1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Darmstadt und die WM: Kritik an kritischem Katar-Podium

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Claudia Kabel

Kommentare

Ein Aufkleber auf einer Straßenlaterne in Darmstadt ruft zum Boykott der WM 2022 auf.
Ein Aufkleber auf einer Straßenlaterne in Darmstadt ruft zum Boykott der WM 2022 auf. © Jens Joachim

Einladung zur öffentlichen Podiumsdiskussion: Die Stadt Darmstadt will sich am Freitag kritisch mit der Fußball-WM auseinander setzen. Doch an der Veranstaltung gibt es Kritik.

Die Kritik an Katar als Gastgeberland der Fußball-WM reißt nicht ab: Menschenrechtsverletzungen, miserable Arbeitsschutzrechte, überwachte Frauen, rechtlose Minderheiten und queere Fans ohne Schutz. Die Stadt Darmstadt will sich im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung an diesem Freitag, 25. November, kritisch mit der Ausrichtung der Fifa-Fußball-WM auseinander setzen und lädt von 16.30 bis 18.30 Uhr ins Hoffart Theater, Lauteschlägerstraße 28 a, ein.

Jetzt gibt es jedoch auch daran Kritik. Bei den Sozialdemokraten „herrscht Verwunderung über die Zusammensetzung des Podiums“, teilte die SPD am Donnerstag mit.

Am Gespräch nehmen laut Mitteilung der Stadt Oberbürgermeister Jochen Partsch, der Bundestagsabgeordnete Philip Krämer (beide Grüne) und Jana Spengler vom Fanprojekt Darmstadt teil. Moderiert wird der Talk von der ebenfalls grünen Bürgermeisterin Barbara Akdeniz.

Podiumsdiskussion

Die Stadt widmet sich dem Thema Fußball-WM am Freitag, 25. November, von 16.30 bis 18.30 Uhr im Hoffart Theater, Lauteschlägerstraße 28 a. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen. cka

Delegationsreise nach Katar

„Ein Sportler hätte der Veranstaltung sicher gut getan“, wundert sich der sportpolitische Sprecher der SPD-Stadtverordnetenfraktion, Tim Sackreuther. Und jemand aus der queeren Community hätte etwas zur Situation von LGBTIQs sagen können. Jemand aus der Gewerkschaft hätte etwas zu den Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter berichten können. Es hätte viele Möglichkeiten für ein spannendes und vielseitiges Podium gegeben, so Sackreuther. Stattdessen liege der Schwerpunkt „eindeutig auf Offiziellen mit grünem Parteihintergrund“ und das bei einer parteiübergreifend initiierten Veranstaltung, die durch die Stadt Darmstadt organisiert werde.

Der städtische Pressesprecher Klaus Honold sagte dazu auf FR-Anfrage, die Teilnehmenden seien fachlich Hauptamtliche, der OB als Dezernent für Interkulturelles und Sportfan der ersten Stunde, Frau Akdeniz sei Sportdezernentin und Philip Krämer als Bundestagsabgordneter berichte über eine Delegationsreise nach Katar. Man solle die Diskussion abwarten und könne hinterher kritisieren, falls nur grüne Standpunkte ausgetauscht würden, empfielt Honold.

Bürgermeisterin Akdeniz ließ wissen, dass es „in Anlehnung an die Forderung von Amnesty International an den DFB“ gelte, vor, während und nach der WM das Flutlicht auch auf die Wahrung der Menschenrechte zu richten.

Auch interessant

Kommentare