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Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen steigt in Darmstadt stetig. 

News-Ticker: Corona-Krise in Darmstadt und Südhessen

Coronavirus in Darmstadt: Verdopplung der Infektionen in einer Woche 

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Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen steigt in Darmstadt und den Kreisen Darmstadt-Dieburg sowie Groß-Gerau weiter an. Zugleich nimmt auch die Zahl der Genesenen täglich zu.

  • 79 Coronavirus-Infizierte sind in Darmstadt registriert, von denen aber schon 18 wieder gesund sind, 207 Fälle sind es im Landkreis Darmstadt-Dieburgund 223 im Kreis Groß-Gerau
  • Erster Toter im Kreis Groß-Gerau, zwei registrierte Todesfälle im Landkreis Darmstadt-Dieburg 
  • In Darmstadt- Eberstadt wird ein ehemaliges Klinikgebäude als Pflegeeinrichtung für Nicht-Covid-19-Patienten eingerichtet, um die Kliniken zu entlasten
  • Das Land Hessen reaktiviert in Darmstadt die Starkenburg-Kaserne als Flüchtlingsunterkunft

Letztes Update, Freitag, 3. April 2020, 9.30 Uhr: Nach den jüngsten Zahlen des hessischen Sozialministeriums haben sich die Zahlen der mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Menschen in Darmstadt, im Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie im Kreis Groß-Gerau innerhalb einer Woche verdoppelt.

In Darmstadt stieg die Zahl der Infizierten auf 79 (+7 im Vergleich zum Vortag) an. In den sieben Tagen zuvor kamen 40 neue bestätigte Fälle hinzu. (Stand: Donnerstag, 2. April, 14 Uhr).

Laut einer Mitteilung des Darmstädter Gesundheitsamtes vom Mittwoch konnten seit Beginn der Pandemie bereits 18 Personen aus der Quarantäne oder der Isolierung entlassen worden. Sie gelten nun wieder als gesund.

Corona-Pandemie: Das Klinikum Darmstadt bereitet sich derweil auf den Katastrophenfall vor.

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Spargelanbau in Südhessen aus: Wegen fehlender Erntehelfer aus Osteuropa erwarten Landwirte in dieser Saison drastische Ernteeinbußen. Auch Studenten stechen, sortieren und verkaufen nun das edle Stangengemüse

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es nun laut übereinstimmenden Mitteilungen des Sozialministerium und der Kreisverwaltung 207 registrierte Fälle (+12). In den sieben Tagen zuvor kamen 100 neue bestätigte Fälle hinzu. Im Kreis sind inzwischen zwei Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Nach einer Mitteilung der Kreisverwaltung gelten inzwischen 88 Menschen wieder als „gesund“. Sie sind aber nach Auskunft von Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) allerdings weiterhin in den Fallzahlen enthalten.

Mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen mit Sars-CoV-2 infiziert

Laut einer detaillierten Auflistung der Kreisverwaltung waren im Landkreis 142 Männer, aber nur 65 Frauen als Sars-CoV-2-Fälle registriert (Stand: Donnerstag, 2. April).

Bei den mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Männern sind 35 (keine Veränderung gegenüber dem Vortag) zwischen 15 und 34 Jahre alt, 70 (+2) zwischen 35 und 59 Jahre alt, 32 (+4) zwischen 60 und 79 Jahre alt und weiterhin fünf sind älter als 80 Jahre.

Bei den weiblichen Fällen sind nun zwei Mädchen zwischen fünf und 14 Jahre alt (+1), zwölf (+1) sind zwischen 15 und 34 Jahre, 38 (+2) zwischen 35 und 59 Jahre, acht (+/- 0) zwischen 60 und 79 Jahre sowie fünf (+2) älter als 80 Jahre.

Kreis Groß-Gerau: Erster Todesfall mit Coronavirus-Infektion

Und im Kreis Groß-Gerau waren am Donnerstag nach Angaben des Sozialministeriums 216 (+7) Infektionsfälle bekannt. In den sieben Tagen zuvor kamen 94 neue bestätigte Fälle hinzu. Die Kreisverwaltung teilte mit, es gebe inzwischen 223 Fälle.

65 Fälle listet das Groß-Gerauer Kreisgesundheitsamt für die Stadt Rüsselsheim auf, 30 für Mörfelden-Walldorf, 23 für Groß-Gerau und 22 für Riedstadt auf. Zur Zahl der Genesenen hat das Gesundheitsamt bislang keine Angaben gemacht.

Ein 80-jähriger Mann aus dem Kreis Groß-Gerau, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert war, ist in der Kreisklinik Groß-Gerau gestorben. Das teilten das Gesundheitsamt Groß-Gerau und die Kreisklinik am Mittwoch mit. Der Mann habe bereits an erheblichen Grunderkrankungen gelitten, noch bevor er sich mit dem Virus angesteckt habe, so dass die Todesursache zunächst nicht eindeutig zu bestimmen gewesen sei. Statistisch betrachtet sei der Mann der erste Corona-Todesfall im Kreis Groß-Gerau.

Medizinisch erfahrene Helfer für das Klinikum Darmstadt gesucht

Update vom Mittwoch, 1. April 2020, 21 Uhr: Der Krisenstab der Stadt Darmstadt hat nochmals einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung gerichtet: Personen, die ihre Hilfe für die Darmstädter Kliniken anbieten wollen und medizinische Vorkenntnisse haben – beispielsweise auch Logopäden, Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten –, können sich von Montag bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr unter 06151 / 780 68 00 an die Coronahelfer-Hotline der Stadt wenden.

Nach Auskunft von Eva Bredow-Cordier, der Sprecherin des Klinikums Darmstadt, haben sich in den vergangenen Tagen bereits zehn Medizin-Studierende gemeldet, die nun an den Klinikeingängen eingesetzt werden, um Patienten mit Terminen im Klinikum und die noch zugelassenen Besucherinnen und Besucher (wie etwa Väter von Neugeborenen oder solche, die zu sterbenden Menschen wollen) zu empfangen. Die Besucher erhalten dann von den Studierenden einen Fragebogen oder und bei ihnen wird die Körpertemperatur gemessen. Denn nur wer kein Corona-Verdachtsfall oder Risikopatient ist, darf das Klinikum betreten. In einem eigens aufgestellten Zelt vor der Zentralen Notaufnahme werden zudem infizierte von nicht-infizierten Patienten separiert.

Coronakrise: Zweiter Todesfall im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Update vom Dienstag, 31. März 2020, 21.00 Uhr: Klaus Peter Schellhaas (SPD), der Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg, teilte am Dienstagabend via Facebook mit, die Anzahl der Menschen, die sich in den beiden Kreiskrankenhäusern in Groß-Umstadt und Jugenheim befänden, habe sich „geringfügig verringert“. 

Schellhaas zufolge haben 19 Menschen starke Symptomen, sind aber lediglich Verdachtsfälle. 13 „gesichert Infizierte“ würden im Kreiskrankenhaus in Groß-Umstadt medizinisch versorgt. Dort liege niemand auf der Intensivstation. In Jugenheim lägen unverändert drei Menschen auf der Intensivstation. Eine Person sei in Jugenheim am Montag verstorben, so Schellhaas. Es handelt sich um den zweiten registrierten Covid-19-Todesfall im Landkreis.

Darmstadt-Dieburger Landrat bittet darum, Gesichtsmasken zu tragen

Landrat Schellhaas richtete zugleich via Facebook-Eintrag die „große Bitte“ an die Bürgerinnen und Bürger, sich Gesichtsmasken zu nähen und in der Öffentlichkeit zu tragen. Anordnen wolle er das Tragen der Masken aber nicht. Der Landrat schrieb: „Ihr schützt Euer Umfeld, KollegInnen, Freunde und ein wenig auch Euch selbst!“ Er habe bereits vor einiger Zeit gesagt, man solle sich „so verhalten, als wäre man infiziert“. Mit dem Tragen der Gesichtsmasken „tun wir etwas Gutes“, so Schellhaas. Es reiche aus, einen Stoff zu verwenden, der bei 60 Grad gewaschen werden könne. Schellhaas: „Also traut Euch. Es kann ja auch ein lustiges Motiv sein! Ich freue mich schon auf die ersten Bilder.“

Der Krisenstab der Kreisverwaltung wird Schellhaas zufolge als Jury fungieren und „die schönste Maske der Woche“ prämieren. Zu gewinnen gibt es Schellhaas zufolge jede Woche eine Flasche Sekt für Erwachsene sowie einen Gutschein oder einen Sonderpreis für Kinder und Jugendliche. Zudem rief der Landrat dazu auf, auch genähte Masken für den Krisenstab zur Verfügung zu stellen, da alle Mitglieder des Stabs nicht nähen könnten. Benötigt würden etwa 20 Stück, die auch bezahlt würden - „je bunter, umso besser, so der Landrat.

+++ 18.30 Uhr: In Darmstadt haben sich bis Montagnachmittag, 30. März, nach Angaben der Stadt 62 Menschen und nach Auskunft des hessischen Sozialministeriums 61 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg waren nach übereinstimmenden Angaben des Sozialministeriums und des Landkreises 161 Menschen mit dem Virus infiziert beziehungsweise an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt. Wie der Landkreis am Montag mitteilte, gelten inzwischen 41 Menschen wieder als gesund (Stand: 30. März, 16.30 Uhr). 

Und im Kreis Groß-Gerau gibt es nun laut der Kreisverwaltung 191 Infizierte. Das Sozialministerium sprach um 14 Uhr von 184 Fällen. Die meisten Infizierten sind nach Angaben des Kreises in Rüsselsheim (57) registriert, gefolgt von Mörfelden-Walldorf (27), Groß-Gerau (19) und Riedstadt (18).

Corona-Krise in Darmstadt: Europa-Wochenende fällt aus

+++ 18.10 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie hat der Krisenstab der Stadt Darmstadt jetzt zwei Veranstaltungen im Juni abgesagt: Das Europa-Wochenende und der städtische Grenzgang am 5. und 6. Juni fallen aus. Der Grenzgang wird traditionell von Darmstadts Partnerstädten kulinarisch begleitet. 

„In der aktuellen Situation durch die Ausbreitung des Covid-19-Virus können die Städte den Organisationsaufwand kaum leisten und werden durch die Absage des Wochenendes deutlich entlastet“, erklärt der Oberbürgermeister und Krisenstabsleiter Jochen Partsch (Grüne) am Montag, 30. März, per Mitteilung.

Covid-19-Pandemie: Hilfslieferung für Partnerstadt Brescia

Gleichzeitig schickte die Stadt eine erste Hilfslieferung von Schutzmasken in die italienische Partnerstadt Brescia. Über weitere Unterstützungsmaßnahmen werde beraten, hieß es in einer Mitteilung der Stadt. Die Stadt in Norditalien sei von der Covid-19-Pandemie besonders stark betroffen.

Zudem beschäftigte sich der Krisenstab der Stadt während seiner jüngsten Sitzung mit der Verteilung von Schutzausrüstung sowie mit der Zusammenarbeit und Vernetzung der Krankenhäuser in der Region, weil das Klinikum Darmstadt in Südhessen im Auftrag des Landes Hessen die Funktion eines „Koordinierenden Krankenhaus“ übernommen hat. Vorgesehen ist, dass das Klinikum die Patientenversorgung in der Stadt Darmstadt sowie in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße und Odenwald steuert.

Corona-Krise in Darmstadt: Notfallbetreuung über Ostern

Zudem beriet der Krisenstab der Stadt Darmstadt über eine Notfallbetreuung über Ostern: Das Jugendamt arbeite aktuell ein Konzept aus, um die Betreuung von Kindern, deren Eltern in systemrelevanten Berufsgruppen arbeiten, auch über die Osterfeiertage zu gewährleisten und damit die „Funktionsfähigkeit der kritischen Infrastruktur“ sicherzustellen.

Schule spendet Schutzausrüstung an das Klinikum Darmstadt

Update, Montag, 30.03.2020, 8.30 Uhr: Freude in der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Darmstadt: Das Krankenhaus ist auf eigene Initiative zu einer heiß ersehnten Spende gekommen. 315 Ganzkörper-Schutzanzüge und 5000 chirurgische Mundschutze hat die Huada-Chinesisch-Schule Darmstadt getätigt. Das teilte die Stadt mit.

Überbracht habe das Geschenk im Wert von 8000 Euro Schulleiterin Hongyan Su, Frau Cao-Balzer und Vorstandsmitglied Guoqiang Sun. Er erzählt, die Spendensumme sei bei den Eltern eingeworben worden. Seit zwei Wochen hätten sie viel Zeit damit verbracht, bei Firmen anzufragen, im Internet zu recherchieren und die Ware zu ordern. So kommen die Mundschutze - original verpackt - aus China.

Beschaffung von Schutzanzügen und Mundschutz schwierig

„Es gibt sie noch, die guten Menschen, das ist so wichtig, gerade in Krisenzeiten“, sagt die Leiterin des Zentraleinkaufs Sonja Oppitz. „Wir sind der Huada-Chinesisch-Schule sehr dankbar.“ Die Spende habe bei ihren Mitarbeitenden große Freude ausgelöst, da die Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung derzeit extrem schwierig sei und die Preise explodierten.

Die Waren wurden direkt an die Zentrale Notaufnahme  weitergegeben, der Ort, an dem alle Corona-Patienten zunächst aufgenommen und von den Mitarbeitenden medizinisch abgeklärt und dann je nach Gesundheitszustand weiter auf die Isolierstation oder die Intensivstation.

Corona-Krise in Darmstadt: Flüchtlinge in Starkenburg-Kaserne

Update, Freitag, 27.03.2020, 15.45 Uhr: Die Einrichtung eines separaten Hauses zur Patientenpflege auf dem früheren Gelände des Darmstädter Klinikums im Stadtteil Eberstadt kommt voran. Nach den letzten technischen und behördlichen Abnahmen in den nächsten Tagen soll die Einrichtung nach einer Mitteilung der Stadt in der kommenden Woche einsatzbereit sein. In dem Gebäude der ehemaligen Neurologie sollen Nicht-Covid-19-Patienten gepflegt werden, um die Darmstädter Kliniken zu entlasten und deren Kapazitäten für Covid-19-Fälle einsetzen zu können.

Bürgerinnen und Bürger, die bei der Bekämpfung des Covid-19-Virus unterstützen wollen, können sich weiterhin bei der Coronahelfer-Hotline unter der Telefonnummer 06151/780 68 00 telefonisch melden. Gesucht werden nach Angaben der Stadt vor allem Personen mit medizinischen Vorkenntnissen. Die Hotline ist von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr besetzt.

Der Krisenstab der Stadt hat zudem mitgeteilt, dass das Land Hessen die Starkenburg-Kaserne zur Unterbringung von Geflüchteten aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen reaktivieren wird. Hintergrund für diese Maßnahme sei, dass in der Einrichtung in Gießen vier Personen positiv auf Covid-19 getestet worden seien. Mit der Reaktivierung der Kasernengebäude in Darmstadt und im nordhessischen Bad Arolsen sollen ausreichende räumliche Kapazitäten geschaffen werden, um dort nicht an Covid-19 erkrankte Menschen unterzubringen und eine bessere räumliche Trennung zu gewährleisten.

Corona-Krise in Darmstadt: Abermals Fahrplanänderungen ab dem 30. März

Nach einer Mitteilung der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadiona) wird von Montag, 30. März, an der AirLiner nur noch im Stundentakt verkehren. Die Buslinie G und WX fahren wieder nach Ferienfahrplan und die Buslinie RHX entfällt. Außerdem entfallen die Nachtfahrten aus den Linien der Fa. Jungermann, der Fa. FS Omnibus (Fischle) und der Fa. Spahn und Roth. Die Dadina schließt zudem nicht aus, dass es zukünftig zu weiteren Anpassungen kommen wird.

Der Fahrscheinverkauf beim Fahrpersonal auf allen lokalen Linien im Dadina-Gebiet wurde zwar eingestellt, die Fahrkartenpflicht besteht aber weiterhin. Fahrkarten können etwa an den RMV-Vorverkaufsstellen, den Automaten und über das RMV-Handyticket erworben werden.

Außerdem wurden nach Angaben der Dadina die Busunternehmen darauf hingewiesen, Haltestangen und andere mögliche Übertragungsflächen regelmäßig zu desinfizieren. Weitere Informationen gibt es bei der Dadina-Geschäftsstelle unter der Telefonnummer 06151/360510 oder per Mail unter info@dadina.de.  

Coronavirus-Infektionen im Kreis Groß-Gerau: Aktuell steigen die Zahlen langsamer

+++ 18.00 Uhr: Im Kreis Groß-Gerau steigen die Coronavirus-Infektionen derzeit langsamer. „Nachdem wir rund ums vergangene Wochenende drei Tage lang exponentielles Wachstum bei den Fällen zu verzeichnen hatten, verringert sich das Tempo der Steigerung bei den Fallzahlen seit einigen Tagen. Dies ist auch Folge der eingeleiteten restriktiven Vorsichtsmaßnahmen wie Schulschließungen, Einhaltung von Abstandsregeln und Kontaktverboten“, äußerte Dr. Angela Carstens, die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Verbraucherschutz in der Kreisverwaltung Groß-Gerau. Dies sei erst mal „ein positives Signal“, ergänzte ihre Stellvertreterin Ute Kepper. Wäre die Kurve weiter exponentiell gestiegen, hätte es am Donnerstag 231 Fälle geben müssen.

Bis zum Dienstag, 24. März, wurde laut einer Mitteilung der Groß-Gerauer Kreisverwaltung im „Drive-in“ an der Kreisklinik in Groß-Gerau bei 842 Personen Abstriche genommen. 652 Menschen stammten aus dem Kreis Groß-Gerau, die anderen kamen von außerhalb. „Mit bis zu 190 Tests am Tag sind wir sehr gut aufgestellt“, teilte Landrat Thomas Will (SPD) mit. Allerdings, so Carstens, stießen die Labore zum Teil bereits an ihre Kapazitäts- und Materialgrenzen. So könne es in einzelnen Fällen vier, fünf Tage dauern, bis Ergebnisse vorlägen.

Darmstadt stellt Steuerbescheide zurück und verzichtet auf Gebühren

+++ 17.15 Uhr: In Darmstadt werden Steuerbescheide für Gewerbetreibende zurückgestellt. Notwendig sei ein nur ein formloser Antrag, der auf die aktuelle Covid-19-Pandemie verweise, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Zudem würden bis zur Normalisierung der Lage keine Gebühren für die Nutzung von Außenflächen erhoben. Das Citymarketing will zudem in seinem „Digitalen Schaufenster“ auch alle Händler und Gastronomen aufführen, die einen Onlineshop betreiben oder einen Lieferservice anbieten.

Corona-Krise in Darmstadt: Erster Online-Elternabend

+++12.45 Uhr: Der „digitale Alltag zu Hause“ ist Thema des ersten Online-Elternabends, zu dem am Freitag, 27. März, das Haus der digitalen Medienbildung Darmstadt in Kooperation mit dem Darmstädter Jugendamt und der Digitalstadt GmbH und der Centralstation einlädt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Die Stadt Darmstadt will auf diese Weise Eltern die Gelegenheit bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Antworten auf Fragen geben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Haus der digitalen Medienbildung, die auch kreative Tipps für den digitalen Alltag zu Hause geben.

Die Teilnahme an dem Online-Elternabend ist kostenfrei. Für die Teilnahme ist die Installation der kostenfreien App „GoToMeeting“ erforderlich. Der Zugang erfolgt über die Eingabe des Codes 846-711-621 direkt in der App.

Corona-Krise: Evangelische Kirche startet neues Online-Angebot

+++ 11.15 Uhr: Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) startet an diesem Freitag ein neues Format für Online-Gottesdienste in Wohnzimmeratmosphäre. Neben den bestehenden Dutzenden Angeboten, Gottesdienste in Kirchen via Internet zu empfangen, sollen nun unter dem Motto „Living Room“ jeden Freitag Wohnzimmer-Andachten angeboten werden, teilte die EKHN am Donnerstag mit. Hintergrund ist, dass seit zwei Wochen auch öffentliche Gottesdienstfeiern nicht mehr erlaubt sind.

Initiiert hat die neuen Online-Gottesdienste in Zeiten der Kontaktsperren das hessen-nassauische Pfarrer-Ehepaar Miriam Küllmer-Vogt und Fabian Vogt. Der Titel „Living Room“ - der englische Begriff kann für Wohnzimmer aber auch für Lebensraum stehen - sei in Zeiten der Kontaktsperre bewusst ausgesucht worden. Dort sollen Menschen persönlich und ermutigend erzählen, warum der christliche Glaube gerade in herausfordernden Zeiten eine kostbare Kraft sein kann. Die Sendung würde absichtlich freitags gesendet, um die Bildschirme für die großen Fernsehgottesdienste frei zu halten.

Den Start mache die stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf. Gezeigt werde „Living Room“ wöchentlich ab Freitag, 19 Uhr, unter anderem auf dem evangelischen YouTube-Kanal „evTV“ oder online unter www.ekhn.de/Livingroom.

Esa fährt Missionskontrolle für Satelliten weiter runter

Update vom Donnerstag, 26.03.2020, 10.30 Uhr:Die Europäische Weltraumorganisation Esa hat das Personal für die Missionskontrolle in Darmstadt wegen der Infektion eines Mitarbeiters mit dem Coronavirus weiter reduziert. Durchschnittlich 30 der insgesamt 900 Mitarbeiter würden derzeit noch im Kontrollzentrum arbeiten, sagte der stellvertretende Esoc-Leiter Paolo Ferri der Deutschen Presse-Agentur.

Bei vier Satelliten seien Instrumente abgeschaltet worden. Auch Tests an der erst kürzlich gestarteten Sonnenmission Solar Orbiter seien eingestellt worden. Grund für die Vorsicht ist auch der nahende Erdvorbeiflug der Merkur-Sonde BepiColombo, für den Experten im Zentrum gebraucht würden. "Die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen hat für uns die höchste Priorität", sagte der Esa-Direktor für den Missionsbetrieb, Rolf Densing. Aus diesem Grund würden die Aktivitäten für einige wissenschaftliche Missionen reduziert. Die Esa steuert von Darmstadt aus 21 Raumfahrzeuge.

OB appelliert, lokalen Handel und Gastronomie zu unterstützen

Update vom Mittwoch, 25.03.2020, 22.30 Uhr:Im Hinblick auf die Auswirkungen, die die Coronavirus-Pandemie für alle Menschen, viele Unternehmen, aber auch den Einzelhandel und die Gastronomie hat, hat Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) in einem Appell an die Bürgerschaft dazu aufgerufen, lokale Händler und die Gastronomie zu unterstützen. Der OB verweist in diesem Zusammenhang auch auf das digitale Schaufenster des Vereins Darmstadt Citymarkting (https://www.darmstadt-citymarketing.de/digitales-schaufenster). Dort präsentieren sich etliche Einzelhändler aus Darmstadt.

Corona-Pandemie in Darmstadt: Altes Klinikgebäude wird reaktiviert

Im Darmstadt-Eberstadt wird derzeit ein Gebäude der früheren Neurologischen Klinik auf dem ehemaligen Gelände des städtischen Klinikums als Interimseinrichtung für die Pflege von Patienten eingerichtet. Auf diese Weise sollen Bettenkapazitäten in den Darmstädter Kliniken und der Region für Corona-Patienten bereitgehalten werden. Stadtsprecher Klaus Honold sprach am Mittwoch von einer „Einrichtung zur Patientenpflege“ mit rund 80 Betten.

Der Krisenstab der Stadt Darmstadt sorgt sich um eine ausreichende Ausstattung von Ärzten, Pflegepersonal sowie von Mitarbeitenden der Rettungsdienste und in Pflegeeinrichtungen mit Schutzausrüstung.

Das Klinikum Darmstadt, dass derzeit als Koordinierendes Krankenhaus die Patientenversorgung – auch der nicht von Covid-19 betroffenen Patienten – für Südhessen steuert, steht nach einer Mitteilung der Stadt in diesem Zusammenhang im Austausch mit dem Planungsstab Stationäre Versorgungsstruktur des Landes Hessen. Das Klinikum stimmt sich zudem täglich mit den Krankenhäusern der Region und den Rettungsdienstleitstellen ab.

Corona-Krise in Darmstadt: Bauverein will Mieter unterstützen

Die Darmstädter Bauverein AG hat beschlossen, im April keine Mieterhöhungsschreiben zu verschicken. Zudem solle geprüft werden, ob eine auf die jeweilige Situation angepasste Ratenzahlung der Miete möglich sei, teilt das kommunale Unternehmen mit. Kunden könnten ihre Kündigungen zurückziehen, sofern die Wohnung nicht bereits neu vermietet worden ist. Der Bauverein will zudem vorübergehend Kündigungen und Räumungsverfahren aussetzen. Die BVD Gewerbe GmbH, ein Tochterunternehmen des Bauvereins, steht laut Mitteilung zudem mit Gewerbekunden in Kontakt, die durch die derzeitigen Schließungen ihrer Betriebe in Not geraten. Auch hier will man nach Angaben der Unternehmensleitung den Kunden „mit individuellen Lösungen entgegenkommen“. So stundet die Gewerbetochter die Mieten in Einzelfällen.

+++ 15.00 Uhr:  Zu Beerdigungen und Trauerfeiern sind in der Stadt Darmstadt ab sofort nur noch zehn Personen zugelassen. Das hat die Stadt am Dienstag mit Bezug auf einen Erlass des hessischen Innenministeriums festgelegt. „Von den Vorsorgemaßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie seien alle Bereiche des Lebens betroffen – auch dieser schmerzliche, der des Abschieds von nahestehenden Menschen“, teilte Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) mit.

Coronavirus in Darmstadt: Verstorbener war bereits schwer krank

Die Stadt hält es zudem „grundsätzlich für geboten, die Trauerzeremonie nur im Freien vorzunehmen". Wenn der derzeit notwendige Mindestabstand zwischen Menschen von 1,50 Meter eingehalten werde, dann könnten ältere und gebrechliche Trauergäste auch sitzen, so Akdeniz.

Zuvor hatte das Wiesbadener Innenministerium darauf hingewiesen, dass mit der jüngsten Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte vom 22. März Trauerfeiern und Bestattungen unter Einhaltung der Infektionsschutzbestimmungen weiterhin möglich seien. Bürgerinnen und Bürger soll es gestattet bleiben, von Angehörigen würdevoll Abschied nehmen zu können. Nähere Auskünfte gibt das Grünflächenamt der Stadt Darmstadt unter der Telefonnummer 06151 / 13 29 15.

Update vom Dienstag, 24.03.2020, 11.15 Uhr: Die Covid-19-Pandemie hat in Darmstadt das erste Todesopfer gefordert: Nach Informationen des Gesundheitsamtes der Stadt Darmstadt ist in der Nacht zum Dienstag erstmals in Darmstadt ein positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getesteter Patient gestorben. Dies hat am Dienstagvormittag die Stadt Darmstadt mitgeteilt. Bei dem Verstorbenen handele es sich um einen 89-jährigen Mann, der am Montag mit schweren Vorerkrankungen in ein Darmstädter Krankenhaus eingeliefert worden sei.

Coronavirus in Darmstadt: Polizei kontrolliert Restriktionen

Update vom Montag, 23.03.2020, 22.00 Uhr:Die Stadt Darmstadt hat angekündigt, die Einhaltung der vom Land am Sonntag angeordneten weiteren Restriktionen für das öffentliche und private Leben mit Kräften der Kommunalpolizei in Zusammenarbeit mit der Landespolizei zu kontrollieren. Das Land Hessen hatte am Vortag verfügt, dass der Aufenthalt im Freien nur allein oder mit einer zweiten, nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden Person oder mit den engsten Familienangehörigen erlaubt ist.

Unterdessen haben sich über die neue Coronahelfer-Hotline 06151 / 780 68 00  schon zahlreiche Menschen vor allem mit medizinischen Kenntnissen gemeldet und ihre Unterstützung angeboten. Die Hotline ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr besetzt.

Das Klinikum Darmstadt sucht via Facebook-Aufruf dringend nach „Personen mit medizinischen oder pflegerischen Vorkenntnissen, die uns in unserer bevorstehenden Herausforderung unterstützen“. Mails mit Kurzinfos können an die E-Mailadresse info@mail.klinikum-darmstadt.de gesandt werden.

Die Kreisklinik Groß-Gerau  teilte ebenfalls via Facebook mit, dass alleine in der vorigen Woche 550 Tests im sogenannten Corona-„Drive-In“ durchgeführt wurden. Menschen können auf dem Klinikgelände auf einen Parkplatz fahren und im Auto sitzen bleiben, während ihnen der Abstrich aus dem Rachen genommen wird. Zudem haben sich 40 Personen im Rahmen der Fiebersprechstunde behandeln lassen. Jeden Tag erreichen die Kreisklinik zwischen 800 und 1000 Anrufe über die „Corona-Line“. Dazu kommen täglich Dutzende E-Mails über die extra eingerichtete E-Mail-Adresse corona@kreisklinik-gg.de.

Coronavirus: Klinikum Darmstadt steuert Patientenversorgung

Das Klinikum Darmstadt wird während der Covid-19-Pandemie als „Koordinierendes Krankenhaus“ zentral die Patientenversorgung für Südhessen steuern. Der vom Land Hessen festgelegte Versorgungsbezirk umfasst neben der Stadt Darmstadt auch die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße und Odenwald. Das hat die Stadt Darmstadt am frühen Sonntagnachmittag mitgeteilt.

Der Krisenstab der Stadt hat zudem die neuen Regelungen zur Notfallkinderbetreuung festgelegt. Zum einen wurde nach Angaben der Stadt der Kreis jener Eltern erweitert, die – weil sie in systemrelevanten Berufen arbeiten – Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder haben. Zum anderen gilt nun, dass dieser Anspruch auch dann besteht, wenn einer der beiden Elternteile oder Erziehungsberechtigten in einem in der Landesverordnung aufgeführten „systemkritischen Berufe“ (wie etwa medizinisches Personal, Pflegekräfte, Polizisten oder Justizbedienstete) arbeitet. Bislang musste dies bei beiden Elternteilen gegeben sein.

Entgegen der Auffassung der Stadt sollen nach der Vorgabe des Landes Baumärkte  nicht geschlossen werden. Die Stadt Darmstadt beugt sich gleichwohl der Vorgabe des Landes. „Wir appellieren jedoch dringend, hier die Regeln zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Kundinnen und Kunden zu befolgen, insbesondere die Abstandsregeln. Sie sind geboten, sinnvoll und wirksam. Wir werden die Einhaltung auch kontrollieren“, kündigte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Sonntag an.

Nur wenige Verstöße gegen Corona-Regeln in Darmstadt

Im Darmstädter Stadtteil Arheilgen war es am Sonntag - trotz strahlendem Sonnenschein - fast schon gespenstisch ruhig. Auf den Gehwegen waren nur vereinzelt Spaziergänger zu sehen. Ab und an führten Menschen ihre Hunde Gassi oder es fuhren einige Autos durch die Straßen.

Der Appell von Politik und Polizei zur Einhaltung der in Hessen verschärften Corona-Regeln hat zunächst die erhoffte Wirkung erzielt. Nach Angaben der Polizeipräsidien wurden in der Nacht zum Sonntag nur gelegentliche Verstöße registriert, die Menschen hätten sich überwiegend an die Vorgaben der Behörden gehalten. Nur vereinzelt, so auch in Darmstadt, seien einige Unbelehrbare von den Beamten in Gruppen angetroffen worden, berichtet die Deutschen Presse-Agentur.

Coronavirus-Fall im Raumfahrtkontrollzentrum Esoc in Darmstadt

Die Corona-Krise macht vor der europäischen Raumfahrt nicht Halt. Die Missionskontrolle Esa in Darmstadt, von der aus 21 Raumfahrzeuge gesteuert werden, arbeitet nur noch mit einer Rumpfmannschaft vor Ort. Im Moment seien rund 40 bis 50 der insgesamt 900 Mitarbeiter in der Zentrale in Darmstadt, sagte der Leiter des Esa-Missionsbetriebs und stellvertretende ESOC-Zentrumsleiter Paolo Ferri der Deutschen Presse-Agentur.

Ab Montag solle das noch weiter runtergefahren werden, nachdem es auch im Esoc einen Fall einer Coronavirus-Infektion gegeben habe. "Aber auf Null können wir nicht gehen." Die Mitarbeiter vor Ort würden derzeit in Schichten arbeiten und sich nicht sehen. Innerhalb des Zentrums werde ständig desinfiziert, sagte Ferri.

Vom Homeoffice aus würden die anderen Mitarbeitern nun logistisch den Betrieb der derzeit 21 von Darmstadt aus kontrollierten Raumfahrzeuge begleiten. Da gehe es zum Beispiel um Berechnungen und Kalkulationen von Umlaufbahnen. "Wir können die Satelliten nicht von zu Hause aus steuern." Technisch wäre das im Prinzip zwar möglich, aber das Risiko sei einfach zu groß.

+++ 21.00 Uhr: In der Stadt Ober-Ramstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist die Feuerwehr zum wiederholten Male durch die Straßen gefahren, um mit Lautsprecherdurchsagen die Bürgerinnen und Bürger nachdrücklich aufzufordern, zu Hause in ihren Wohnungen zu bleiben, um die weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus abzuschwächen.

„Ausgangssperre light“ wegen Coronavirus in und um Darmstadt:

Update vom Samstag, 21.03.2020, 16.00 Uhr: Mit den jüngsten Anordnungen der hessischen Landesregierung, von Samstagmittag an Gaststätten und Restaurants zu schließen sowie Versammlungen im öffentlichen Raum mit mehr als fünf Personen zu verbieten, sind Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und Klaus Peter Schellhaas (SPD), der Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg, nicht zufrieden. Zwar trage man die Entscheidungen mit, allerdings, so äußerten Partsch und Schellhaas am Freitagnachmittag in einer gemeinsamen Mitteilung, hätten sie sich vom Land „mehr erhofft“.

Der OB und der Landrat bezeichneten die Verfügungen des Landes als „Ausgangssperre light“. Sollte sich an diesem Wochenende jedoch zeigen, dass sich nicht an die Maßnahmen des Landes gehalten werde, dann „werden wir uns nicht scheuen, weitere Maßnahmen für Stadt und Kreis zu ergreifen“, kündigten Partsch und Schellhaas an. Dies könnte bedeuten, dass in Darmstadt und im benachbarten Landkreis bereits in der nächsten Woche Ausgangssperren verhängt werden könnten. 

OB Partsch und Landrat Schellhaas: „Bleibt zu Hause!“

Stadt und Landkreis wollen nun jedenfalls „eng zusammen“, was allerdings in den vergangenen Jahren nicht so häufig vorkam. „Wir können die Ausbreitung des Virus nur verlangsamen, wenn wir an einem Strang ziehen und wenn jeder Einzelne seine Sozialkontakte auf das Minimum reduziert“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung des OB und des Landrats. Partsch und Schellhaas appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger in der Stadt und im Landkreis: „Bleibt zu Hause. Lasst uns auf Liebgewonnenes verzichten, um uns und unsere Mitmenschen zu schützen.“

+++ 15.30 Uhr:  In der Stadt Darmstadt waren am Freitagmittag nach Angaben der Stadt 21 Menschen mit dem neuartigen Sars-CoV-2 infiziert. Zwei Patienten wurden intensivmedizinisch betreut. Zudem gibt es in Darmstadt rund 450 Menschen, die als Verdachtsfälle gelten und die per Anordnung unter Quarantäne stehen.

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg waren nach Angaben des hessischen Sozialministeriums (Stand: 20. März, 14:00 Uhr) 28 Menschen und im Kreis Groß-Gerau nun 48 mit dem Coronavirus infiziert. Nach einer Mitteilung der Kreisverwaltung in Groß-Gerau werden zwei der Erkrankten stationär behandelt, die anderen befänden sich in der sogenannten häuslichen Absonderung.

Mit einer weiteren Anordnung hat die Stadt beschlossen, nun auch Bau- und Gartenmärkte, Sonnenstudios, Nagelstudios, Eisdielen, Cafés sowie Gemischtwarenläden ohne Lebensmittelangebot zu schließen.

+++ 13.45 Uhr: Auch die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung zieht Konsequenzen aus der Corona-Epidemie. Stadtverordnetenvorsteherin Birgit Pörtner (Grüne) hatte bereits in der vorigen Woche veranlasst, dass die geplanten Ausschusssitzungen in der achten und neunten Kalenderwoche entfallen.

Coronavirus in Darmstadt: Stadtverordnete tagen am 2. April

Der Ältestenrat des Stadtparlaments hat nun am Donnerstagabend entschieden, dass die nächste Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstag, 2. April, im Kongresszentrum „Darmstadtium“ und nicht - wie sonst üblich - im Justus-Liebig-Haus stattfinden soll. Begründet wird dies damit, dass damit gewährleistet werde, während der Sitzung ausreichend Abstand untereinander zu halten. 

Die Tagesordnung soll laut einer Mitteilung der Stadt aber auf zur Beschlussfassung nötige Themen begrenzt werden. Die Fragestunde und die Behandlung von Anträgen sollen entfallen. Insbesondere jenen Stadtverordneten, die zu den Coronavirus-Risikogruppen gehören, wird freigestellt, ob sie an der Sitzung teilnehmen. Die Beschlussfähigkeit der Stadtverordnetenversammlung und die Mehrheitsverhältnisse sollen dabei gewahrt bleiben.

Die Tagesordnung wird auch einen Beschlussvorschlag enthalten, mit dem der Haupt- und Finanzausschuss  vorsorglich ermächtigt werden soll, endgültige Entscheidungen über Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung zu treffen, soweit dies gesetzlich zulässig ist.

Der Ältestenrat werde rechtzeitig vor den künftigen Sitzungen tagen und entscheiden, ob die vorhandenen Magistratsvorlagen durch den Haupt- und Finanzausschuss beschlossen werden können oder eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung herbeigeführt werden müsse, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Coronavirus in Darmstadt: Lilien richten Koordinierungsstelle ein

Update vom Freitag, 20.03.2020, 9.30 Uhr: Der Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 (SV 98) hat mit Unterstützung der Stadt Darmstadt eine zentrale Anlaufstelle für Hilfswillige und Hilfesuchende eingerichtet. Das haben der Verein und die Stadt am Freitagvormittag mitgeteilt. Auf einer Koordinierungsplattform vermittelt der SV 98 unter dem Motto „Wir sind #soliDArisch“ Hilfeleistungen unter der Telefonnummer 06151/2752 303 (die Hotline ist zwischen 10 und 14 Uhr besetzt), auf der Internetseite www.soli-DA-risch.de oder per E-Mail unter soliDArisch@sv98.de.

Der Sportverein und die Stadt teilten mit, sie wollten unter #soliDArisch als Anlaufstelle für Hilfsangebote und Hilfesuchende fungieren „und ausdrücklich die bereits vorhandenen, zum größten Teil privaten Initiativen mit einbeziehen“. Ziel der Aktion, die im Rahmen der Sozialkampagne „Im Zeichen der Lilie“ des SV 98 steht, sei es, „die ganze Bandbreite an Unterstützungsmöglichkeiten abzudecken“.

„Auch und vor allem in dieser gesellschaftlichen Krise wollen wir unserer sozialen Verantwortung gerecht werden", äußerte Vereinspräsident Rüdiger Fritsch. “Natürlich können wir nicht auf alle Fragen Antworten und Lösungen bieten. Wir wollen aber als Schnittstelle fungieren, um die Menschen zusammenzubringen und sich gegenseitig zu helfen„, so Fritsch. Wir sortieren, verbinden Personen miteinander und können unsere Reichweite sowie unser Netzwerk nutzen. Der Koordinierungsdienst wird auch von der Fan- und Förderabteilung des SV 98, der aktiven Fanszene und von bereits existierenden privaten Initiativen unterstützt.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) äußerte, Solidarität sei „das Gebot der Stunde“. Dazu gehöre, dass jeder alles tue, um eine eigene Ansteckung zu vermeiden. Dazu gehöre aber auch, „dass wir alle gemeinsam den Menschen helfen, die jetzt unsere Hilfe benötigen“. Dies sei auch ein Beitrag dazu, „alleinlebende Menschen vor einer Isolation zu bewahren“. „Wir stehen daher ausdrücklich hinter dieser vom SV Darmstadt 98 initiierten Aktion“, so Partsch. Er freue sich über die gemeinsame Initiative, die einmal mehr zeige, wie groß das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Stadt sei.

+++ 22.30 Uhr: Mit mehreren Bannern hat die Ultra-Fanszene des Fußball-Zweiligisten SV Darmstadt 98 ihre Solidarität und Dankbarkeit gegenüber den Ärzten, Pflegekräften und Mitarbeitern der Darmstädter Kliniken sowie Verkäuferinnen und Verkäufern in Supermärkten zum Ausdruck gebracht. 

Da die überwiegend jungen Anhänger der Darmstädter Lilien derzeit im Stadion am Bollenfalltor wegen der Pandemie des neuartigen Coronavirus keine Choereografien zeigen können, hatten die Ultras in den vergangenen Tagen meterlange Spruchbänder gestaltet, die in der Nacht zum Donnerstag an den Eingängen der Darmstädter Krankenhäuser aufgehängt wurden. Auf den Bannern war zu lesen: „Wenn ihr an eure Grenzen geht, denkt daran, dass diese Stadt hinter euch steht!“ und „DAnke und viel Kraft für alles was ihr schafft!“

Lilien-Ultras danken Personal von Kliniken und Supermärkten

Zudem brachten die Ultras der Lilien Briefe an die Mitarbeiter von mehr als 70 Supermärkten in der Region an - „natürlich alles ohne Ansteckungsgefahr untereinander zu riskieren“, wie der „Block1898“ am Donnerstag auf seiner Facebookseite mitteilte. Die Ultras verbanden ihre nächtlichen Aktionen mit der Mahnung: „Unterstützt diese Menschen ebenfalls und bleibt #DAheim !!!“

Das Klinikum Darmstadt reagierte auf den blau-weißen Support der Lilien-Ultras mit dem Facebook-Eintrag: „Danke SV Darmstadt 98 Ultra de Lis. Aber jetzt ab nach Hause - wir halten für euch die Stellung!“

Und am Donnerstagabend stellten sich 13 Mitarbeiter des städtischen Klinikums mit Schutzkleidung und Atemschutzmasken für ein Gruppenfoto vor ein Klinikgebäude und hielten Zettel mit der Botschaft „Wir sind für Euch DA -  bleibt Ihr bitte für uns zu Hause!“ in die Kamera.

Update vom Donnerstag, 19.03.2020, 17.30 Uhr:  In der Stadt Darmstadt waren am Donnerstagmittag nach Angaben eines Sprechers der Stadtverwaltung 16 Menschen mit dem neuartigen Sars-CoV-2 infiziert. Davon wird eine Person stationär behandelt, die anderen sind nur leicht erkrankt und befinden sich zu Hause. Zudem gibt es in Darmstadt rund 450 Menschen, die als Verdachtsfälle gelten und die per Anordnung unter Quarantäne stehen. 

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg waren nach Angaben des hessischen Sozialministeriums (Stand: 19. März, 14:00 Uhr) 17 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Im Kreis Groß-Gerau waren es nach einer Mitteilung der Kreisverwaltung schon 32 Infizierte. Am Donnerstag kamen bis zum Nachmittag elf neue Fälle im Kreis Groß-Gerau hinzu. Zwei Menschen werden stationär behandelt. Allerdings sind sie nach Angaben des Kreises „nicht ursächlich wegen Corona im Krankenhaus“. „Es geht ihnen gut“, sagt Ute Kepper vom Kreisgesundheitsamt.

Coronavirus in Darmstadt: Für ÖPNV gilt Samstagsfahrplan

Der Krisenstab der Stadt Darmstadt wird künftig in kleineren Gruppen arbeiten. Auf diese Weise sollen die Präsenzzeiten in der großen Zusammensetzung des Krisenstabs reduziert und zugleich sichergestellt werden, auch bei möglichen Ausfällen zukünftig arbeitsfähig zu bleiben.

Das Verbot von Großveranstaltungen wurde zudem auf Mai ausgedehnt, hieß es in einer Mitteilung. Daher werden auch das Schlossgrabenfest, das vom 28. bis 31. Mai stattfinden sollte, die Frühjahrsmess vom 30. April bis 10. Mai und der Merck-Firmenlauf am 20. Mai ausfallen. Der Firmenlauf wurde auf den 2. September verlegt.

Außerdem hat der Krisenstab am Donnerstag den Vorschlag des kommunalen Nahverkehrsunternehmens Heag mobilo angenommen, die Fahrpläne des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) weiter zu reduzieren. Von kommenden Montag, 23. März, an werden die Busse und Straßenbahnen nach einem modifizierten Samstagsfahrplan verkehren, kündigte Heag mobilo-Sprecherin Silke Rautenberg auf Anfrage der FR an. Weitere Informationen dazu soll es am Freitag geben.

Hintergrund für die abermalige Reduzierung des Angebots ist nach Angaben der Stadt die aktuell geringe Auslastung der Busse und Bahnen. Zum anderen sei dadurch eine flexible Veränderung in der Personalplanung möglich, damit die Funktionsfähigkeit des ÖPNV im Stadtgebiet auch weiterhin sichergestellt.

Seit dem heutigen Donnerstag, 19. März, fahren Busse und Straßenbahnen schon nach dem Ferienfahrplan. Bereits am Dienstag war bereits das Kundenzentrum am Luisenplatz und die RMV-Mobilitätszentrale am Darmstädter Hauptbahnhof geschlossen worden.

Alle Ämter und Einrichtungen der Stadtverwaltung können nach Angaben der Stadt derzeit ihren Betrieb aufrechterhalten; lediglich der Besucherverkehr sei eingeschränkt worden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien telefonisch und vorzugsweise per E-Mail erreichbar. Bürgerinnen und Bürger, die Fragen zur Schließung der städtischen Ämter oder zur Notbetreuung in Kitas und Schulen haben, können sich an die Behördennummer 115 wenden. Das Telefon ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr besetzt.

Die Stadt weist zudem nochmals darauf hin, dass sich der Eingang zum Corona-Testcenter der Kassenärztlichen Vereinigung im Stadtteil Bessungen an der Niersteiner Straße gegenüber vom Gesundheitsamt befindet. Der Test selbst wird im Gebäude D vorgenommen.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) teilte zudem am Donnerstag mit, die drastischen Maßnahmen dienten dazu, um die Verbreitung des Virus zu bremsen und insbesondere Menschen mit Risiken wirksam zu schützen. 

Coronavirus in Darmstadt: Unterstützung für Wirtschaft und Kultur

Die Stadt Darmstadt kündigte zudem am Donnerstag in einer weiteren Mitteilung an, Unternehmen und Kultureinrichtungen unterstützen zu wollen. OB Jochen Partsch (Grüne) äußerte, die von der Coronavirus-Pandemie und den beschlossenen und angeordneten Einschränkungen  betroffenen Menschen könnten „auf Hilfe und Solidarität vertrauen“. 

Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU) kündigte an, „schnell und unbürokratisch handeln“ zu wollen. Die Rede ist von Steuerstundungen, einer Reduzierung von Gebühren für die Außengastronomie sowie einem Hilfefonds für Künstlerinnen und Künstlern.

Update vom Mittwoch, 18.03.2020, 18.00 Uhr: In Darmstadt ist am Mittwoch im Gebäude D des Technischen Rathauses, Bessunger Straße 125 (der Eingang ist an der Niersteiner Straße gegenüber dem Gesundheitsamt) ein neues Corona-Testzentrum des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes eröffnet worden. Nach Angaben des Klinikums Darmstadt ist das Testzentrum von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Verdachtsfälle sollen sich über die Telefonnummer 116 117 anmelden. Bislang befand sich das Testzentrum im Gebäude der Frauenklinik auf dem Gelände des städtischen Klinikums. Dort hatte es jedoch zuletzt lange Warteschlangen gegeben, die den Klinikbetrieb beeinträchtigten.

Coronavirus in und um Darmstadt: Kreishäuser bleiben zu

+++ 22.00 Uhr: In Darmstadt haben am Dienstagabend in unmittelbarer Nähe des Alicehospitals etliche Menschen applaudiert, um auf diese Weise ihre Anerkennung und ihren Dank gegenüber dem medizinischen Personal und den Pflegekräften zum Ausdruck zu bringen. Ein Arzt filmte die Szene und war gerührt von der Unterstützung.

Die Kreisverwaltung des Landkreises Darmstadt-Dieburg hat am Dienstagabend angekündigt, die Kreishäuser in Darmstadt und Dieburg sowie alle Außenstellen (Jugendamt, Da-Di-Werk, Kompostierungsanalagen, Wertstoffhöfe) von Mittwoch, 18. März, an für den Publikumsverkehr zu schließen. „Die Kreisverwaltung bereite den „Notbetrieb“ vor, hieß es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung. Der Kreis Groß-Gerau hatte bereits am Montag das Landratsamt Groß-Gerau mit seinen Außenstellen geschlossen. Die Stadt Darmstadt schloss am Dienstag alle städtischen Verwaltungsgebäude für den Publikumsverkehr.

In dringenden Fällen - etwa bei unaufschiebbaren Terminsachen - sind in den Verwaltungen telefonische Terminvereinbarungen möglich. Weiterhin wird die Auszahlung von existenzsichernden Leistungen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten aufrechterhalten.

Auch die Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete in den Kommunen des Kreises Darmstadt-Dieburg werden von Mittwoch an für Besucherinnen und Besucher sowie für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer geschlossen. „Es dürfen demnach ab sofort keine Externen mehr in die Flüchtlingsunterkünfte“, heißt es in der Mitteilung des Kreises. Dies heiße aber nicht, dass die Menschen, die dort leben, sich nicht frei bewegen dürften.

Landrat Schellhaas: „So verhalten, als seien wir  mit dem Virus infiziert“

„Es gilt jetzt dafür zu sorgen, dass sich möglichst wenige Kolleginnen und Kollegen mit dem Corona-Virus infizieren, damit wir arbeitsfähig und handlungsfähig bleiben und die notwendigen Dienstleistungen anbieten können“, begründete Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) den Beschluss des Verwaltungsstabs des Landkreises.

Oberstes Ziel müsse es sein, die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten und die staatliche Infrastruktur sicherzustellen. Jede Infektionskette, die vermeidbar sei, verhindere eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus.

„Wir müssen uns alle so verhalten, als seien wir infiziert, um uns selbst und unsere Mitmenschen zu schützen. Meine große Bitte an alle Bürgerinnen und Bürger, Gastronomen und Einzelhändler und Dienstleister: Halten Sie sich ab sofort konsequent an die Maßnahmen, die vom Land Hessen und der Bundesregierung ausgesprochen wurden“, so Landrat Schellhaas.

Coronavirus in Darmstadt: Elf Infizierte

Update, Dienstag, 17. März 2020, 18:00 Uhr:  In Darmstadt steigt die Zahl der Menschen, die mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert und an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt sind langsam an. Nachdem am Freitag die ersten drei Menschen gemeldet worden waren, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert wurden, waren nach einer Mitteilung der Stadt vom Dienstagnachmittag am vergangenen Sonntag acht Menschen im Stadtgebiet infiziert. Am Montag seien es dann elf gewesen.

Coronavirus in Darmstadt: Infizierte „bei guter Gesundheit“

Nach Angaben des Gesundheitsamtes der Stadt Darmstadt „befinden sich alle betroffenen Personen in Isolation und bei guter Gesundheit“.

Der Krisenstab der Stadt Darmstadt appellierte nochmals an die Bürgerinnen und Bürger, „besonnen zu bleiben, aufeinander Rücksicht zu nehmen und vor allem das medizinische Personal nicht an seiner Arbeit zu hindern“. So sollten beispielsweise Rettungswege nicht blockiert werden.

Laut einer Mitteilung der Stadt Darmstadt vom Dienstagnachmittag hat der Krisenstab beschlossen, die von Bund und Ländern vereinbarten Leitlinien gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf kommunaler Ebene von diesem Mittwoch, 18. März, an zu vollziehen. Um soziale Kontakten im öffentlichen Bereich weiter zu beschränken sollen ab Mittwoch Einzelhandel-Verkaufsstellen, Theater, Museen und Sporteinrichtungen vorerst geschlossen werden. Der Lebensmittelhandel, Apotheken und Tankstellen werden jedoch nicht eingeschränkt.

Coronavirus in Darmstadt: Kommunalpolizei kontrolliert

Die Stadt appellierte in diesem Zusammenhang an die Bürgerinnen und Bürger, Gaststättenbetreiber und Einzelhändler, sich an die Vorgaben zu halten, die auch von der Kommunalpolizei kontrolliert würden.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) bezeichnete die von der Bundesregierung und den Landesregierungen festgelegten Leitlinien als „ein sinnvolles und notwendiges Instrument zur weiteren Eindämmung der Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19“.

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg meldete mit Stand vom Montag, 16. März, 19 Uhr zehn SARS-CoV-2-Fälle und das Gesundheitsamt für den Kreis Groß Gerau berichtete ebenfalls von zehn bestätigten Fällen (Stand: Montag, 16. März, 16 Uhr).

+++ 18.20 Uhr: Der Krisenstab der Stadt Darmstadt hat getagt und mehrere Maßnahmen beschlossen: Unter anderem werden ab Dienstag (17. März) alle Verwaltungsgebäude für den Publikumsverkehr geschlossen. Turnhallen sollen für Blutspenden bereitstehen. Die Gästezahle für Trauungen und Beerdigungen werden begrenzt. Das Vivarium und sämtliche Bibliotheken schließen ebenfalls ab Dienstag. Zum Artikel Maßnahmen des Krisenstabs: Darmstadt schließt Einrichtungen


+++ 15.45 Uhr:
Die Zahl der bestätigten Fälle von Sars-CoV-2 in Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg liegt nach Zahlen des Robert Koch Instituts weiterhin bei jeweils sechs Infizierten. Auch im Kreis Groß-Gerau kamen nach Angaben des Hessischen Gesundheitsministeriums keine Neuinfizierungen hinzu (Stand Montag, 16. März, 14 Uhr).  

+++ 12 Uhr:  Die Technische Universität (TU) Darmstadt verschiebt ab sofort alle noch ausstehenden Klausuren bis auf Weiteres. Bis 19. April werden auch sämtliche Präsenz-Lehrveranstaltungen (zum Beispiel Gruppenpraktika, Kolloquien und Exkursionen) ausfallen, wie die TU mitteilte. Man sehe sich nicht mehr in der Lage den Lehr- und Prüfungsbetrieb nach den bisherigen Maßgaben aufrecht zu erhalten. Alle Universitätsgebäude seien ab sofort nur noch zwischen 6 und 20 Uhr geöffnet. Da sich durch diese Regelung Auswirkungen auf andere Bereiche der Universität sowie auf die persönlichen Situationen einzelner Studierender und Mitarbeiter ergeben, würden Härtefallregelungen individuell berücksichtigt. Studierende sollen sich diesbezüglich an hochschulrecht-studium@tu-darmstadt.de wenden. Tagesaktuelle Informationen für alle Studierenden und Beschäftigten gibt es unter (www.tu-darmstadt.de/coronavirus-info)

+++11.30 Uhr:  Um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen und die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung der Patienten, ihrer Angehörigen sowie der Mitarbeiter zu reduzieren, gilt seit Montag (16. März, 8 Uhr) im Klinikum Darmstadt und in den Alten- und Pflegeheimen der Emilia Seniorenresidenz ein generelles Besuchsverbot. Das teilte die Krankenhausleitung mit.

Um das Besuchsverbot durchzusetzen, wurden alle Eingänge in die Kliniken geschlossen. Der einzig offene und bewachte Eingang ist der rückwärtige Zugang in die Zentrale Notaufnahme und ins Gebäude 5.

Von dem Besuchsverbot ausgenommen sind Seelsorger, Eltern, die ein minderjähriges Kind oder Neugeborenes besuchen, Rechtsanwälte und Notare sowie sonstige Personen, denen aus beruflichen Gründen Zugang zu gewähren ist, hieß es.

+++ 19.30 Uhr: Im Landkreis Darmstadt-Dieburg hat eine kurzfristig angesetzte Bürgermeisterdienstversammlung unter Leitung von Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) am Sonntag mehrere Entscheidungen beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu verlangsamen.

Coronavirus in Darmstadt-Dieburg: Kreis beschließt Maßnahmen

Laut einer Mitteilung der Kreisverwaltung werden im Landkreis alle kommunalen Sportstätten, Bürgerhäuser und öffentlichen Einrichtungen geschlossen. Allerdings ordnete der Kreis keine Schließung von Lokalen und Gaststätten an. Auch Eheschließungen und Beerdigungen können mit weniger als 100 Teilnehmern weiterhin stattfinden. Der Kreis empfiehlt jedoch, auf ausreichenden Abstand und Hygiene zu achten.

Landrat und Klinikdezernent Schellhaas äußerte: „Wir müssen in den nächsten Wochen auf Liebgewonnenes verzichten, um uns und andere zu schützen.“ Auch die Behördenleitungen würden keine Präsenztermine mehr wahrnehmen und in ihren Häusern Vorsprachen und Termine bestmöglich telefonisch oder elektronisch organisieren, um die Handlungsfähigkeit sicherzustellen.

Auch die nächste Sitzung des Kreistags am 30. März sowie die Sitzungen der Kreistagsausschüsse werden verschoben. Die Kreistagsvorsitzende Dagmar Wucherpfennig (SPD) entschied dies nach einer Telefonkonferenz mit allen Fraktionsvorsitzenden.

Klinik-Appell an Mediziner und Pflegekräfte im Ruhestand und in Elternzeit

In den beiden Häusern der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg in Groß-Umstadt und Seeheim-Jugenheim wurde ein generelles Besuchsverbot verhängt. Ausnahmen sind Minderjährige, hochkritisch kranke Patienten und Gebärende. Die Kreiskliniken richteten zudem vorsorglich einen Appell an Mediziner und Pflegepersonal im Ruhestand, in Elternzeit und aus „patientenfernen Berufen“, auf freiwilliger Basis zu helfen, um das reguläre Personal im Fall einer Eskalation zu entlasten und eine stabile Krankenhausversorgung auch bei steigenden Covid-19-Fallzahlen sicherzustellen.

Sebastian Pflugbeil, der stellvertretende Leiter des Kreisgesundheitsamts teilte mit, dass es im Landkreis Darmstadt-Dieburg bislang weder schwere Krankheitsverläufe noch stationäre Aufnahmen gebe. Getestet würden im Hinblick auf die knappen Laborkapazitäten vor allem Menschen mit Symptomen, die in Kontakt zu positiv getesteten Personen standen oder Menschen mit Symptomen, die sich in einem Krisengebiet aufgehalten hätten. „Um die Testzentren funktionsfähig zu halten, sollte von spontanen Besuchen unbedingt abgesehen werden“, betonte Pflugbeil.

Coronavirus in Südhessen: Zahl der Infizierten steigt

+++ 17.00 Uhr:  Das neuartige Coronavirus breitet sich auch in Südhessen weiter aus: Das Hessische Sozialministerium hat am Sonntagnachmittag neue Zahlen über die mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Menschen veröffentlicht.

In Hessen sind inzwischen (Stand: Sonntag, 15.03.2020, 12 Uhr) 282 SARS-CoV-2-Fälle bestätigt worden.

In der Stadt Darmstadt, wo am Freitag die ersten drei Menschen positiv auf das Virus getestet worden waren, gibt es nach Angaben des Sozialministeriums nun sechs bestätigte Fälle. Das Gesundheitsamt der Stadt hatte am Samstagnachmittag bereits von fünf registrierten Fällen berichtet. 

Im Kreis Groß-Gerau sind es laut dem Sozialministerium jetzt zehn Infizierte - zwei mehr als noch am Samstag.  

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind den Behörden nun sechs Fälle bekannt. Das ist ein Fall mehr als noch am Samstag, ist der täglichen Übersicht des Sozialministeriums über die bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen in Hessen zu entnehmen. 

In den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg mit Standorten in Groß-Umstadt und Jugenheim gilt wegen der aktuellen Infektionslage ab sofort ein Besuchsverbot. Dieses diene dem Schutz der Patienten, der Besucher und der Mitarbeiter. Eine Ausnahmeregelung sei „nur nach vorheriger Genehmigung des Stationsarztes möglich“, heißt es auf der Internetseite der Kreiskliniken.

Hilfsaufruf an Mediziner und Pflegekräfte im Ruhestand sowie in Elternzeit

Via Facebook haben die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg inzwischen vorsorglich alle Ärzte und Pflegekräfte im Ruhestand, aus patientenfernen Berufen sowie in Elternzeit dazu aufgerufen, die Klinikmitarbeiter in der nächsten Zeit zu unterstützen, sofern dies notwendig werden sollte. 

Die „dynamische Verbreitung des Coronavirus“ stelle auch die Kreiskliniken „vor große Herausforderungen“. Erwartet werde in den kommenden Wochen ein steigender Bedarf an Behandlungen von Patienten. „Wir wollen für den Extremfall gewappnet sein – dafür brauchen wir eure Unterstützung!“, heißt es in dem Unterstützungsaufruf. Wer die Kreiskliniken unterstützen möchte, kann sich per Mail unter c.wurst@kreiskliniken-dadi.de oder von Montag an ab 8 Uhr telefonisch unter 0173/2821670 melden.

„Was wir jetzt brauchen, ist eine unaufgeregte Solidarität und Verantwortungsbewusstsein. Wir zählen auf euch!Gemeinsam können wir diese Epidemie meistern!“, heißt es zum Abschluss des Facebook-Eintrags. 

Darmstadt-Dieburg: Corona-Pandemie entwickelt sich „mit großer Dynamik“

Update vom Sonntag, 15.03.2020, 15:00 Uhr: Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg meldete das Hessische Sozialministerium am Samstag (Stand: 12:00 Uhr) fünf bestätigte Sars-CoV-2-Fälle. Das war ein Fall mehr als noch am Freitag.

Die Pressestelle der Kreisverwaltung teilte mit, auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg (LaDaDi) entwickele sich die Corona-Pandemie „mit großer Dynamik“. Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) will am Sonntagnachmittag auf einer Pressekonferenz in den Kreiskliniken Groß-Umstadt über die Maßnahmen im Umgang mit der aktuellen Situation informieren.  

Im Kreis Groß-Gerau stieg die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten nach Angaben des Sozialministeriums von Freitag auf Samstag um fünf auf nun acht. Der Groß-Gerauer Landrat Thomas Will (SPD) sowie der Erste Kreisbeigeordnete (EKB) und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer (Grüne) appellierten in einer Mitteilung an Arbeitgeber, „großzügig gegenüber den Eltern zu agieren“, deren Kinder von Montag an nicht mehr in Kitas betreut werden könnten. 

„Die neue Situation fordert uns alle“, teilten Will und Astheimer mit. Die Bekämpfung des Virus stelle alle „vor große Herausforderungen“. Zudem seien „viele Einschränkungen im Alltag und sozialen Leben notwendig“. Ziel müsse es sein, die Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen einzudämmen, damit – gerade auch die besonders gefährdeten – Menschen zu schützen und das Gesundheitssystem besser auf mögliche extreme Belastungen vorbereiten zu können.

Landrat Will: „Lage sehr ernst nehmen, ohne in Hysterie zu verfallen“

Landrat Will und EKB Astheimer äußerten: „Wir müssen, ohne in Hysterie und Panik zu verfallen, die aktuelle Lage sehr ernst nehmen. Um uns und andere im Kreis Groß-Gerau bestmöglich zu schützen, müssen wir in diesen schwierigen Zeiten Zusammenhalt und Solidarität leben. Jeder Einzelne ist dabei gefragt. Die Gesundheit von uns allen geht vor.“

Darüber hinaus riefen Will und Astheimer die Menschen im Kreis dazu auf, von nicht zwingend notwendigen Besuchen in der Kreisverwaltung in Groß-Gerau abzusehen.

Update vom Samstag, 14.03.2020, 18.30 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie ist nun auch in Darmstadt angekommen: Wie die Stadt am Samstagnachmittag mitteilte, gab es nach Informationen des Gesundheitsamts bereits am Freitag, 13. März, drei positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestete Menschen in Darmstadt. Am Samstag, 14. März, kamen noch einmal zwei bestätigte Fälle hinzu, so dass es – Stand Samstag, 16 Uhr – insgesamt fünf positiv getestete Personen in der Stadt gab.

Die am Freitag festgestellten Fälle befinden sich laut der Mitteilung der Stadt bereits in Isolation und die jeweiligen Kontaktpersonen in Quarantäne. Auch die am Samstag neu hinzugekommenen positiv getesteten Menschen befänden sich in Isolation und die Kontaktpersonen würden „derzeit ermittelt“, teilte die Stadt mit.

Zum Alter der mit dem Coronavirus erkrankten Personen und über die Schwere der Viruserkrankung machte die Stadt zunächst keine Angaben. Auch wurde zunächst nicht mitgeteilt, wo sich die Menschen infiziert haben und wie viele Kontaktpersonen sich in Quarantäne befinden.

Coronavirus in Darmstadt: Sondersitzung des Krisenstabs 

Der Krisenstab der Stadt unter der Leitung von Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) hat am Samstag in einer extra anberaumten Sitzung zahlreiche Entscheidungen rund um die vom kommenden Montag, 16. März, an geltende Schließung von Schulen, Kindertagesstätten und anderen städtischen Einrichtungen beschlossen. Die Stadt folge damit den vom Land am Freitag per Allgemeinverfügung beschlossenen Vorgaben, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zusätzlich zu verlangsamen, heißt es in der entsprechenden Mitteilung der Stadt.

Oberbürgermeister Partsch teilte mit, es gehe „in erster Linie um Solidarität mit den durch das Coronavirus besonders gefährdeten Gruppen von älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen". In zweiter Linie dienten alle diese Maßnahmen dazu, „dem Gesundheitswesen die nötige Zeit und die Ressourcen zu geben, um mit steigenden Fallzahlen umzugehen“, so OB Partsch.

Notbetreuung für Kinder von Eltern mit speziellen Berufen

Für die Schülerinnen und Schüler sind die Schulen in Darmstadt - analog der Vorgabe des Landes - vom Dienstag, 17. März, an bis zum 19. April geschlossen, es sei denn, sie hätten aufgrund der Berufe beider Elternteile einen Anspruch auf eine Notbetreuung. Dies betrifft nur die Jahrgänge 1 bis 6. Anspruch auf eine Notbetreuung haben nur Schülerinnen und Schüler, deren Eltern als medizinisches Personal, bei der Polizei, der Justiz, den Rettungsdiensten und der Feuerwehr tätig sind.

Die entsprechende Zugehörigkeit zu diesen vom Land Hessen festgelegten „systemkritischen Berufen“ muss durch eine entsprechende Bescheinigung vom Arbeitgeber nachgewiesen werden. Ausgenommen von der Schließung der Schulen sind zunächst auch Schülerinnen und Schüler, die das Abitur ablegen. Hier treffen die Schulen laut dem Schulamt entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, um größere Menschenansammlungen zu verhindern und einen Sicherheitsabstand von zwei Metern einzuhalten.

Kitas bleiben geschlossen und dürfen nicht betreten werden

Mit der Allgemeinverfügung der Landesregierung vom Freitag wurde auch festgelegt, dass die Kindertagesstätten ab sofort bis zum Ende der Osterferien geschlossen bleiben müssen und die Kinder die Einrichtung nicht mehr betreten dürfen. Der Krisenstab der Stadt Darmstadt hat daher entschieden, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der städtischen Kitas zu Beginn der kommenden Woche zunächst alle anwesend sein sollen, um die nach dem Erlass notwendigen Betreuungen zu organisieren.

Alle städtischen Kitas sind demnach am Montag, 16. März, bis auf weiteres geöffnet - allerdings nur, um die Betreuung für Kinder, bei denen beide Elternteile oder Alleinerziehungsberechtigte in den „systemkritischen Berufen“ arbeiten, sicherzustellen. Dafür ist ebenfalls ein entsprechender Nachweis notwendig, der schriftlich im Verlauf der Woche vorzulegen ist.

Die Stadt appellierte zugleich an die freien Träger und die Kirchen, dass sie derartige Notfalldienste ebenfalls aufrechterhalten, um eine entsprechende Versorgung zu gewährleisten. Durch diese Vorgehensweise könne die Stadt kleine Einheiten und Gruppen dezentral unterbringen und damit das Risiko für Ansteckungen minimieren.

Stadt Darmstadt schließt auch alle Sporthallen und Bäder

Die Stadt hat am Samstag auch ihre am Freitag beschlossene eigene Allgemeinverfügung konkretisiert, in der nun festgehalten wird, dass alle städtischen Sporthallen, die städtischen Bäder und auch das Jugendstilbad vom 16. März bis zum 30. April geschlossen bleiben. Städtische Sportplätze und öffentlich zugängliche Sportanlagen im Freien könnten „weiter unter Beachtung der Gesundheits- und Hygieneempfehlungen frei genutzt werden“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Vereinen mit eigenen Liegenschaften empfiehlt die Stadt, ebenso vorzugehen.

Kein Unterricht in der Akademie für Tonkunst und bei der VHS

Für die Akademie für Tonkunst gelten nach Angaben der Stadt folgende Regelungen: „Im Bereich der Jugendmusikschule wird der Unterricht und auch Veranstaltungen eingestellt, Prüfungen werden weiter abgenommen. Im Bereich der Akademie selbst werden ebenfalls Veranstaltungen abgesagt, der Lehrunterricht wird analog zum Vorgehen der Universitäten und Hochschulen organisiert.“

Die Volkshochschule (VHS) der Stadt bleibt ebenfalls ab sofort geschlossen. Der Bücherbus soll jedoch zunächst weiterfahren. In der mobilen Einrichtung soll jedoch auf eine Reduzierung des Besuchs durch Kinder und auf Abstandsregeln geachtet werden.

Stadtbibliothek und Vivarium bleiben geöffnet

Die Stadtbibliothek  und das Vivarium bleiben geöffnet. Auch hier soll nach Angaben der Stadt Rücksicht auf die gängigen Hygienebestimmungen genommen und Abstandsregeln eingehalten werden, die dort noch einmal zusätzlich vermittelt würden.

Auch die Seniorentreffs der Stadt  sowie Kinder- und Jugendhäuser bleiben ab sofort bis auf weiteres geschlossen. Auch hier appelliert die Stadt an freie Träger, analog zu verfahren. Kinderfreizeiten in den Osterferien sowie das städtische Umweltdiplom müssen ebenfalls entfallen.

Die Stadt bietet vom kommenden Montag, 16. März, an eine Info-Hotline unter der Telefonnummer 06151/13-2060  an, um organisatorische Fragen rund um die Änderungen bei den städtischen Ämtern und den Kindertagesstätten zu beantworten. Fragen zum schulischen Bereich beantworten weiter die jeweiligen Schulleitungen. Fragen zu Gesundheitsthemen und zum Coronavirus allgemein werden weiterhin durch das Gesundheitsamt beantwortet, so die Stadt.

Kongresszentrum und Centralstation schließen

Erstmeldung vom Freitag, 13.03.2020, 17.52 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sagt der Magistrat ab Montag, 16. März, bis zum 30. April alle öffentlichen Veranstaltungen der Stadt ab. Das teilte der Magistrat nach einer Sitzung des Krisenstabs am Freitag mit.

Betroffen von dem Veranstaltungsausfall sind auch das Wissenschafts- und Kongresszentrum „Darmstadtium“, die Centralstation und sämtliche städtische Bürgerhäuser. Sportveranstaltungen dürfen ausschließlich ohne Zuschauer stattfinden. Museen haben bei den Besuchern personenbezogene Daten zu erheben und dürfen Besuchern nur in reduzierter Anzahl Einlass gewähren, sodass ein enger Kontakt zwischen einzelnen Besuchern ausgeschlossen ist.

Der Magistrat hat außerdem entschieden zu prüfen, ob die Darmstädter Frauenklinik weiter als zentrale Stelle für die medizinischen Maßnahmen gegen das Coronavirus genutzt werden sollte. Um unnötige Gefahren für geschwächte Patientinnen und Patienten zu vermeiden, wäre es denkbar, das Corona-Testzentrum in der ehemaligen Kantine des EAD in der Niersteiner Straße einzurichten.  

Diskotheken und Kinos sollen Beispiel der Stadt folgen

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) ruft alle privaten Veranstalterinnen und Veranstalter, etwa von Diskotheken und Kinos auf, dem Beispiel der Stadt zu folgen und alle Veranstaltungen bis zum 30. April abzusagen oder gegebenenfalls zu verschieben. Erste Gaststätten und Diskotheken folgten bereits der Empfehlung der Stadt und blieben am Samstag geschlossen.

Auch die Gedenkfeier anlässlich des Jahrestages der Deportationen von Sinti und Roma in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau am Güterbahnhof am Sonntag, 15. März, findet nicht statt. Das teilte der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, mit.

Coronavirus in Darmstadt: Fahrgäste sollen hinten einsteigen

Die Fahrgäste der Busse müssen sich ebenfalls auf Änderungen einstellen. Sie werden von der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation Dadina gebeten, die zweite oder gegebenenfalls vorhandene dritte Tür für den Ein- und Ausstieg zu benutzen. So soll der Arbeitsplatz des Fahrpersonals geschützt werden.

Der Fahrerarbeitsplatz soll durch ein Absperrband vom Fahrgastraum getrennt werden. Damit soll die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Coronavirus beim Fahrkartenverkauf sowohl für Fahrerinnen und Fahrer als auch für die Fahrgäste minimiert werden.  

Live-Ticker: Corona in Hessen

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