeiten der Computergrafik kennen. © Claus Völker

Die Informatikstudenten der Hochschule Darmstadt sind mit Bachelor und Master zufrieden - und mit ihren Tutoren.

Als im vergangenen Jahr tausende Studenten gegen die Umstellung vieler Diplomstudiengänge auf Bachelor und Master demonstrierten, gab es in Darmstadt eine Gruppe, die sich merklich zurückhielt. "Ich fühle mich von meinem Fachbereich im Studium bestens unterstützt", sagt etwa Marcel Schreeck, der an der Hochschule Darmstadt (HDA) Informatik studiert.

Sein Lob teilen viele Kommilitonen. Sie profitieren davon, dass die HDA bereits vor zehn Jahren den Studiengang umgestellt hat. Die Studien- und Prüfungsordnung von 1999 ist seither bereits dreimal verändert worden. "Verbessert", sagt Christoph Wentzel, ehemaliger HDA-Präsident und Professor am Fachbereich Informatik. Es sei wichtig, konstruktiv an die Umstellung heranzugehen. "Das Diplom ist ja auch nicht vom Himmel gefallen und hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. So ist das mit Bachelor und Master auch."

Ein dynamisches Fach

Die Informatik habe den Vorteil, dass sie sehr dynamisch sei, stellt Dekan Stephan Karczewski fest. "Eine Programmiersprache, die vor 25 Jahren aktuell war, wird heute kaum mehr verwendet", nennt Wentzel ein Beispiel. Reformen habe es daher auch in den 90er Jahren immer gegeben. Wichtig sei der permanente Austausch von Lehrenden, Mitarbeitern und Studenten, die ausdrücklich von ihren Mentoren aufgefordert werden, Feedback zum Studium zu geben. Seit zehn Jahren ist Karczewski am Fachbereich. "Seitdem ringen wir permanent um Inhalte", sagt er.

Wichtig sei die Re-Akkreditierung der Studiengänge. Alle fünf Jahre werden die Bachelor-Studiengänge in Hessen von Vertretern aus Hochschulen, Firmen und Ministerien überprüft. Nur wenn ein bestimmtes Niveau erreicht wird, hat der Studiengang Bestand. "Die Re-Akkreditierung ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal", sagt Christoph Wentzel. Bewertet werden inhaltliche Qualität, Studierbarkeit, Stimmigkeit zwischen Anforderung und Ausstattung und Forschungsorientierung. Da die Hochschule seit zehn Jahren umgestellt hat, musste sie bereits zweimal zum Check.

Trotz der heftigen Kritik sei er ein Befürworter der Umstellung, sagt Christoph Wentzel. "Nach sechs Semestern einen vollwertigen Abschluss in der Tasche zu haben, ist für viele junge Menschen doch eine tolle Chance." Komprimieren und reduzieren, ist seine Devise. "Wir bilden die Studenten so aus, dass sie nach sechs Semestern gute Chancen in der Industrie haben." Natürlich weiß auch er um die Vielzahl der Prüfungen, die die Studenten belasten. Um diese besser zu bewältigen, wurden Tutoren eingestellt, die sich um Kleingruppen kümmern. Praktika werden von einem Professor begleitet, der auch Mentor ist, und von Tutoren, die jederzeit ansprechbar sind. Das hat den Vorteil, dass bei Unklarheiten immer und sofort nachgefragt werden kann. (an)

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