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Darmstadts Schulen müssen wachsen

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Von: Annette Schlegl

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Die Justus-Liebig-Schule wurde saniert und soll erweitert werden.
Die Justus-Liebig-Schule wurde saniert und soll erweitert werden. © Monika Müller

Darmstadts Schuldezernent hat den neuen Schulentwicklungsplan für die Sekundarstufen vorgelegt. Der Bau einer neuen integrierten Gesamtschule wird geprüft.

Darmstadt wächst – und die Schulen müssen mitwachsen. 42 öffentliche Schulen gibt es in der Stadt aktuell. Bereits beschlossen sind fünf neue Grundschulstandorte, die bis zum Jahr 2025/26 geschaffen werden sollen. Aber auch in weiterführenden Schulen wird bald mehr Platz benötigt. Die Weichen dafür stellt der 159 Seiten starke Schulentwicklungsplan für die Sekundarstufe I (5. bis 9./10. Klassen) und Sekundarstufe II (10./11. bis 12./13. Klassen), der in der jüngsten Parlamentssitzung einstimmig beschlossen wurde und nun zum Hessischen Kultusministerium zur Genehmigung geht.

Schuldezernent Holger Klötzner (Volt) hat errechnet, dass Darmstadt drei zusätzliche Gymnasialzüge braucht sowie zwei weitere Züge „neben dem Gymnasium“. Ein Viertel mehr Sekundarstufenschüler:innen werden nämlich ab dem Schuljahr 2024/25 erwartet.

Laut Schulentwicklungsplan heißt das konkret: Es wird geprüft, ob die vorhandenen integrierten Gesamtschulen (IGS) bis zum Schuljahr 2026/27 um jeweils einen Sekundarstufenzug erhöht werden können. Die Bernhard-Adelung-Schule am Bürgerpark Nord würde also von derzeit vier Parallelklassen pro Jahrgang auf fünf Parallelklassen wachsen und die Erich-Kästner-Schule in Kranichstein von drei auf vier Parallelklassen, genauso wie die Mornewegschule im Stadtteil Bessungen, wo die ehemaligen Grundschulräume genutzt werden sollen.

Falls das nicht möglich ist, wird eine neue dreizügige IGS errichtet. Gleichzeitig würde dann die Bernhard-Adelung-Schule auf drei Züge begrenzt werden. Die Stadtteilschule Arheilgen wird mittelfristig von vier auf fünf Züge erweitert.

Im Gymnasialbereich sind mehrere Szenarien denkbar. Schon im Schuljahr 2022/23 wird die Schulinsel mit dem Eleonoren-Gymnasium und der Justus-Liebig-Schule auf eine Kapazität von zehn Parallelklassen ausgebaut; bis zum Schuljahr 2026/27 wird geprüft, ob dort vielleicht auch elf Züge möglich sind. Sicher ist dagegen schon, dass das Georg-Büchner-Gymnasium groß genug ist, um statt vier künftig fünf Parallelklassen pro Jahrgang aufzunehmen. Das Ludwig-Georgs-Gymnasium könnte nach Umzug der beruflichen Alice-Eleonoren-Schule ebenfalls um einen Zug erweitert werden.

Schüler:innen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung stellen die Stadt vor Probleme. Es gibt immer mehr Kinder mit diesem Förderbedarf, aber die Kapazitäten werden auch nach Baufertigstellung der Christoph-Graupner-Schule nicht ausreichen. Deshalb sind „vorrangig Schüler:innen mit Wohnort Darmstadt aufzunehmen“, heißt es im Schulentwicklungsplan. Perspektivisch könnte ein weiterer Standort im Landkreis Darmstadt-Dieburg dazukommen.

Übrigens sind zwölf Jahre ins Land gegangen, bis der Schulentwicklungsplan für die allgemeinbildenden Schulen erneuert wurde – obwohl er eigentlich alle fünf Jahre fortgeschrieben werden sollte. Ein Umstand, den die SPD in der Parlamentssitzung monierte. Sie fragte auch, warum erst eine Prüfung für eine neue weiterführende Schule nötig und diese nicht schon längst erfolgt sei. So verliere man nur wertvolle Zeit.

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