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Darmstadt: Großes Interesse an geplanten Häusern am Bürgerpark-Teich

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Von: Jens Joachim

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Die 47 Wohnhäuser sollen rund um einen namenlosen Weiher auf dem früheren Ziegeleigelände errichtet werden.
Die 47 Wohnhäuser sollen rund um einen namenlosen Weiher auf dem früheren Ziegeleigelände errichtet werden. © Renate Hoyer

Die Darmstädter Stadtverordneten haben dem umstrittenen Bauvorhaben an der Kastanienallee mehrheitlich zugestimmt und somit Planungsrecht geschaffen. Die Planungsgesellschaft will nun die Detailplanung forcieren.

Update vom 23.10.2022, 18.45 Uhr: Nachdem die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend mit den Stimmen der Koalition aus Grünen, CDU und Volt sowie der FDP den Satzungsbeschluss für das umstrittene Wohnquartier um einen Teich am nördlichen Rand des Bürgerparks mehrheitlich beschlossen hat, will die Projektgesellschaft „Kastanienallee am Teich“ nun die Detailplanung voranbringen.

Für die 47 Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser, die auf dem rund 25 000 Quadratmeter großen Areal zwischen der Kastanienallee und dem Elfeicher Weg entstehen sollen, gebe es bereits rund 350 Kaufinteressenten, teilte Thomas Müller, der Geschäftsführer der Projektgesellschaft, mit. Vielfach handele es sich dabei um Familien mit Kindern aus benachbarten Wohnvierteln. Die „enorme Nachfrage“ zeige, dass es einen großen Bedarf an solchen Häusern in Darmstadt gebe. Zudem, so Müller, habe das Wohnen am Wasser offenbar „eine besondere Anziehungskraft für viele Menschen“.

So soll das Wohnquartier einmal aussehen.
So soll das Wohnquartier einmal aussehen. © Planquadrat

Darmstadt: Wohnquartier um einen Teich am Bürgerpark geplant

Erstmeldung vom 21.10.2022, 17:08 Uhr: Auch der jüngste „Aufruf zum Kampf!“ der Bürgerinitiative (BI) Pro Bürgerpark, des Bezirksvereins Martinsviertel und des Bündnisses der Darmstädter Bürgerinitiativen haben es nicht verhindern können: Mit den Stimmen der drei Koalitionsfraktionen von Grünen, CDU und Volt sowie der FDP-Fraktion hat die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die Bebauung eines bislang umzäunten Privatgrundstücks am nördlichen Rand des Bürgerparks beschlossen.

Geplant ist, auf dem Areal neben dem Bayerischen Biergarten an der Kastanienallee und dem Elfeicher Weg auf einer Fläche von 25 000 Quadratmetern in Reihen-, Doppel-und Einzelhäusern 47 Wohneinheiten und 27 Einliegerwohnungen in den Doppel-und Einzelhäusern zu bauen.

Darmstadt: Initiative und Bezirksverein wollen klagen

Die Wohngebäude sollen um einen dort vorhandenen See, der noch keinen Namen hat, errichtet werden. Im Westen ist aufgrund der Schallproblematik eine sogenannte Riegelbebauung zum Biergarten hin vorgesehen. Im Osten des Areals sollen in einer aufgelockerten Bebauung die Doppel-und Einzelhäuser entstehen. Durch ein detailliertes Schallschutzkonzept will die Stadt sicherstellen, dass es zu keinen Lärmkonflikten kommt und somit auch der Fortbestand des Biergartens gesichert wird.

Die BI Pro Bürgerpark und der Bezirksverein sammeln nun Geld für eine Normenkontrollklage, um auf juristischem Weg die Bebauung.des Areals doch noch zu verhindern.

Die Gärten der Wohnhäuser werden bis zum Ufer des kleinen Weohers reichen.
Die Gärten der Wohnhäuser werden bis zum Ufer des kleinen Weihers reichen. © Planquadrat

Darmstadt: CDU-Fraktionschef kritisiert „Stimmungsmache“

Die Stadtverordnete Stefanie Scholz-Willenbockel (Grüne) sagte, es gebe „keinen Grund das Verfahren zu skandalisieren“. Sie warf den Initiativen vor, Fehlinformationen etwa zum Verlauf von Kaltluftströmen zu verbreiten. CDU-Fraktionsvorsitzender Roland Desch, der das Vorhaben als „zukunftsweisendes Projekt“ bezeichnete, warf den Initiativen „Stimmungsmache“ vor.

Stadtrat Michael Kolmer (Grüne) sagte, die kritische Stellungnahme eines Anwalts sei kein Grund, das Verfahren zu stoppen.

Darmstadt: 35 Stadtverordnete für, 23 gegen das Bauprojekt

Die Stadtverordnete Maria Stockhaus (Linke) kritisierte hingegen, dass in dem „Wohnquartier für Privilegierte“ kein sozialer Wohnungsbau vorgesehen sei. Das Projekt werde „schöngeredet und schöngerechnet“, so Stockhaus. Michael Siebel (SPD) sagte, bei dem „hochumstrittenen Projekt“ gehe es eigentlich um die „Kernfrage“, wie viel Wachstum die Stadt wolle. Die Bebauung des Grundstück sei „zum Symbol geworden“.

Für das Bauprojekt votierten schließlich in namentlicher Abstimmung 35 Stadtverordnete, dagegen waren 23.

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