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Darmstadt: Weiter Kritik an Baumfällungen am Waldkunstpfad

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Von: Jens Joachim

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Nach der Fällung der Bäume wurden die Stämme am Wegesrand zum Abtransport abgelegt.
Nach der Fällung der Bäume wurden die Stämme am Wegesrand zum Abtransport abgelegt. © Rolf Oeser

Waldschutz-Initiativen widersprechen dem Landesbetrieb Hessenforst und dem Sprecher des Nabu Hessen. Auch ein Verzicht auf die Waldkunst in der Schutzzone wird angeregt.

Bei mehreren Waldschutz-Initiativen in und um Darmstadt sind die jüngsten Stellungnahmen des Landesbetriebs Hessenforst und des Sprechers des hessischen Landesverbands des Naturschutzbundes (Nabu) zu den in der vorigen Woche erfolgten Baumfällungen am Darmstädter Waldkunstpfad auf Ablehnung gestoßen. Zudem gibt es den Vorschlag, künftig auf Waldkunst in dem geschützten Buchenwald zu verzichten.

Der Darmstädter Forstamtsleiter Hartmut Müller hatte am Freitag mitgeteilt, dass am Waldkunstpfad „42 kranke Bäume“ aus Sicherungsgründen gefällt worden seien. Die Fällung der Bäume sei mit dem Umweltministerium und der Stadt Darmstadt abgestimmt gewesen.

Baumfällungen in Darmstadt: Initiativen widersprechen Hessenforst

Im Auftrag von fünf Initiativen, die sich für den Erhalt des geschützten Buchenwalds rund um den Darmstädter Herrgottsberg einsetzen, teilte Karin Mühlenbock aus Mühltal mit, dass die Bäume im Herbst vorigen Jahres von einem Forstwissenschaftler begutachtet worden seien. Das Ergebnis der Begutachtung stehe „im Widerspruch zu dem, was Hessenforst behauptet“, so Mühlenbock.

Berthold Langenhorst, Sprecher des hessischen Nabu-Landesverbands Hessen, werfen die Initiativen indes vor, Aussagen des Landesbetriebs Hessen-Forst „ungeprüft übernommen“ zu haben, ohne selbst vor Ort gewesen zu sein, und ohne mit den örtlichen Aktivistinnen und Aktivisten und Nabu-Mitgliedern gesprochen zu haben. Dies, so Mühlenbock, sei „ein Schlag ins Gesicht aller Waldschützer“. Langenhorst hatte am Freitag der FR gesagt, die Baumfällungen seien Teil einer Kompromisslösung gewesen, die Anfang November vorigen Jahres vereinbart worden sei.

Initiativen-Sprecherin: „Walderhalt geht vor Waldkunst!“

Die Nabu-Gruppe Seeheim-Jugenheim spricht von einer „Machtdemonstration“ des Darmstädter Forstamts. Nach Einschätzung des freiberuflichen Forstwissenschaftlers Martin Bertram aus Albach-Hähnlein wurden in der vorigen Woche „gesunde und leicht geschädigte Bäume ohne besondere statische Beeinträchtigungen“ gefällt. Bertram wundert sich zugleich, dass zwei große Buchen mit einer starken statischen Beeinträchtigung stehengelassen worden seien.

Meike Plößer vom Netzwerk Bergsträßer Wald forderte am Montag gar einen Verzicht der Waldkunst in der geschützten Zone um den Herrgottsberg. „Walderhalt geht vor Waldkunst!“, meinte Plößer.

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