Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Namen des Volkes: Eine Figur der Justitia steht auf dem Dach des Darmstädter Justizzentrums am Mathildenplatz.
+
Im Namen des Volkes: Eine Figur der Justitia steht auf dem Dach des Darmstädter Justizzentrums am Mathildenplatz.

Darmstadt

Darmstadt: Prozess um zerstückelte Leiche wird neu aufgerollt

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
    schließen

Das Landgericht Darmstadt hat im Dezember 2019 einen Mann wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Doch der Bundesgerichtshof hob das Mordurteil 2020 auf, so dass nun eine andere Kammer des Landgerichts erneut gegen den inzwischen 37-jährigen Darmstädter verhandelt.

Update vom Mittwoch, 29.09.2021, 20.10 Uhr: Mit einem Teilgeständnis hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 37-jährigen Mann wegen Totschlags begonnen. Der Deutschmexikaner soll laut Staatsanwaltschaft seine Freundin zu Hause erwürgt und zerstückelt haben.

Der Darmstädter gestand über seinen Anwalt zum Prozessauftakt, sich in der Neujahrsnacht 2019 mit seiner 40 Jahre alten polnischen Freundin geprügelt zu haben und dann schlafen gegangen zu sein. Als er am Morgen die Frau dann tot auffand, habe er die Leiche zerstückelt, damit ihr Tod ihm nicht zur Last gelegt werden könne, erklärte der Verteidiger.

Prozess um zerstückelte Leiche: Teilgeständnis zum Auftakt

Die im Jahr 2016 entstandene Paarbeziehung sei „eine klassische Drogenbeziehung“ mit regelmäßigen gewalttätigen Auseinandersetzungen gewesen, wie der Rechtsanwalt die Situation beschrieb. Sein Mandant habe Ende 2018 befürchtet, dass die Frau sich von ihm trenne und er obdachlos werde.

Der Beschuldigte habe seine Freundin geschlagen, damit sie ihn nicht verlasse, sagte der Anwalt. Ihren Tod habe er nicht gewollt.

Bundesgerichtshof hob 2020 Mordurteil des Landgerichts Darmstadt auf

Der Angeklagte war Ende 2019 von einer anderen Landgerichtskammer in gleicher Sache wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil 2020 aber auf, so dass neu verhandelt werden muss. Eine von der Mutter des Mannes bei der Polizei gemachte Aussage hätte im Prozess nicht verwertet werden dürfen, argumentierte der BGH.

Dass der Deutschmexikaner die alkoholabhängige 40 Jahre alte Frau erwürgt hat, bezweifelten die BGH-Richter hingegen nicht. Der 37-Jährige hatte zugegeben, die Leiche zerstückelt zu haben, um sie verschwinden zu lassen. Er hatte aber bestritten, seine Freundin erwürgt zu haben. Er hatte behauptet, sie tot im Bad gefunden zu haben. Für den Prozess sind vorerst sieben Verhandlungstage bis Anfang November angesetzt. Der Prozess wird am 8. Oktober fortgesetzt. (dpa)

Verlobte in Darmstadt-Eberstadt erwürgt und zerstückelt

Erstmeldung vom 19.12.2019, 18:35 Uhr: Wegen Totschlags hatte ihn die Staatsanwaltschaft Darmstadt angeklagt, wegen Mordes ist nun am Donnerstag ein 35-Jähriger von der Elften Strafkammer des Landgerichts Darmstadt zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Volker Wagner sah es als erwiesen an, dass der Deutsch-Mexikaner in der Neujahrsnacht im Darmstädter Stadtteil Eberstadt seine 40 Jahre alte Verlobte erdrosselt und ihren Leichnam anschließend zerstückelt hat.

Prozess in Darmstadt: Angeklagter fliegt aus dem Gerichtssaal

Kurz nachdem Richter Wagner am Donnerstagnachmittag damit begonnen hatte, das Urteil zu begründen, fing der 35-Jährige an, herumzupöbeln und fiel dem Richter ins Wort, indem er „Sie haben keine Ahnung“ und „Das ist totaler Schwachsinn“ rief.

Als auch Pflichtverteidiger Andreas Sanders seinen Mandanten nicht beruhigen konnte, unterbrach Wagner zunächst die Sitzung. Anschließend schloss er den Verurteilten vom weiteren Verlauf aus und ließ ihn abführen. Als der Verurteilte den Gerichtssaal verließ, brüllte er noch das Wort „Faschostaat“.

Prozess um zerstückelte Leiche: Staatsanwältin fordert 13 Jahre Haft

Staatsanwältin Eva Wörner hatte schon vor einer Woche in ihrem Plädoyer gefordert, den Mann wegen Totschlags zu einer 13-jährigen Freiheitsstrafe zu verurteilen. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Vorsitzende Richter nach dem Plädoyer der Staatsanwältin darauf hingewiesen, dass auch eine Verurteilung wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen in Betracht komme.

Der Verteidiger des Mannes plädierte am Donnerstag dafür, seinen Mandanten wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu verurteilen und ihn in einer Entzugseinrichtung unterzubringen. Ein konkretes Strafmaß nannte der Anwalt nicht. Die Nebenklage forderte, den Mann wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe zu verurteilen.

Landgericht Darmstadt: Richter bezeichnet Angeklagten als „Tyrannen“

Richter Wagner bezeichnete in seiner Urteilsbegründung den Angeklagten als „Tyrannen“, der taktisch agiert und andere Menschen immer wieder manipuliert habe. Der Angeklagte habe mit oder ohne Drogen und Alkohol „seine Bedürfnisse und Begehrlichkeiten ausgelebt“, sagte der Vorsitzende.

Das Opfer habe er „auf das übelste misshandelt“. So hätten Gerichtsmediziner an dem zerstückelten Leichnam der Frau 62 Hämatome vor allem an Kopf und Hals festgestellt. Die Beziehung zwischen den beiden Drogenabhängigen sei durch Erniedrigungen, Gewaltexzesse und mehrfache Todesdrohungen des Angeklagten gegenüber der Getöteten geprägt gewesen.

Richter in Darmstadt wirft Angeklagten „unbedingten Tötungswillen“ vor

Zeugen hatten in dem Prozess ausgesagt, dass der Mann seine Lebensgefährtin schon mehrmals mit dem Tode bedroht und auch angekündigt habe, die Frau zu zerstückeln und ihren Leichnam dann in einem Wald vergraben zu wollen.

Wagner warf dem Angeklagten vor, von einem „unbedingten Tötungswillen“ beseelt gewesen zu sein. Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen hätten ergeben, dass die Frau durch massives Würgen des Halses getötet worden sei.

Prozess um zerstückelte Leiche: Anwalt will Revision beantragen

Der Angeklagte hatte nur gestanden, den Leichnam zerstückelt zu haben, den Tod der Frau jedoch mal als Unfall, mal als Folge einer Überdosis Drogen dargestellt. Vor der Urteilsverkündung hatte der 35-Jährige in seinen letzten Worten noch beteuert, er habe seine Lebensgefährtin „auf gar keinen Fall“ töten wollen. Es tue ihm „wahnsinnig leid“, was geschehen sei, und er schäme sich dessen, was er getan habe.

Sein Verteidiger kündigte bereits unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, Revision beantragen zu wollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare