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Die Franklinstraße in der Lincoln-Siedlung soll an die neue Planstraße angebunden werden.
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Die Franklinstraße in der Lincoln-Siedlung soll an die neue Planstraße angebunden werden.

Darmstadt

Darmstadt: Umstrittene „Planstraße“ wird weiter geplant

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Die Darmstädter Koalitionsfraktionen von Grünen, CDU und Volt sowie die FDP stimmen für den Bau einer Entlastungstrasse südlich der Lincoln-Siedlung. Das Vorhaben stößt bei den anderen Oppositionsfraktionen sowie mehreren politischen Jugendorganisationen auf Ablehnung.

Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von Grüne, CDU und Volt sowie der FDP hat das Stadtparlament einer Magistratsvorlage zugestimmt, die Planungen zum Bau einer Entlastungsstraße südlich der Lincoln-Siedlung fortzusetzen. Stadtverordnete der Oppositionsfraktionen kritisierten das umstrittene Bauvorhaben. Und auch mehrere Jugendorganisationen sprechen sich gegen den Bau der sogenannten Planstraße A aus.

Carmen Stockert (Uffbasse) monierte, dass „wider alle Vernunft“ ein Teil des Waldes westlich der Heidelberger Straße gefällt werden soll. Der SPD-Vorsitzende Tim Huß und Maria Stockhaus (Linke) verwiesen auf wissenschaftliche Untersuchungen, denen zufolge mit dem Bau von neuen Straßen auch der Verkehr zunehmen wird. Dies sei angesichts der ambitionierten Klimaziele der Stadt und der Absicht, den motorisierten Individualverkehr in den nächsten Jahren deutlich verringern zu wollen, kontraproduktiv. Und auch Erich Bauer (Uwiga) sprach sich dafür aus, auf den Bau der 425 Meter langen Straße zwischen der Heidelberger Straße und der Bundesstraße 3 zu verzichten.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Hildegard Förster-Heldmann und der CDU-Vorsitzende Paul Georg Wandrey vertraten hingegen die Auffassung, dass der Bau der Entlastungsstraße für die Lincoln-Siedlung und das geplante Ludwigshöhviertel „notwendig“ und der Eingriff in die Natur „gerechtfertigt“ seien. Auch Frederik Jobst (Volt) und Leif Blum (FDP) äußerten, unter städtebaulichen Gesichtspunkten sei es richtig, die Straße für die beiden autoarmen Wohnquartiere zu bauen, wo einst 8000 Menschen wohnen werden.

Blum sagte, es sei nicht immer einfach, im „Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Stadtplanung“ Entscheidungen zu treffen. Es spreche jedoch für die „Gestaltungskraft“ der Mehrheit des Stadtparlaments, eine „richtungsweisende Stadtentwicklung“ zu ermöglichen, so Blum.

Die neue Straße soll am Südrand der Lincoln-Siedlung, entlang einer Kleingartenanlage zwischen der Heidelberger Straße und der Karlsruher Straße (B3), gebaut werden. Im Osten soll die Straße auf Höhe der Franklinstraße in die Heidelberger Straße einmünden.

Baustadtrat Michael Kolmer (Grüne) bekräftigte, dass der Bau der Straße „immanenter Teil“ der Konversion des im südlichen Teil des Stadtteils Bessungen sei. Nach mehreren Planungsforen sei die Rahmenplanung für die Konversion der ehemaligen Wohnsiedlung der amerikanischen Streitkräfte bereits 2005 beschlossen worden, so Kolmer.

Kritik von Klimabewegung

Das Bauvorhaben stößt auch bei den Darmstädter Jusos, der Linksjugend Solid, der Klimabewegung Fridays for Future (FFF) und Attacikka Darmstadt, der Jugendgruppe der globalisierungskritischen Organisation Attac, auf Ablehnung. In einer gemeinsamen Mitteilung heißt es, es sei „nicht verantwortbar, dass Wald für Asphalt geopfert wird“.

Silas Bug von FFF Darmstadt greift in der Mitteilung auch OB Jochen Partsch (Grüne) an. „Wer als grüner Oberbürgermeister inmitten der Klimakrise immer noch versucht, eine neue fossile Straße durch einen Wald zu rechtfertigen, hat jede Glaubwürdigkeit verloren“, schreibt Bug. Er behauptet zugleich, dass der Magistrat eine „autogerechte Politik aus den 1960er-Jahren“ fortführe, die noch mehr fossilen Verkehr, Stau und Dreck verursachen werde.

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