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Darmstadt: Kritik an Klimaticket hält an – „Symbolpolitik“

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Von: Claudia Kabel

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Was sollte ein Ticket kosten?
Was sollte ein Ticket kosten? © Monika Müller

Jugendorganisationen kritisieren den Beschluss zum Drei-Monatstickets für den RMV – und fordern Ermäßigungen für alle Nutzenden des Öffentlichen Nahverkehrs.

Darmstadt - Die während der jüngsten Stadtverordnetensitzung mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen beschlossene Einführung eines Klimatickets stößt weiterhin auf Kritik. Nach der SPD lehnen auch die Klimabewegung und Jugendgruppen das Ticket ab. Laut Beschluss können Personen, die ihr Auto abmelden oder neu nach Darmstadt ziehen, von Juli an für drei Monate kostenfrei den ÖPNV nutzen.

Dies sei zwar „ein erstes gutes Zeichen“, setzt aber aus Sicht der Jusos Darmstadt, Fridays for Future (FFF) und IG Metall Jugend Darmstadt falsche Anreize. Es handele sich um „Symbolpolitik“, von der nur ein paar wenige gutverdienende Menschen profitieren würden, so Juso-Vorsitzender Rodan Zeybek. Um das Klima zu retten, brauche es ganzheitliche Maßnahmen, etwa ein 300-Euro-Ticket für alle.

Darmstadt: „Praktischer und hochfrequentierter ÖPNV“ gefordert

Auch FFF fordert „einen praktischen und hochfrequentierten ÖPNV, den sich alle leisten können“, sagt Sprecher Silas Bug. Dazu verhelfe das Klimaticket nicht, wenn im Gegenzug die Fahrpreise um 3,9 Prozent ansteigen würden. Eine weitere Preiserhöhung hatte der RMV im Januar beschlossen. Im Gegensatz zum Klimaticket fordert die IG Metall Jugend eine Subventionierung des Azubi-Tickets. Gerade Auszubildende und Schüler:innen könnten „eine Erleichterung im klammen Geldbeutel dringend gebrauchen“, so Sybille Güniker.

Darmstadt: SPD, AfD und Stadtverordnete Mandy Neumann stimmen gegen Klimaticket

Die Stadt rechnet in diesem Jahr mit Kosten für das Klimaticket in Höhe von rund 535.500 Euro, ab 2023 wird etwa eine Million Euro erwartet. Man habe dafür ermittelt, mit wie vielen Neubürgerinnen und Neubürgern jährlich im Durchschnitt zu rechnen sei und angenommen, dass die Hälfte von ihnen das Klimaticket nutzen werde, so Mobilitätsdezernent Michael Kolmer (Grüne). Dafür seien Erfahrungswerte der Stadt Heidelberg herangezogen worden, die mit gut 161.000 Einwohner:innen vergleichbar mit Darmstadt sei. Die Mittel sind im städtischen Haushalt als Teil des Aktionsprogramms zum Klimaschutz eingestellt.

Gegen das Klimaticket hatten in der vergangenen Stadtverordnetensitzung SPD, AfD und Stadtverordnete Mandy Neumann (Die Partei) gestimmt. Linke, FDP, Stadtverordnete Christina Dietrich (FW) und Teile von Uffbasse hatten sich bei der Abstimmung enthalten. (Claudia Kabel)

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