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Uwe Schuchmann von der Odenwaldbahn-Initiative (3.v.l.) erläutert seine Sicht zum Thema Stadt-Land-Bahn auf dem Darmstädter Frieensplatz.
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Uwe Schuchmann von der Odenwaldbahn-Initiative (3.v.l.) erläutert seine Sicht zum Thema Stadt-Land-Bahn auf dem Darmstädter Frieensplatz.

Darmstadt

Darmstädter Innenstadt: Zug statt Straßenbahn?

Die Odenwaldbahn-Initiative kämpft weiter für ihre Pläne einer Stadt-Land-Bahn von Groß-Zimmern über Darmstadt nach Frankfurt. Dafür will man auch die Direktkandidatinnen und Direktkandidaten zur Bundestagswahl gewinnen.

Es ist noch nicht lange her, dass der Friedensplatz in der Darmstädter Innenstadt komplett neu gestaltet wurde. Dort, wo inmitten der hellen Pflasterung eine Art Podest zum Verweilen gebaut wurde, haben sich am Mittwochvormittag zahlreiche Direktkandidatinnen- und -kandidaten des Wahlkreises Darmstadt versammelt. Eingeladen hatte die Odenwaldbahn-Initiative, um zu verdeutlichen, wo und wie ihrer Ansicht nach die Schiene ausgebaut werden muss. Zum Beispiel könnte das Podest zu einer Zug-Haltestelle umgebaut werden.

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl wollte man vor allem für ein Projekt werben, für das die Initiative seit Jahren eintritt, das aber bei den kommunalen Planerinnen und Planern bislang auf wenig Gegenliebe stieß: die Stadt-Land-Bahn. Zwar haben sich die Stadt Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg längst auf den Bau einer Straßenbahnlinie nach Groß-Zimmern verständigt und dafür auch eine Gesellschaft gegründet. Dennoch hoffen die Befürworter:innen der Stadt-Land-Bahn, das Ruder noch herumreißen zu können.

Grundidee der Stadt-Land-Bahn ist, dass Fahrgäste aus dem östlichen Landkreis auf direktem Wege von Roßdorf oder Groß-Zimmern nach Frankfurt oder in den Norden Darmstadts im Zug fahren können, ohne in der Innenstadt umsteigen zu müssen, wie dies bei einer Straßenbahn der Fall wäre. „Dafür müsste man am Friedensplatz eine eigene Haltestelle bauen“, sagte Schuchmann. Die Bahn solle dann auf einer Normalspur vom Friedensplatz das Schloss umrunden und zum Ostbahnhof fahren. „Immer mehr Leute nutzen die Odenwaldbahn“, so Schuchmann. Deshalb brauche man eine zusätzliche Linie in den Ostkreis und die könnte zwischen Groß-Zimmern und Darmstadt-Ost auf der wiederaufgebauten Eisenbahnstrecke verlaufen, die auch Gütertransport ermögliche, etwa zu Autoneum in Gundernhausen oder zum Roßdörfer Steinbruch.

Schiene frei

Die Reaktivierung von stillgelegten Zugverbindungen in den Odenwald wird auch vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen gefordert.

Pläne für eine Stadt-Land-Bahn existieren in Darmstadt seit mindestens 1980. Umgesetzt wurden solche Modelle unter anderem in Chemnitz, Karlsruhe, Saarbrücken und Kassel.

Infos zur Odenwaldbahn-Initiative und Konzepten unter odenwaldbahn.de und www.schienenbuendnis.de

Zudem warben Schuchmann und Bernd Rohrmann, Vorsitzender des Fahrgastbeirats, für die Aktivierung weiterer stillgelegter Strecken im Odenwald wie der Gersprenztalbahn.

Während SPD-Kandidat Andreas Larem, Bürgermeister von Messel, sich bei dem Termin vor allem informieren wollte und die Vertreter:innen von Klimaliste, Linke und Volt sich offen zeigten, kam von Daniela Wagner (Grüne) und Astrid Mannes (CDU) eine klare Absage zu den Plänen einer Stadt-Land-Bahn. Beide sitzen bereits im Bundestag. Wagner ist sogar Mitglied im Verkehrs- und Bauausschuss. Es gebe keinen Willen für das Projekt in der Stadtverordnetenversammlung und es sei nicht die Zeit dafür, so Wagner. Die jetzt geplante Straßenbahn könne in einigen Jahren fahren, bei der Planung für eine Stadt-Land-Bahn müsse man wieder bei null anfangen.

Mannes betonte, dass die direkt gewählten Abgeordneten nicht über solche Projekte entscheiden, sondern nur die Interessen der Kommunen vertreten würden. Für die Stadt-Land-Bahn gebe es vor Ort aber kein Votum. Zudem gebe es am Frankfurter Hauptbahnhof keine Kapazitäten für weitere Züge.

Auch Julia von Buttlar (FDP) sagte, sie begrüße zwar die Initiative, den Odenwald zu stärken, allerdings unterstützte sie „nicht direkt dieses Projekt“.

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