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Darmstadt will Landesgartenschau

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Die Rudolf-Mueller-Anlage westlich des Großen Woogs soll Teil der Schau werden.
Die Rudolf-Mueller-Anlage westlich des Großen Woogs soll Teil der Schau werden. © Guido Schiek

Darmstadt will die Landesgartenschau. Das Stadtparlament spricht sich mit breiter Mehrheit für die Bewerbung aus. Unterm Strich müsste die Stadt nach der jetzigen Rechnung rund zehn Millionen Euro selbst tragen.

Ein Blumenmeer auf der Rosenhöhe, eine Parklandschaft rund um den Großen Woog, Grünflächen im Edelsteinviertel. So soll es 2022 im Osten der Stadt aussehen. Dann, wenn von April an für ein halbes Jahr die Landesgartenschau in Darmstadt ausgerichtet wird. Das 36 Hektar große Kerngebiet umfasst den Woogspark, die Rosenhöhe und die Rudolf-Mueller-Anlage.

In der nächsten Woche will Planungsdezernentin Cornelia Zuschke (parteilos) die Bewerbung bei der Landesgartenschaugesellschaft abgeben. Das Stadtparlament hat dem am Donnerstag mit breiter Mehrheit aus grün-schwarzer Koalition, SPD und Teilen von Uffbasse und Piratenpartei zugestimmt.

Doch das Projekt ist nicht unumstritten. Streitpunkt sind die Kosten. Allein für die Gartenschau kalkuliert die Stadt laut Bewerbungsunterlagen an Baukosten und Infrastruktur, unter anderem Pflanzen, Zäune und Kassensysteme, 23 Millionen Euro brutto ein. Fast 13 Millionen Euro sollen an Eintrittsgeld und Landeszuschüssen wieder in die Kasse kommen. Unterm Strich müsste die Stadt nach der jetzigen Rechnung rund zehn Millionen selbst tragen.

„Das ist mehr als eine Blütenschau“, rechtfertigte Zuschke die Ausgaben. Sie sieht in der Landesgartenschau ein Instrument der Stadtentwicklung. Es soll ein Netzwerk an Grünflächen entstehen, vom Herrngarten über den Schlossgarten zur Mathildenhöhe und zum Oberfeld.

Kritik an hohen Ausgaben

Mit der Gartenschau will Grün-Schwarz auch Projekte umsetzen, die ohnehin auf der Agenda stehen. Zu diesen „Sowieso-Maßnahmen“ zählen die Umgestaltung des Friedensplatzes und der Erich-Ollenhauer-Anlage, der Bau des Ostparkwegs, die Umgestaltung des Ostbahnhofsplatzes sowie eine Brücke über die B 26, die das Edelsteinviertel mit dem Woogsviertel verbinden soll. Auch das integrierte Quartierskonzept für die Mollerstadt zählt dazu. Das alles kostet zusätzliches Geld – rund zwölf Millionen, die die Koalition aber ohnehin ausgeben will.

Die Gartenschau ist aus Sicht der grün-schwarzen Koalition „auch ein Imagegewinn für die Stadt“. Yasemin Aslan (SPD) .verspricht sich davon auch eine Aufwertung der Bewerbung für die Mathildenhöhe als Weltkulturerbe. Der kulturelle Aspekt ist für Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) wichtig. „Wir dürfen nicht vergessen, was die Seele der Stadt ist: Kunst und Kultur.“ CDU-Fraktionsvorsitzende Hartwig Jourdan erkennt in der Bewerbung „kein finanzielles Abenteuer“.

Gerade das sehen die Kritiker anders. „Das kann sich Darmstadt nicht leisten, erklärte Wolfgang Heinz von der Uwiga. Für seinen Fraktionschef Helmut Klett ist die städtebauliche Perspektive kein Argument für die Ausrichtung der Landesgartenschau. „Die Projekte kann die Stadt auch ohne die Ausgaben für die Veranstaltung umsetzen“, sah er keine Notwendigkeit für eine Bewerbung. Zumal diese nur ein halbes Jahr dauere.

Martina Hübscher-Paul (Linke), dass Bäume der Umgestaltung zum Opfer fallen. Zudem seien große Areale monatelang nicht mehr frei zugänglich.

Doch die Kritiker blieben in der Minderheit. Lediglich Uwiga, Linkspartei, FDP sowie zwei Abgeordnete von Uffbasse stimmten mit Nein. Einziger Konkurrent Darmstadts bei der Vergabe ist die Stadt Fulda. Beide Kommunen erhalten im Juli Besuch von den Juroren der Landesgartenschaugesellschaft. (rf)

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