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Darmstadt: Hohe Ehrung für den Gründer der Schader-Stiftung

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Von: Jens Joachim

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Darmstadts OB Jochen Partsch (r.) überreichte Alois M. Schader das Bundesverdienstkreuz.
Darmstadts OB Jochen Partsch (r.) überreichte Alois M. Schader das Bundesverdienstkreuz. © Monika Müller

Für seine Verdienste um den Dialog und die Förderung des Praxisbezugs der Gesellschaftswissenschaften ist Alois M. Schader in Darmstadt mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.

Im Frühjahr dieses Jahres hat sich Alois M. Schader zu einem für Gründer von Stiftungen eher ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Der 94-Jährige trat als Mitglied des Vorstands seiner Stiftung zurück, nachdem er die Zuständigkeit für das Ressort Vermögen, Finanzen und Liegenschaften bereits zwei Jahre zuvor an das neue Vorstandsmitglied Robert Langer abgegeben hatte. Damit agiert die im Darmstädter Stadtteil Bessungen ansässige Schader-Stiftung nun völlig selbständig, auch wenn der Stiftungsgründer weiterhin an den jeweiligen Sitzungen der Organe und Gremien der Stiftung teilnehmen kann.

Am Dienstagnachmittag hat Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) im Neuen Rathaus Schader in Vertretung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Schader mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Die Verleihungsurkunde trägt das Datum vom 27. Januar 2021. Coronabedingt wurde die Überreichung der hohen Auszeichnung nun nachgeholt. Schader wurde für die Arbeit der von ihm vor 34 Jahren gegründeten Stiftung geehrt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Dialog zwischen den Gesellschaftswissenschaften und der Praxis zu fördern.

Darmstadt: Gründer der Schader-Stiftung erhält mit Bundesverdienstkreuz am Bande

Oberbürgermeister Partsch, der selbst dem Stiftungsrat angehört, sagte in seiner Laudatio, für die Gestaltung von Politik sei der Dialog zwischen den Gesellschaftswissenschaften und Praktikern etwa aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sehr wichtig. So habe Schader zusammen mit Hans Jürgen Prömel, dem früheren Präsidenten der Technischen Universität (TU) Darmstadt, 2014 den „Runden Tisch Wissenschaft“ initiiert. Drei bis vier Mal im Jahr würden sich führende Vertreterinnen und Vertreter der Darmstädter Hochschulen, von Unternehmen, der Politik und der Kultur treffen, um sich auszutauschen und dauerhaft miteinander im Dialog zu bleiben.

Die Schader-Stiftung und das vor zwölf Jahren eröffnete Schader-Forum seien zudem weit über die Darmstädter Stadtgrenzen hinaus für ihre interdisziplinäre Ausrichtung und die fachübergreifenden Veranstaltungen bekannt, so Partsch. Sie richten sich zum einen an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aber auch an die breite Öffentlichkeit.

Alois M. Schader (l.) mit seiner Frau Christine und Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch
Alois M. Schader (l.) mit seiner Frau Christine und Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch © Monika Müller

Darmstadt: Schader-Stiftung beschäftigt sich mit dem Thema „Balancen“

Der Große Konvent der Stiftung wird sich am kommenden Freitag etwa dem Thema „Balancen“ widmen, das auch das kommende Jahr prägen wird. Bereits zum zehnten Mal kommen jährlich die Partnerinnen und Partner der Schader-Stiftung zusammen, um die Kooperation zwischen den verschiedenen gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen und der Praxis zu befördern.

Und am 15. November veranstaltet die Schader-Stiftung gemeinsam mit der in Bensheim ansässigen Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie eine Tagung zum Thema „Demokratie (er)leben – Familienzentren als Orte gelebter Demokratie“.

Alois M. Schader war von 1953 bis 1993 als Bauingenieur tätig

Schader ist kein Mensch, dem es danach drängt, im Rampenlicht zu stehen. Der Bauingenieur, der sich während seines vier Jahrzehnte langen Berufslebens als Planer von effizienten Baukonstruktionen einen Namen gemacht hat, wirkte vornehmlich im Stillen, aber dafür sehr effektiv.

Geboren wurde er am 16. Juli 1928 in Hofheim am Ried. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Bauingenieurwesen an der heutigen TU Darmstadt. Von 1953 bis 1993 war er freiberuflich als beratender Bauingenieur tätig. Vor dem Hintergrund der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg trat Schader insbesondere als Berater gemeinnütziger Wohnungsbauunternehmen hinsichtlich des sozialen Wohnungsbaus in Erscheinung.

In seiner Dankesrede bezeichnete Schader die hohe Auszeichnung als „Anerkennung für die Arbeit in meiner zweiten Lebenshälfte“. „Ich habe etwas bewirken können, was ich mir gut schreibe“, sagte Schader, dessen Wunsch es ist, dass die Stiftung, die seinen Namen trägt, auch künftig „weiter gut gedeiht“.

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