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Martin Frenzel an der Menora von Helmut Lortz, die Teil der Gedenkstätte Liberale Synagoge auf dem Klinikgelände in Darmstadt ist.
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Martin Frenzel an der Menora von Helmut Lortz, die Teil der Gedenkstätte Liberale Synagoge auf dem Klinikgelände in Darmstadt ist.

Darmstadt

Corona in Darmstadt: Amtsleiter untersagt Rundgänge am Gedenkort Liberale Synagoge

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Trotz Genehmigung des Ordnungsamts dürfen die Rundgänge am Gedenkort der liberalen Synagoge nicht stattfinden. Der Vorsitzende des Fördervereins spricht von „Behördenwillkür“.

Zum achten Mal sollten in den vergangenen Wochen die „Darmstädter Aktionswochen gegen Antisemitismus“ stattfinden. Geplant waren neben einem Bildvortrag im Justus-Liebig-Haus über „Vergessene Darmstädter Jüdinnen und Juden“ auch Rundgänge durch den Gedenkort der von den Nationalsozialisten 1938 zerstörten Liberalen Synagoge auf dem Gelände des Klinikums und ein Rundgang im Johannesviertel auf den Spuren von früheren Vertretern des Darmstädter Reformjudentums.

Für die Rundgänge, die weitgehend im Freien, mit Anmeldung von maximal zehn Teilnehmer:innen, genügend Abstand sowie mit Mund-Nase-Bedeckungen stattfinden sollten, hatte das städtische Ordnungsamt bereits eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Sehr zum Unmut von Martin Frenzel, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Liberalen Synagoge, untersagte jedoch Jürgen Krahn, der Leiter des Darmstädter Gesundheitsamts, kurzfristig die Rundgänge.

Erinnerungsarbeit an zerstörter Synagoge: „Kein besonderes öffentliches Interesse“

In einem Schreiben an Frenzel, das der FR vorliegt, wies der Amtsleiter darauf hin, dass für alle Veranstaltungen die Kriterien der Corona-Beschränkungsverordnung des Landes anzulegen seien. Veranstaltungen könnten nur bei „besonderem öffentlichen Interesse“ genehmigt werden. Zudem sei „ein strenger Maßstab heranzuziehen“. Nach Einschätzung von Amtsleiter Krahn werden diese Kriterien von den geplanten Veranstaltungen des Vereins der liberalen Synagoge „leider nicht erfüllt“. Mehr Veranstaltungen als ein zentrales Gedenken mit der Jüdischen Gemeinde wollte die Stadt offenbar nicht zulassen,

Vereinsvorsitzender Frenzel sagte nun, er fühle sich als ein „Opfer von Behörden-Wirrwarr und Willkür“. Er sei angesichts des ausgefeilten und bereits genehmigten Hygienekonzepts „maßlos enttäuscht“. Er könne auch nicht verstehen, dass es nun auch einer neunten Klasse der Kranichsteiner Erich-Kästner-Schule nicht gestattet worden sei, den außerschulischen Lernort zu besuchen.

Darmstadt: Vorsitzender des Fördervereins Liberale Synagoge enttäuscht

Der FR sagte Frenzel, es entstehe der Eindruck, dass einer kleinen demokratiefreundlichen Initiative, die Erinnerungsarbeit von unten leiste, „behördlicherseits Steine in den Weg gelegt werden, wo es geht, während Demokratiefeinde, antisemitische Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner auch in Darmstadt munter masken- und abstandsfrei massenhaft aufmarschieren dürfen. Da stimmt doch etwas nicht.“

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