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Darmstadt: Westwald laut Umweltdezernent in „kritischem Zustand“

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Von: Jonas Nonnenmann

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Als „erneut nicht überraschend und dennoch alarmierend“ bezeichnet Umweltdezernent Michael Kolmer (Grüne) die Ergebnisse des Waldzustandsberichts.
Als „erneut nicht überraschend und dennoch alarmierend“ bezeichnet Umweltdezernent Michael Kolmer (Grüne) die Ergebnisse des Waldzustandsberichts. © Rolf Oeser

Als „nicht überraschend und dennoch alarmierend“ bezeichnet Umweltdezernent Michael Kolmer (Grüne) die Ergebnisse des aktuellen Waldzustandsberichts.

Als „erneut nicht überraschend und dennoch alarmierend“ bezeichnet Umweltdezernent Michael Kolmer (Grüne) die Ergebnisse des Waldzustandsberichts für 2021.

Laut Kolmer wurde der Zustand des Darmstädter Waldes im Juli und im August in Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen erhoben. Das Ergebnis: insbesondere der Westwald, so Kolmer, sei in einem „sehr kritischen Zustand“. Die Schäden seien hier noch größer als im hessischen Landesdurchschnitt.

„Vornehmlich ursächlich für den akuten Schädigungsgrad der Wälder sind, nach dem vorliegenden Gutachten, ganz offensichtlich klimatische Faktoren“, so Kolmer weiter. Ein Problem sei die Zunahme der Hitzeperioden im Sommer und die langen Dürrephasen in Kombination mit den milden Wintern in den Jahren von 2018 bis 2020. Im Ostwald seien noch 58 Prozent der erfassten Bäume ungeschädigt oder nur schwach geschädigt, für den Westwald mit seinen sandigen Böden falle die Bilanz „sehr viel dramatischer“ aus.

Nur 34 Prozent waren bei der Kontrolle ungeschädigt oder schwach geschädigt, 37 Prozent mittelstark. 15 Prozent seien stark geschädigt gewesen, etwa jeder siebte Baum war zum Zeitpunkt der Erhebung bereits abgestorben.

Viele Bestände im Stadtwald seien durch die Schädigungen „stark aufgelichtet“, so die Stadt. Auf den freien Flächen seien bisher nur wenige Jungpflanzen gewachsen. Ein Problem sei die hohe Population von Maikäferengerlingen. Vor allem in den lichten Wäldern des Westwaldes hätten sich außerdem gebietsfremde, invasive Arten ausgebreitet wie die spätblühende Traubenkirsche und der Götterbaum. Bei etwa einem Drittel der Jungbäume habe man Schäden durch Wildverbiss festgestellt.

„Auch wenn die Baumschäden in Teilen des Stadtwaldes derzeit gravierend sind, bieten sie auch eine Chance für die biologische Vielfalt“, sagt Kolmer. Absterbende Bäume, stehendes Totholz oder umstürzende Stämme, stellten für viele Tier- und Pflanzenarten „einen wichtigen Lebensraum und einen Ansatzpunkt für das Aufwachsen neuer Bäume“ dar. jon

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