Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Skulptur wird per Kran in den Schlossgraben in Darmstadt gehoben. Foto: Christoph Rau/TU Darmstadt
+
Die Skulptur wird per Kran in den Schlossgraben in Darmstadt gehoben.

Darmstadt

Darmstadt: Tonnenschwere Skulptur in Schlossgraben gehievt

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
    schließen

Kunst per Schwertransport: Der Park um das Residenzschloss Darmstadt ist um ein Objekt reicher: Die „Große Liegende“ des Bildhauers Erwin Wortelkamp wiegt viereinhalb Tonnen.

Darmstadt ist seit Dienstagabend, 22 Uhr, um ein Kunstwerk reicher: Nachdem sie bereits zweimal umgezogen ist, fand die „Große Liegende“ – eine Skulptur von Erwin Wortelkamp – jetzt ihren endgültigen Ausstellungsort im Schlossgraben nahe dem Friedensplatz. Etwa eine Stunde dauerte der Antransport des viereinhalb Tonnen schweren Objekts, das ein Kran über die zu diesem Zweck gesperrte Bundesstraße 26 am Schloss hievte.

Es lässt sich erahnen, dass der Weg dorthin bei den Maßen der Skulptur keine Kleinigkeit war. Die einzige Möglichkeit, sie zu positionieren, sei gewesen, sie von der Straße aus über das Straßenbahnnetz hinweg herabzusenken, teilte die Technische Universität (TU) Darmstadt mit, deren Kanzler Manfred Efinger die „Große Liegende“ in Empfang nahm. Der reibungslose Ablauf sei auch den Transporteuren zu verdanken gewesen, die das Kunstwerk teilweise schon zum dritten Mal zu einem Ausstellungsort gefahren haben.

Die „Große Liegende“ von Erwin Wortelkamp hat ihren Bestimmungsort im Schlossgraben in Darmstadt gefunden.

Efinger war vor zwei Jahren bei einer Ausstellung anlässlich Erwin Wortelkamps 80. Geburtstag auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein mit dem Künstler ins Gespräch gekommen. Noch 2019 sei beschlossen worden, dass die TU die „Große Liegende“ übernimmt, sagte Efingers Referentin Sarah Schneider der Frankfurter Rundschau. Für die TU sei der Erwerb des Kunstwerks ein verspäteter Beitrag für den Teilabschnitt des Schlossgrabens im Norden des Schlosses. Unterstützung erhielt sie durch eine Spende der Sparkasse Darmstadt in Höhe von 20 000 Euro.

Der öffentlich zugängliche Schlossgraben des Residenzschlosses ist in den vergangenen Jahren wieder zu einem Park gestaltet worden. In der sogenannten Grünen Oase befanden sich bereits einige Kunstwerke, unter anderem von Sezessions-Preisträgerin Carola Keitel. Für die „Große Liegende“ hat der Bildhauer und Maler Wortelkamp den 450 Jahre alten Dorfbaum seines Wohnortes Hasselbach – einen zehn Meter langen und 1,60 Meter durchmessenden Baumstamm – bereits vor 20 Jahren zu einer Skulptur umgestaltet.

Dabei entnahm er dem sechs Tonnen schweren Stamm ein Teilstück von drei Meter Länge, ließ es in Bronze gießen und integrierte es wieder in die Arbeit. Auf diese Weise habe er die Vergänglichkeit des Materials thematisiert, heißt es in der Pressemitteilung der Technischen Universität. Wortelkamp folge in seiner künstlerischen Praxis seit Jahrzehnten seiner Behauptung: „Skulpturen suchen und finden ihren Ort.“ Seine Arbeit werde mit denen anderer Kunstschaffender das Umfeld des Schlossgrabens bereichern.

Der 1938 in Hamm geborene Wortelkamp lebt und arbeitet in Hasselbach im Westerwald, wo er auf einer Fläche von elf Hektar die Initiative „Im Tal“ gegründet hat. Hier zeigen 50 Kunstschaffende ihre ortsbezogenen Werke, die in einen Dialog mit der Natur treten.

Wortelkamp arbeitet häufig mit großen Baumstämmen. So auch bei seinen Werken „Der ausgehöhlte Stamm“ oder die „Große Angelehnte“. Zu sehen waren seine Skulpturen in der Region bereits in Mainz, Mannheim und Heidelberg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare