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Diese Haus im Darmstädter Spessartring hat der Bauverein jüngst sanieren lassen. 

Darmstadt

Darmstadt: Wohnungstauschprogramm - klein gegen groß

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Weil viele Menschen alleine in großen Wohnungen leben, etliche Familien dagegen in viel zu kleinen zurechtkommen müssen, bieten Stadt und Bauverein ein spezielles Programm an, das beiden Seiten helfen könnte.

Viele größere Wohnungen sind von Alleinstehenden belegt, gleichzeitig wächst der Bedarf von jungen Familien an größeren Wohnungen. Genau hier setze das neue wohnungspolitische Konzept an, das derzeit zwischen der Stadt und dem Bauverein in Feinabstimmung sei, teilt die Stadt mit.

Bei diesem Programm geht es um Wohnungstausch: Es soll dafür sorgen, dass beispielsweise Alleinlebende, die in einer großen Wohnung leben, diese mit Familien mit Kindern tauschen können, die in kleinen Wohnungen wohnen.

„Ältere Menschen wollen so lange wie möglich selbstständig in den eigenen vier Wänden leben“ sagt Sozial- und Wohnungsdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne). Manchmal biete die aktuelle Wohnsituation aber diese Möglichkeit nicht mehr. „Durch einen Umzug in eine barrierefreie und seniorengerechte Wohnung kann dieser Wunsch jedoch unterstützt werden.“ Die individuellen Anliegen der Tauschwilligen wolle man dabei berücksichtigen; so sei der Sozialraum für viele ältere Menschen eine Heimat, in der sich hilfreiche Nachbarschaften entwickelt hätten. „Diese Anforderungen behalten wir bei den Tauschangeboten im Blick.“

„Wir stehen dem Instrument des Wohnungstausches generell positiv gegenüber und praktizieren dies schon seit einiger Zeit in einzelnen Fällen gemeinsam mit dem Amt für Wohnungswesen“, so Sybille Wegerich, Vorstand der Bauverein AG. „Mit dem gemeinsamen Programm wollen wir verstärkt die Möglichkeit bieten, auf die Änderung von Lebensverhältnissen zu reagieren, wenn zum Beispiel erwachsene Kinder aus einem Haushalt ausziehen.“

Das Wohnungstausch-Programm ist an Bedingungen geknüpft: Es gilt bei einem ungekündigten Mietverhältnis, wenn die freigemachte Wohnung mindestens 90 Quadratmeter groß ist und aus mindestens vier Wohn- und Schlafräumen besteht. Die freigemachte Wohnung muss innerhalb des Stadtgebietes einschließlich Stadtteile liegen. Außerdem müssen die Lage- und Ausstattungsmerkmale sowie das Alter des Gebäudes vergleichbar sein. Die Ersatzwohnung muss zudem über eine um mindestens 40 Prozent geringere Wohnfläche verfügen als die Tauschwohnung, die der Mieter seit mindestens fünf Jahren angemietet haben muss.

Kommt es zum Wohnungstausch, erhält die Mietpartei, die die größere Wohnung verlässt, eine Umzugsprämie sowie einen Umzugskostenzuschuss. Dieser beträgt 100 Euro pro Quadratmeter der Wohnflächendifferenz beider Wohnungen. Der Quadratmeterpreis der neuen Wohnung werde zudem nicht höher liegen als der entsprechende Preis der alten Wohnung, heißt es. 

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