1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Depressiver Opa Lustig

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Ex-Staatstheater-Schauspieler Peter Simonischek dreht mit Dani Levy am Maritim. Das Projekt heißt „Der kleine Diktator“ und dreht sich um eine kaputte Familie.

Peter Simonischek (69) ist wieder da. Lange nicht gesehen im Staatstheater. Und jetzt kommt er auch nur bis zum Maritim-Hotel. Von 1976 bis 1978 trat der Österreicher hier auf – an der Seite von Michael Mendl oder Witta Pohl. Seit Mittwoch spielt er wieder in der Stadt, aber nur drei Tage und fürs Kino. Regie führt Dani Levy, das Projekt heißt „Der kleine Diktator“, dreht sich um eine kaputte Familie.

Oberhaupt der Clique mit Knacks: Simonischek, der gerade vom Zoff-Dreh im Hotelzimmer kommt. Der Patriarch trägt Trainingsanzug und ist manisch-depressiv: „Er hat seine defensiv-passiven Tage, dann wieder zündet er den Turbo. Im Moment ist er gerade dabei abzukippen, der Arme“, lautet das psychologische Bulletin des Burgschauspielers zum mentalen Zustand seiner Figur. Ex-Frau depressiv, Tochter eins unglücklich getrennt, Tochter zwei eine Borderlinerin, der Schwiegersohn ein Versager. Gut, dass der hyperaktive Enkel –„der kleine Diktator“ – prima zum Großvater passt. „Er nennt ihn Opa Lustig, die beiden sind super Partner für wilde Eskapaden“, sagt Regisseur Levy.

Auch beim Pressetermin am Drehort macht Opa Lustig einen aufgeräumten Eindruck: Seine Erinnerung ans Darmstädter Theater unter Oberspielleiter Lothar Trautmann? „Dass ich jung war! Ich hab’ in Jugenheim gewohnt. Souterrain, damals war mir alles recht.“ Aber einzelne Stücke? Da stockt der Mann, der später mit Großmeistern wie Peter Stein und Luc Bondy an der Schaubühne und bei den Salzburger Festspielen glänzte. „Waren ja fünf bis sechs Inszenierungen pro Spielzeit.“

Was also ist geblieben? Simonischek sinniert. Vielleicht „Moral“ von Ludwig Thoma? Doch dann ist die Erinnerung an seine Darmstädter Lieblingsauftritte wieder da: „Zum Grohe!“ In der Hauptrolle: „Das Bier nach der Vorstellung“. Bester Nebendarsteller: „Handkäs‘ mit Mussigg“. (ers)

Auch interessant

Kommentare