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Darmstädter Politik streitet über die Schulsozialarbeit

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Von: Jens Joachim

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Oppositionsfraktionen scheitern mit Antrag, mehr Personal in Schulen einzustellen

Das Darmstädter Stadtparlament hat während seiner jüngsten Sitzung einem vom Magistrat vorgelegten aktualisierten Rahmenkonzept für die Schulsozialarbeit als Grundlage für eine „sozialraumorientierte Schulsozialarbeit“ in der Stadt zugestimmt. Zwischen den Koalitionsfraktionen von Grünen, CDU und Volt und den Oppositionsfraktionen SPD, Uffbasse und Linke wurden jedoch unterschiedliche Auffassungen bei der personellen Ausstattung deutlich.

Eva Bredow-Cordier (Grüne) äußerte, die Schulsozialarbeit in Darmstadt umfasse „viel mehr als anderswo“. Das Darmstädter Konzept basiere nicht allein auf der Betreuung in der Schule. Die Kinder- und Jugendarbeit sei konzeptionell „grundsätzlich sozialraumorientiert“ angelegt. Es sei fachlich und konzeptionell richtig, die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten in einem Sozialraum mit allen Angeboten der Jugendhilfe miteinander zu verknüpfen, um so leichter Kinder und Jugendliche erreichen zu können.

Das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Rahmenkonzept, das die Qualität der Schulsozialarbeit sichern soll, ist auch als ein Leitfaden für Träger und Fachkräfte gedacht, stärkt deren Rolle als Angebot der Jugendhilfe in der Schule und im jeweiligen Stadtteil beziehungsweise Sozialraum und bildet zudem die Grundlage dafür, dass Leistungsvereinbarungen mit den Trägern geschlossen werden können.

Für die pädagogischen, sozialen und psychologischen Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene stellt die Stadt jährlich rund zwei Millionen Euro bereit.

Sprecherinnen und Sprecher der drei Oppositionsfraktionen monierten hingegen, es seien zu wenig Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter an den Darmstädter Schulen tätig. Die drei Fraktionen scheiterten jedoch während der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung damit, eine Verbesserung des Personalschlüssels für Schulsozialarbeiter:innen zu erreichen. Die Koalition hielt den Oppositionsfraktionen hingegen vor, die geforderte Zahl an Sozialarbeiter:innen hätte eine zusätzliche Belastung von 9,5 Millionen Euro für den Haushalt zur Folge.

Ann Christine Sparn-Wolf (Linke) bezeichnete den derzeitigen Personalschlüssel als „mehr als mangelhaft“. Die Uffbasse-Fraktionsvorsitzende Kerstin Lau wies zugleich darauf hin, dass in den Leitlinien zur Schulsozialarbeit der Kooperationsverbund Sozialarbeit als Mindestausstattung eine Vollzeitkraft auf 150 Schüler:innen fordere.

Das vom Magistrat vorgelegte Rahmenkonzept hingegen erreiche in seiner Zielsetzung diesen Wert nicht einmal für Förderschulen. Hier sollen pro Vollzeitkraft 250 Schüler:innen betreut werden. An Grundschulen sind es 500, an Gesamt-, Haupt- und Realschulen 1000 und an Beruflichen Schulen werde gar mit 5000 Schüler:innen pro Vollzeitstelle gerechnet, kritisierte Lau.

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