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Darmstadt: Viel Kritik am Klimaschutzplan der Stadt

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Von: Claudia Kabel

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Private Photovoltaik-Anlagen in Darmstadt werden gefördet, kommunale Dächer sollen verstärkt damit ausgerüstet werden.
Private Anlagen in Darmstadt werden gefördet, kommunale Dächer sollen verstärkt ausgerüstet werden. © Michael Schick

Darmstadt will bis 2035 treibhausgasneutral werden. Doch das Konzept dafür wird nun von vielen kritisiert. In einer Bürgerversammlung soll das Papier vorgestellt werden.

Auf 108 Seiten beschreibt der kürzlich im Parlament beschlossene Klimaschutzplan 2035 sämtliche Vorhaben der Stadt, um die Emissionen in Darmstadt auf Netto-Null zu reduzieren. Unterteilt sind alle Maßnahmen in die fünf Handlungsfelder Mobilität, Energie, Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaft und Stadtentwicklung. Zu finden sind Vorhaben wie die Erprobung von alternativen Quartieren, Digitalisierung des Energiemanagements von Verwaltung und Stadtwirtschaft, Installation von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern sowie die Umrüstung des Fuhrparks.

Bei vielen, aber längst nicht allen Ideen sind die tatsächlichen Einsparungen oder die Umsetzungskosten genannt. Dies gibt Anlass für Kritik. Die SPD teilte mit, nach ihrer Analyse würden „Emissionen von Strom schöngerechnet“. Die Stadt setze etwa Wasserkraft an, obwohl Strom in Darmstadt gar nicht aus Wasserkraft erzeugt werde. Maria Stockhaus (Linke) geißelt den Plan als „methodisch falsch“. Die Maßnahmen seien vollkommen unzureichend, um das gewünschte Ziel der Treibhausgas-Neutralität überhaupt, geschweige denn bereits 2035, zu erreichen. „Mit Bilanztricks“ versuche sich OB-Kandidat und Umweltdezernent Michael Kolmer (Grüne) ambitionierter darzustellen, als es der Wirklichkeit entspreche.

Auch von den am Klimabeirat beteiligten Institutionen kommt Kritik. „Formal mag der Klimaschutzbeirat an der Erstellung des Konzeptes mitgewirkt haben, in Wahrheit handelt es sich um ein Dokumentenpaket der Verwaltung, welches der Beirat weder diskutiert noch abgestimmt hat“, kritisiert Friederike Frenzel vom Klimanotstand. Die Verbände würden bezweifeln, dass die Berechnungsgrundlage und die prognostizierten Wirkungen ausreichten, um die Ziele zu erreichen, urteilt Friday for Future.

Die Stadt lädt für Freitag, 14. Oktober, 15 Uhr alle Interessierten ein, sich selbst ein Bild zu machen. Dann soll der Klimaschutzplan online vorgestellt werden. Zugangsdaten: www.darmstadt.de/ leben-in-darmstadt/klimaschutz

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