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„Diana“ geht an den Start

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Mit diesem Elektrowagen tritt Scuderia Mensa Ende Juli auf dem Hockenheimring an.
Mit diesem Elektrowagen tritt Scuderia Mensa Ende Juli auf dem Hockenheimring an. © Sandra Pürzl

Studenten der Hochschule Rhein-Main stellen ihren neuen Rennwagen vor: Mit „Diana“ tritt Scuderia Mensa Ende Juli auf dem Hockenheimring an.

Die 35 Studenten des Rennteams der Hochschule Rhein-Main haben es wieder geschafft. Pünktlich zum Rollout stellten sie ihren neuen Rennwagen SPR15E, Spitzname „Diana“, fertig. Begleitet von Lichteffekten und stimmungsvoller Musik wurde der Bolide vor Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft auf die Bühne geschoben.

Sichtlich erleichtert und stolz präsentierten die Studenten der Scuderia Mensa das Ergebnis vieler schlafloser Nächte. Vor zwei Tagen habe nur ein Unterboden in ihrer Werkstatt auf dem Campus gestanden. 48 Stunden und zahlreiche Energiedrinks später war es dann aber geschafft. „Gleich nach Beendigung der letzten Saison begannen die Vorbereitungen zu dieser“, sagte Teamchef Richard Scholz.

Zunächst entwickelten sie ein Konzept für den neuen Flitzer auf Grundlage des Fahrzeugs der letzten Saison. „Wir haben ausgewertet, was gut lief, was wir verbessern können und was wir ganz anders machen müssen.

Nach dem Konzept wurde das Rennauto am Computer konstruiert und ein dreidimensionales Modell erstellt. Anhand dieses Modells wurden dann die einzelnen Autoteile gefertigt“, führte der Maschinenbaustudent aus. Manche Teile muss das Team zukaufen, aber viele werden von den Studenten selbst an der Hochschule hergestellt.

Doch fahrtüchtig war „Diana“ noch nicht. Bei der Präsentation wurde sie von zwei Teammitglieder auf die Bühne geschoben. „Wir haben noch nicht ausreichend Tests gemacht, um die Sicherheit der Fahrer gewährleisten zu können“, sagte Scholz. Immerhin wird der Elektromotor von einem Akku mit Energie versorgt, der 6,6 Kilowattstunden leisten kann. Das ist genug Energie, um ein Einfamilienhaus für einen Tag mit Strom zu versorgen.

Sicherheit geht vor

„Wenn wir bei der Konstruktion einen Fehler machen, kann das für Fahrer und Mechaniker zu gefährlichen Stromschlägen führen. Da geht Sicherheit einfach vor“, erklärte Scholz.

Deutlich sichtbarer Unterschied zwischen dem SPR15E und dem Vorjahreswagen ist der schnittige Heckspoiler von „Diana“. „Dank unseres Aerodynamikpakets wird das Auto schneller in den Kurven. Dadurch erwarten wir, während einer Runde in Hockenheim fünf Sekunden schneller zu sein“, erklärte Robert Pieroth, Teamleiter Aerodynamik.

Aber nicht alle Innovationen sind äußerlich sichtbar. Neue Dämpfer und Dämpferanbindungen, Stabilisatoren an beiden Achsen, optimierte Bremsscheiben und Magnesiumfelgen werden dieses Jahr verwendet. „Dadurch haben wir eine Gewichtseinsparung von 6430 Gramm im Vergleich zum Vorjahr“, sagte Stefan Böhnlein, Teamleiter Fahrwerk. Bei drei Events der seit 2006 auch in Deutschland ausgetragenen Formula Student wird das Rennteam sein Auto in den Wettbewerb schicken. Bereits Ende Juli wird in Hockenheim der erste Wettbewerb ausgetragen.

Jedes Formula Student Team wird in verschiedenen Bereichen geprüft. Im statischen Teil wird festgestellt, ob die Studenten den geschäftlichen Aspekt der Führung eines Rennteams beherrschen. Im dynamischen Teil wird dann das Fahrzeug auf Herz und Nieren geprüft. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass die Autos schnell sind. Sie müssen Ausdauer, gute Beschleunigung, Treibstoffökonomie – oder Energieökonomie – und Wendigkeit unter Beweis stellen. Dafür werden wieder vier verschiedene Fahrer hinter dem Steuer Platz nehmen. Insgesamt sind bei einem Event 1000 Punkte zu vergeben.

Auf ein Saisonziel wollte sich Richard Scholz noch nicht festlegen. „Ich wünsche mir einfach, dass wir bei den drei Events in Hockenheim, Barcelona und Most in Tschechien möglichst gut abschneiden“, sagte er. (eda)

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